Rallye

#OTRAllye2019: Tag 2 & 3 – Die zweite Etappe nach Budapest und der Präsenztag

von Robert 22. Juli 2019 0 Kommentare

Vorbereitung: Planung ist das halbe Leben?!

Spätestens am Morgen der zweiten Etappe, nach der doch recht kurzen Nacht, kommt bei den Teams dieser “Uff, ist ja doch ganz schön anstrengend”-Moment. So blickten die Orgas auch vor Beginn der Etappe am Treffpunkt, einem großen Einkaufszentrum am östlichen Rand von Ljubljana, in reichlich müde Gesichter. Wohl dem, der irgendwo noch ein Frühstück zu sich nehmen konnte. Umso lobenswerter, dass alle pünktlich den Weg zum Start gefunden haben.

Alle Müdigkeit hilft nichts – die #OTRAllye2019 in Kooperation mit GETCHARLIE.de muss ja weitergehen. Also haben wir nach der formellen Auswertung der vorangegangenen Etappe zunächst die Fotochallenges bestimmt. Aus einem Pool mit 12 Optionen haben die Teams insgesamt 6 Stück gezogen. Folgende Fotochallenges prägen die Charakteristik der Etappe:

  • Schloss Maribor (2 Punkte)
  • Kathedrale von Zagreb (3 Punkte)
  • Neandertalermuseum, Krapina (3 Punkte)
  • Bokod, das schwimmende Dorf (4 Punkte)
  • Uhrturm am Schlossberg, Graz (5 Punkte)

Hmmmm. Das sind ja aber nur fünf? Richtig! Auch gezogen wurde “Take the ferry (4 Punkte)” – eine besondere Form der Fotochallenge. Hier ging es nicht nur darum, im eigentlichen Sinne ein Foto zu machen, sondern es war erforderlich, die Fähre über den Balaton zu nehmen … ein Umstand, der später am Tag noch für Probleme sorgen wird – besonders auch im Kontext des Tagesmottos “Go in or go down: Lake Balaton”.

Beim Motto von Etappe 2 geht es darum, sich auf dem Plattensee am Weitesten vom (jeweils nächstgelegenen) Ufer zu entfernen. Hier ist die Fähre natürlich auch ein heißer Kandidat, weil man so eventuell zusätzlich zu den 8 Mottopunkten noch die 4 Fotochallenge-Punkte mitnehmen kann. Mit 12 Punkten auf einen Schlag dürfte der Tagessieg relativ sicher sein. Auf der anderen Seite ist die Entfernung der Fährstrecke zur Tihany-Halbinsel relativ kurz und die Überfahrt braucht Zeit, so dass Strafpunkte für Verspätung im Raum stehen. Eine Entscheidung, die wohlüberlegt sein will!

Aber bevor überhaupt irgendwas entschieden wird, müssen wir starten und dazu brauchen wir eine korrekte Reihenfolge. Das diesjährige Konzept sieht vor, dass in umgekehrter Punktereihenfolge der Gesamtwertung gestartet werden soll. Das heißt, das Team mit den am jeweiligen Morgen wenigsten Punkten in der Gesamtwertung startet als erstes und das führende Team als letztes. ABER aufgrund der sehr engen Abstände der Teams aufeinander hatten wir diverse Gleichstände, die wir abermals durch das Schätzquiz aufgelöst haben.

Was schätzt ihr, wie viel Leistung z. B. das lebensgroße Lego-Modell des Bugatti Chiron hat? Oder wie groß der Anteil Sloweniens an der Alpenfläche ist? Wie viele Nobelpreisgewinner hat Ungarn? Es sind 5,3 PS, 3,5 % und 13 Preisträger. Die Teams haben das alle mehr oder weniger treffend geschätzt und daraus ergaben sich folgende Positionen an der Startgeraden:

  1. Team DREIst
  2. Das A-Team
  3. Team Strohhut
  4. Team AllgäuRacing
  5. Team GETCHARLIE.de

Nun, da sowohl Startreihenfolge als auch mögliche Fotochallenges und alle sonstigen Fragen geklärt waren, heißt es nochmal inne halten. Die Strategien werden besprochen, die Routen abgesteckt, die anderen Teams analysiert und die Ruhe vor dem Sturm genossen. Auch ist der zweite Morgen immer eine beliebte Gelegenheit für die “Mach einem anderen Team ein kleines Geschenk”-Challenge. Den Allgäuern ist wohl aufgefallen, dass der 335d nicht mehr im besten Zustand ist und deswegen waren sie so nett, ein bisschen was für die Motorpflege beizusteuern :p.

