Rallye

#OTRAllye2019 – Tag 1: Anreise, Teams und Start

von Thomas 14. Juli 2019 0 Kommentare

Was lange währt …

Nach zwei langen Jahren des Wartens war es endlich wieder soweit: An Christi Himmelfahrt fiel der Startschuss zur Neuauflage unserer On The Road Again-Rallye. Fünf Teams, vier Tage, drei Städte – keine halben Sachen. Den Teilnehmern wurde auf dem Weg von Nürnberg über Ljubljana und Budapest nach Prag alles abverlangt.

Während wir fleißig an der Videoproduktion sitzen, um euch bald die passenden Bewegtbilder zeigen zu können, geben wir euch in dieser Artikelserie schon einmal einen Überblick über den heißen Tanz vom Balaton. Viel Spaß beim Lesen!

Die pünktliche Anfahrt als erste Challenge

Treffpunkt der diesjährigen Rallye war Nürnberg. Von der schönen Stadt haben wir draußen am Flughafen zwar wenig gesehen, dafür hatten wir ein ungestörtes Plätzchen für Vorbereitung und Start zur ersten Etappe der #OTRARallye2019.

Zwei Wochen zuvor gingen die Roadbooks an fünf verschiedene Adressen in ganz Deutschland raus. Seither konnten wir das Ticken der Uhr immer lauter hören – und hatten Fragen über Fragen. Kommen wirklich auch alle angemeldeten Teams? Sind sie pünktlich? Und mit welchen Gefährten wird dieses Mal nach dem heiß begehrten #OTRARallye-Pokal gegriffen?

Um 09:00 Uhr wird durchgezählt – vier Teams sind am Start versammelt und beäugen taktierend die Konkurrenz. Wer fehlt? Kooperationspartner und Titelverteidiger GetCharlie (in 2017 RMPerformance) leistet sich siegessicher direkt am Start den ersten Minuspunkt für Verspätung.

Allerdings sind Michi und sein Teamkollege Matze auch nicht im Miet-Transporter gekommen, sondern haben sich erneut etwas ganz Besonderes für ihre Fahrzeugwahl überlegt – was uns zu der spannenden Frage bringt: Welche fahrbaren Untersätze haben die Teams gewählt?

Nachfolgend stellen wir euch die Rallyefahrzeuge und vor allem natürlich auch ihre Piloten vor.

Team „GetCharlie“ – Michi und Matze im 335d xDrive

Wir spannen euch nicht länger auf die Folter: Wie schon beim Sieg im Jahr 2017 heißt es für die Titelverteidiger auch dieses Jahr wieder – Power, Power, Power! Die serienmäßigen 313 PS des BMW 335 waren Michi und Matze nicht genug. Daher wurde der eigentlich eher unauffällige Kombi nicht nur einer Leistungskur von G-Power unterzogen, sondern auch mit unverkennbaren “G-Power”-Folien in Signalfarbe und Wagengröße überzogen.

Belastbare Angaben zu Leistung, Drehmoment und Höchstgeschwindigkeit sind Michi und Matze vor dem Start nicht zu entlocken. Konservative Schätzungen gehen von über 400 PS und ca. 800 Nm Drehmoment aus. Auch müssen die Teilnehmer damit rechnen, dass die handelsübliche Geschwindigkeitsbegrenzung von 250 km/h für den GetCharlie-Renner nicht gilt.

Umso fragwürdiger scheint allerdings die Wahl der Ausstattungslinie Luxury, die auf ein besonders weiches Fahrwerk und wankfreudiges Chassis setzt. Ob so, trotz Allradantrieb, die brachiale Leistung (sicher) auf die Straße und vor allem auch um die Kurve gebracht werden kann, wird eine der spannenden Fragen der nächsten Tage werden. Ein heißer Anwärter auf die Mottochallenge des Tages “Erreiche die höchste Höchstgeschwindigkeit” ist der 3er von “MM Proformance” aber allemal :D.

Das „A-Team“ – Alex und Andrea im Audi TT Cabrio

An ein rallyetaugliches Fahrzeug zu kommen, war für Alex scheinbar kein größeres Problem. Dieses aber auch zu behalten, wohl schon eher. Sein ursprünglich angekündigtes Privatfahrzeug, ein Seat Leon TDI, hat leider wenige Tage vor der Rallye das Zeitliche gesegnet. Auch das – sehr schöne – Ersatzfahrzeug Z4 30i hat es leider aufgrund eines Reifenschadens nicht an die Startlinie geschafft.

Das zweite Ersatzfahrzeug war aber nicht minder auffällig. Dank Benzinmotor deutlich lauter als der Rest kommt das „A-Team“ im orangefarbenen Audi TT daher. Alex, der selbst regelmäßig über Autos und Reisen bloggt, hat für die Rallye keine Mühen gescheut und sich bei Sixt eine Ausnahmegenehmigung für die Einfahrt nach Osteuropa geben lassen. Mit 245 PS sind sie für die 130 km/h Höchstgeschwindigkeit im Ausland ausreichend motorisiert (oder zumindest sollte man das meinen) und mit Quattro wird in jeder Situation ausreichend Grip vorhanden sein.

Der wendige Roadster ist auf den engen Straßen Budapests sicher eine gute Wahl. Ob er allerdings beim Top-Speed mit dem 3er auf Steroiden mithalten kann? Das darf bei dem 2.0 Liter Serien-Benziner stark bezweifelt werden. Spritsparend? Auch Fehlanzeige. Spaß wird er allemal machen, zumal für die nächsten Tage perfektes Wetter angesagt ist. Nur bringt Spaß allein eben noch keine Punkte. Wir dürfen also gespannt sein, welche Strategie sich das A-Team zurechtgelegt hat, um trotzdem den anderen Teams gefährlich werden zu können.