Zugegebenermaßen nicht ganz pünktlich, 11:17 Uhr, geht es dann für die 5 Rallyewagen und ihre Besatzungen in Richtung Budapest. Sich dort zur mit 5:30 h für ca. 460 km relativ straff bemessenen Zielzeit 15:47 Uhr einzufinden, ist schließlich oberstes Tagesziel.

Die ersten Kilometer: Von Hindernissen und knappen Entscheidungen

Die Kilometer nach dem Start sind direkt von Hindernissen geprägt – maßgeblich relativ großräumigen Bauarbeiten im Bereich des Gewerbegebiets, in dem wir gestartet sind. Diese äußern sich neben teils sehr abenteuerlichen Straßenzuständen in erster Linie auch durch diverse Baustellenampeln. So war es beim Erreichen der Autobahn weniger entscheidend, auf welchem Startplatz man war, sondern ob man in derselben Ampelphase noch drüber gekommen ist oder nicht. Das Durchqueren der Baustellen gelingt jedoch allen Teams relativ gut.

Für die grobe Routenwahl kristallisieren sich direkt ab Start bereits zwei Gruppen heraus, in Abhängigkeit der Fotochallengestrategie. Die Teams A, DREIst und Strohhut sind nördlicher unterwegs in Richtung der ersten Challenge, dem Schloss in Maribor. AllgäuRacing und GETCHARLIE.de hingegen sind südöstlich abgebogen und fahren über Novo Mesto nach Zagreb. Aus beiden Konstellationen ergeben sich direkt zu Beginn sehr spannenden Duelle.

Die Dreiergruppe wird zunächst vom DREIst-Superb angeführt mit dem Ziel, die Challenge in Maribor anzufahren. Jedoch hat es nicht lange gedauert, bis der A3 von Strohhut und der gut erkennbare, knallig-orangefarbene TT des A-Teams im Rückspiegel aufgetaucht sind. Zumindest dem A-Team musste klar zugetraut werden, die Challenge in Maribor ebenfalls anzufahren, wohingegen die Strohhüte vermutlich eher wieder durchfahren. Den Informationsvorsprung haben sich Karol und Robert clever erkauft, indem Sie sich überholen ließen. Und in der Tat – der TT fährt ab nach Maribor, wohingegen der A3 auf Kurs bleibt (kürzeste Strecke).

Das nächste kleine Problem kam in Form eines größeren Staus daher, den Google leider noch nicht kannte. Dieser betraf sowohl DREIst als auch Strohhut, aber erstere haben ihn sehr geschickt umgangen. Glücklicherweise befand sich das Stauende an einer Autobahnraststätte, die mit einer Unterführung ausgestattet war, welche es erlaubt hat, gefahrenfrei die Richtung zu wechseln. So konnte das Dreier-Team doch noch auf die Landstraße ausweichen und sich vor das A-Team setzen, welches unterdessen die Maribor-Punkte geholt hat. Das bestimmte auch die weitere Strategie von Karol und Robert, denn mit dem Wissen, dass das A-Team in der Stadt Zeit verliert und Strohhut im Stau steht, dürften sie klar vorne sein. Der Weg zur 5-Punkte-Challenge in Graz sollte also frei sein und wird von Team DREIst direkt angesteuert. Das wiederrum denken sich wohl auch die Herausforderer in der Nähe und biegen direkt Richtung Balaton ab, anstatt den Bogen über Österreich zu nehmen.

Ganz andere Dramen spielen sich inzwischen in der kroatischen Hauptstadt ab. Die Teams GETCHARLIE.de und AllgäuRacing haben beide über unterschiedliche Routen die Kathedrale angesteuert. Auf dem letzten Kilometer vor dem Ziel sind sich die beiden Teams so knapp auf den Fersen, dass sie teilweise nicht mal ein Häuserblock trennt. Philipp und Matthias im roten Fiesta ST haben dabei die meiste Zeit die Nase vorn. Allerdings sind sie an der entscheidenden Stelle im hektischen kroatischen Stadtverkehr falsch abgebogen und mussten eine kleine Irrfahrt durch das Zentrum unternehmen. Ein Fehler, den die Profis Matze & Michi gnadenlos ausnutzen und sich die Punkte holen – mit den Allgäuern keine 300 Meter entfernt. Das ist bitter.

Die Fotochallenge-Jagd: Wieder alles heiß begehrt

Allerdings gelingt den beiden in Zagreb Unterle-genen der Ausgleich nur unwesentlich später, denn Sie holen ebenfalls 3 Punkte – am Neandertaler-Museum in Krapina im Norden Kroatiens. Dadurch und durch die direktere Routenwahl schafft es das G-Power-Team als Erstes zum Balaton. Wie bereits gedacht, ist hier der Reiz groß, “Take the ferry” mit der Mottochallenge zu kombinieren und so überqueren Matze und Michi als Erste den Balaton. Für die Mottochallenge ist der Einreichzeitpunkt nicht relevant, da sie abends von den Orgas ausgewertet wird. Die Fotochallenge allerdings zählt nur für denjenigen, der sie als Erstes einreicht.

Nun kann es eine legitime Strategie sein, die Challenge zwar zu machen, aber dann das Einreichen zunächst eine gewisse Zeit zurückzuhalten, um den anderen Teams möglichst lange wertvolle Informationen über Routenwahl und Position vorzuenthalten. Allerdings ist das natürlich deswegen riskant, weil ein anderes Team ja in der Zwischenzeit die Challenge einreichen könnte. So geschehen auch bei der Fähr-Fotochallenge. Trotzdem GETCHARLIE.de rund eine Stunde vor den Alläugern an der Fähre ist, posten diese jedoch sofort und Matze und Michi zeitverzögert, somit gehen die Punkte – sehr zum Ärger von GETCHARLIE.de – aber natürlich an AllgäuRacing.

Fairerweise muss man dazusagen, dass die Challenge im Rallye Management System heRMeS aufgrund ihres Charakters zunächst nicht als Fotochallenge definiert war, sondern als Etappenchallenge. Diese können in manchen Fällen von allen gelöst werden, unabhängig von der Zeit. Aber auch als Etappenchallenge war hier klar definiert, dass nur der Erste die Punkte bekommt, so dass es da wenig Spielraum für die Orgas gab. Stellt sich noch die Frage, wie die Mottopunkte verteilt werden? Da kommt es bei beiden Teams drauf an, an welcher Stelle der Fährfahrt sie das Foto machen … die genauen Abstände zum nächsten Ufer anhand der GPS-Tags werden die Orgas erst am Abend nachmessen und die Punkte vergeben.

Alle weiteren Teams haben sich entschieden, den Balaton links … bzw. rechts liegenzulassen und sich auf die anderen Fotochallenges zu konzentrieren. Karol und Robert im Superb hatten den Umweg nach Graz ohne Wettbewerber eingeschlagen, um die einzige 5-Punkte-Challenge an diesem Tag zu holen. Das war auch erfolgreich, wenn auch unter Einsatz von Leib und Leben. Der Uhrturm in Graz ist mit dem Auto nicht ohne Weiteres zu erreichen und der dazugehörige Schlossberg muss zu Fuß erklommen werden – und das, um den Zeitverlust gering zu halten, natürlich im Laufschritt. Manchmal muss Rallye eben auch weh tun …

Der Plan der beiden, auf dem weiteren Weg nach Budapest ggf. auch noch das schwimmende Dorf Bokod mitzunehmen, wurde vom A-Team vereitelt und das aufgrund der langen Runde über Österreich nicht mal knapp, sondern mit ca. 70 km Vorsprung. Somit war auch die letzte Fotochallenge des Tages an den Mann und die Frau gebracht und es hieß nur noch: möglichst schnell ins Ziel kommen.

Zieleinlauf & Auswertung: Punkte, Pils & Gulasch

Konkret handelt es sich bei unserem Tagesziel um den Heldenplatz in Budapest. Wir erinnern uns: Etappe zwei findet an einem Freitag statt und die Zielzeit ist kurz vor 16 Uhr … die Teilnehmer müssen also mit Deluxe-Feierabendverkehrschaos rechnen, als letzte Challenge des Tages quasi. Weniger Probleme damit dürften die Strohhüte haben, denn diese sind mit großem Abstand die Ersten am Ziel – mal wieder. Mit ihrer Ankunft um 15:31 waren sie auch das einzige Team, welches ohne Strafpunkte für Verspätung die Etappe abschließt.

Auch bei den anderen Teams fällt die Routenwahl in der staugeplagten Stadt aufgrund ihrer Abstände aufeinander nicht so sehr ins Gewicht. Rund anderthalb Stunden später treffen Alex und Andrea im TT ein, gefolgt von Karol und Robert im Superb abermals ca. eine halbe Stunde später. Mit etwa dem selben Abstand kommen dann auch GETCHARLIE.de auf Platz 4 und als letztes Team um 18:32 Uhr AllgäuRacing an.

Bei den Orgas stellt sich neben der Erschöpfung auch das gute Gefühl ein, dass alle anscheinend sicher das Ziel erreicht haben und die Etappe sauber gelaufen ist. Bevor Teilnehmer und Orgas sich allerdings ins Budapester Nachtleben stürzen können, um mit einem kühlen Bier den Stress des Tages hinunterzuspülen, heißt es: Ab ins Hotel und auch den Dreck des Tages abspülen ;). Bei der Wahl der Unterkunft haben sich die Rallyefahrer nicht lumpen lassen und das ist auch gut so, schließlich sind wir – anders als sonst – zwei Nächte an dieser Location. So wird z. B. auf einem Schiff residiert oder in einem edlen Wellness-Resort auf der Margareteninsel.

Letzteres ist auch das Orga-Hauptquartier für die nächsten zwei Tage, in dem sich William und Robert direkt an die Klärung offener Fragen, die Bewertung der Etappeneinreichungen und die Trackauswertung machen. Diese ist an dem Tag besonders wichtig, geht es doch um die Entfernung zum Ufer des Balaton. Die Tageschallenge hatten ja überhaupt nur AllgäuRacing und GETCHARLIE.de angefahren und auch beide weder auf Jetski noch auf bestochene Fischer gesetzt, sondern auf die Fähre. Nach genauer Auswertung via Google Earth haben die Orgas festgestellt, dass das Team GETCHARLIE.de tatsächlich mit einem Abstand auf die anderen beiden von ca. 100 Metern weiter vom Ufer weg war und somit auch am zweiten Tag die Mottochallenge gewinnt und 8 Punkte abstaubt.

Bei den restlichen Punkten gibt es allerdings keine großen Überraschungen. Die meisten Fotopunkte hat AllgäuRacing mit 7 Punkten errungen, dicht gefolgt vom A-Team mit 6 und DREIst mit 5. Strohhut glänzt wieder mit den meisten Fahrleistungen, wie frühester Ankunftszeit, kürzester Strecke, höchster Durchschnittsgeschwindigkeit und Ankommen vor Zielzeit. ABER das Team DREIst hat es sich nicht nehmen lassen, wenigstens einmal der Rolle des heimlichen Favoriten auf die Spritspar-Challenge gerecht zu werden und nimmt an diesem Tag die 3 Punkte mit – mit 0,1L / 100km Vorsprung auf den A3 der Strohhüte. Drehmoment ist ein nicht zu unterschätzender Faktor beim Drehzahl niedrig halten :).

In der Etappenübersicht erleben wir wieder ein sehr dichtes Feld. Die Teams liegen am Ende des Tages alle gerade mal 3 Punkte auseinander – AllgäuRacing mit 6, A-Team mit 7, DREIst und Strohhut mit 8 und Tagessieger GETCHARLIE.de kommt auf insgesamt 9 Punkte. Es ist alles weiterhin offen und jeder kann gewinnen – optimale Ausgangsbedingungen für eine spannende finale Etappe.

Soweit sind wir allerdings noch nicht, denn zunächst steht den Teams ein Abend im bunten Treiben Budapests bevor! Ein paar kühle Erfrischungsgetränke am Donauufer dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie ein zünftiger, hausgemachter ungarischer Gulasch als Stärkung! Der Abend wurde dann wahlweise in der Rooftopbar fortgesetzt … oder im Hotelbett, je nach Alter, Müdigkeitsgrad und Alkoholbedarf ;).

Der Präsenztag: Ausruhen, aber nicht zu sehr!

Glücklicherweise ist es ja auch nicht der letzte Abend in Budapest, denn der Rallyetross kommt 2019 in den Genuss einer besonderen Neuerung. Nach dem Feedback der Teilnehmer vergangener Jahre, die in erster Linie auch mehr von den Etappenzielen sehen wollten – und nach der auch selbst gewonnenen Erkenntnis, dass 3 Tage Rallye am Stück doch sehr schlauchen – haben wir uns entschieden, einen Präsenztag einzulegen. Budapest dürfte die wohl bunteste, wildeste, spannendste Stadt auf unserer Reise sein und liegt zudem malerisch gelegen im Donautal.

Zudem ist mit zwei Tagen Rallye im Rücken der Bedarf für Erholung bereits recht groß, so dass wir am Samstag zum ersten Mal in der Geschichte der Veranstaltung nicht mit dem Rallyeauto an einen anderen Ort fahren. Stattdessen kommen für den urbanen Verkehr eine Vielzahl kreativer Mobilitätslösungen zum Einsatz. Vom öffentlichen Nahverkehr über Sightseeing-Busse und Leihfahrräder sowie Carsharing bis hin zu E-Scootern ist alles dabei, womit man sich in der Stadt von A nach B bewegen kann. Die ach so trendigen, elektrifizierten Tretroller hinterlassen zumindest bei Robert jedoch keinen guten Eindruck. Instabiles Fahrverhalten, kommt keinen Berg hoch und teuer außerdem. Zum Probieren mal ganz witzig, muss aber generell nicht sein.

Damit es nicht langweilig wird und die Teilnehmer auch tatsächlich animiert sind, die Sehenswürdigkeiten der Stadt wertzuschätzen, hat Uwe ortskundig ein liebevoll ausgearbeitetes Tagesprogramm erstellt. Bei diesem heißt es aber nicht nur wild umherwandern, sondern auch wieder Challenges lösen und Punkte verdienen – es bleibt ja schließlich Rallye ;). Auf insgesamt 3 Challenges, die die Teilnehmer mit einem Verkehrsmittel ihrer Wahl bewältigen können, gilt es je einen weiteren Punkt zu ergattern. Doch zunächst wird ausgeschlafen und das Frühstück eingenommen – je nach Schlafbedarf um 9 oder für die meisten eher um 12 ;).

Die Challenges steigen dabei im Schwierigkeitsgrad und beginnen mit einer Stadtführung entlang der wichtigsten Sights wie der Fischerbastei, der großen Markthalle oder dem Parlamentsgebäude. Das schaffen tatsächlich alle Teams und holen sich hier den Punkt. Die Herausforderung besteht hier weniger darin, die Anlaufpunkte zu finden und Fotos im RMS einzureichen, sondern viel mehr darin, das so in den Tagesablauf zu integrieren, dass auch die anderen beiden Challenges zeitlich noch machbar sind.

Bei diesen handelt es sich zum einen um die diesjährige Version der beliebten Challenge “lokalen Küche”. Statt Fish & Chips oder Schweizer Käse gibt es dieses Jahr – ihr habt es bestimmt schon erraten – Langos! Die gut frittierte und belegte mächtige Köstlichkeit ist an einer ganz bestimmten, winzigen, unterirdischen Langos-Bude in einer Metrostation zu erwerben, zu der es keine großen Infos zu den Öffnungszeit (oder überhaupt irgendetwas) online gibt. Der einzige Hinweis bleibt die vage Adresse. Dies gelingt den Teams Strohhut und AllgäuRacing unmittelbar. Matze und Michi allerdings kombinieren Kreativität mit viel Glück. Eigentlich zu spät angekommen, haben sie den Besitzer, der scheinbar etwas vergessen hatte, nochmal angetroffen und ihn mit einem großzügigen Trinkgeld dazu bewegt, doch nochmal das Fett heiß zu machen und den beiden ihren punktebringenden Langos zu servieren. DREIst und das A-Team hingegen verpassen die Küchen-Challenge.

Schwieriger noch ist die “Kindereisenbahn in Buda”. Die sehr nette Challenge besteht darin, “ein Ticket für den Zug zu kaufen und ein Bild mit einem Schaffner zu machen”. Die Eisenbahn wird als Belohnung für gute Noten von ungarischen Schulkindern betrieben und gilt als Geheimtipp unter den Touristen. Uwe und Thomas schnappen sich auch souverän diesen Punkt und gewinnen somit als einziges Team alle 3 Punkte an diesem Tag. Das Team GETCHARLIE.de unternimmt ebenfalls einen Versuch, die Eisenbahnchallenge zu lösen, der noch für heftige Diskussionen im Laufe des Abends sorgen wird.

Zwar sind die beiden an der Eisenbahnstrecke gewesen, allerdings nach Abfahrt des letzten Zuges, so dass ein reguläres Kaufen eines Tickets nicht mehr möglich war. Stattdessen haben Sie bei einem Angestellten klar jugendlichen Alters – scheinbar abermals gegen großzügiges Trinkgeld – abgelaufene Tickets gekauft und mit ihm ein Foto gemacht. Jetzt kann man lange darüber diskutieren, bis zu welchem Alter man ein Kind ist, ob dass den oben genannten Anforderungen gerecht wird und ob das eine kreative Lösung ist oder ob dies dann doch stark am Geist der Challenge vorbeigeht. Nach stundenlanger Diskussion und Prüfung entscheiden sich die Orgas für Letzteres und erkennen den Punkt nicht an.

Gemeinsames Abendessen: In historischer Atmosphäre

Die Eindrücke der Stadt und des Tages, die Challenges und ihre Bewertungen, der Rallyestand und die Perspektive auf die letzte Etappe am nächsten Tag – alles das und mehr wird beim letzten gemeinsamen Abendessen diskutiert. 19 Uhr finden sich die Teilnehmer im “Százéves Étterem” ein, einem 100 Jahre alten Restaurant (dem ältesten in Pest!). Es bietet leicht gehobene Küche, hausgebrannten Schnaps und Live-Musik. An der langen Tafel wird sich beim Austauschen der Geschichten des Tages angemessen gestärkt. Es gibt, landestypisch, viel Fleisch in verschiedensten Formen und – besonders für die Orgas – auch einiges vom Hausgebrannten.

Willy und Robert mussten sich allerdings nicht den Rallyeverlauf schönsaufen, sondern wurden zum “Opfer” der Orga-Pitstop-Challenge, bei der Teams 2 Punkte bekommen, wenn sie den Orgas eine “Erfrischung” vorbeibringen. Thomas vom Team Strohhut hatte allerdings Mitleid und hat anstelle des Alkohols lieber einen handgebastelten Duftbaum besorgt und überreicht … für drei Kerle mehrere Tage im Auto sicher keine schlechte Idee – vielen Dank dafür 😀 !

Der restliche Abend wird – ähnlich wie am Tag zuvor – wieder je nach Bedarf in der nächsten Bar, im Bett oder beim Einsammeln der letzten Challenges verbracht. In jedem Fall war es ein gelungener Tag in der ungarischen Hauptstadt, der die Möglichkeit geboten hat, diese besser kennenzulernen und mehr Spaß gemeinsam zu haben. Ein Konzept, das wir wohl beibehalten werden, auch um halbwegs entspannt in die letzte Etappe starten zu können. Mit dieser befassen wir uns im nächsten Artikel – bis dahin!

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