Team „AllgäuRacing“ – Philipp und Matthias im Ford Fiesta ST

Der Berg röhrt – oder wie hieß der Spruch noch mal? Erstmalig dabei, aber hochmotiviert und top vorbereitet, kommen die beiden Allgäuer Philipp und Matthias an den Start. Auch ihre Fahrzeugwahl, der Ford Fiesta ST, ist eher ein Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Eco. Ford quetscht aus dem kleinen 1.6 L Vierzylinder immerhin 182 PS heraus. In Kombination mit der Handschaltung kommt da sicher gutes GoKart-Feeling auf, aber mit eher mageren 223 km/h Spitze wird die Vmax-Challenge eher auch für den Fiesta nicht in Frage kommen.

Besonders bei hohen Geschwindigkeiten und starkem Beschleunigen wird der kleine Motor die Leistung eher über die Drehzahl realisieren müssen als über die doch recht dürftigen 240 Nm Drehmoment. Das kostet Sprit, so dass Eco hier ebenfalls nicht oben auf dem Zettel stehen dürfte. Der Fiesta ST ist allerdings ein super Stadtflitzer und so vielleicht bestens geeignet, um sich auf dem Weg zu Fotochallenges geschickt durch den Verkehr zu schlängeln?

Die Strategie der beiden Allgäuer Phy und Maddes wird daher vermutlich eher Challenge-orientiert sein, als über die Etappenwertung Punkte zu generieren. Fakt bleibt, die beiden kennen sich in den Bergen aus und sind mit Schneeketten und Klappspaten für alle Eventualitäten gerüstet. Als Neulinge im Feld sind sie besonders motiviert gewesen, sich gewissenhaft vorzubereiten, und sind damit ernstzunehmende Konkurenten für alle weiteren Teilnehmer!

Team „Strohhut“ – Uwe und Thomas im Audi A3

Team „Strohhut“ lässt es sich in alter Besetzung nicht nehmen, nach ihrem Orga-Einsatz 2017 nun wieder als Hausteam von OTRA den Pokal zu jagen. Ihr Selbstverständnis: Sie sind die wahren Titelverteidiger, da „GetCharlie“ noch nicht gegen sie antreten musste und vom alten Team “RM Performance” ja nur die Hälfte anwesend ist ;). Entgegen dem Motto des 2017er-Champions setzt „Strohhut“ auf Understatement – und alles auf die Eco-Karte. Im 1.6er Diesel mit 115 PS von Audi ist verbrennerseitig nicht mehr viel Luft nach unten.

Aber eben auch nicht in der Verbrauchsskala. 3×3 Punkte für den geringsten Verbrauch an jedem Fahrtag können die Strohhüte so quasi schon mal verbuchen. Allein der Skoda Superb mit seinem sehr effizienten und deutlich drehmomentstärkeren 2.0er TDI könnte dem kleinen A3 hier gefährlich werden. Der ist jedoch auch deutlich schwerer, in der Theorie zumindest ;).

Eine spannende Premiere ist der Audi trotzdem, hatte das Team Strohhut doch sonst fast ausschließlich auf 4er BMWs gesetzt. Was war passiert, dass hier nicht nur die Marke, sondern gleich die Gesamtstrategie gewechselt wurde? Hatte sich Team Strohhut 2017 zu sehr an Zuggeschwindigkeiten gewöhnt oder hat der grüne Zeitgeist zugeschlagen? Eines sollte jedoch klar sein: Mit einem 1.6er wird man wohl kaum um die Platzierungspunkte mitfahren … oder?!?

Team „DREIst“ – Karol und Robert im Skoda Superb

Ähnlich wie 2017 klinkt sich Willy als Orga auch dieses Jahr bei einem Team ein, um nicht auf den Zug angewiesen zu sein. Da somit nicht nur eine zusätzliche Person, sondern auch Orga-Equipment transportiert werden musste, war wieder ein etwas größeres Fahrzeug gefragt. Das musste zudem noch sparsam sein, aber trotzdem nicht zu langsam. Dieses Kunststück ist Skoda mit dem Superb hervorragend gelungen und so fällt die Wahl auf die Ostblock-S-Klasse, welche alle Anforderungen mit Bravour erfüllt!

Der 2.0er TDI mit 190 PS und 7-Gang DSG bietet für das erhebliche Leergewicht nicht nur eine brauchbare Beschleunigung, nein er ist auch bei sparsamer Fahrt mit 5,x L / 100km zu bewegen und damit neben dem A3 der einzige ernstzunehmende Anwärter auf die Eco-Punkte. Zudem suchen das Platzangebot und der Comfort im Fond, den Willy für die nächsten vier Tage in Beschlag  genommen und zum Orga-Büro umfunktioniert hat, seinesgleichen.

Insgesamt haben wir also zwei Teams, die vorrangig auf die Eco-Strategie setzen, während die restlichen drei eher auf der Speed-Seite sind. Das verspricht bereits einige interessante Punktekämpfe in den kommenden drei Tagen. Aber es gibt ja noch viel mehr Punkte zu sammeln als für die reine Fahrleistung und da wir Rallye fahren und nicht Auto-Quartett spielen, wird darüber auf der Straße entschieden.

Vorbereitung ist der Schlüssel!

Damit kommen wir zur eigentlichen Start-Prozedur. Wer soll bei dem Feld aber eigentlich als Erster starten? Wir haben uns dieses Jahr entschieden, die Startreihenfolge vorab festzulegen, um einen sicheren und reibungslosen Ablauf zu garantieren. Die Teams starten einzeln und mit 30 Sekunden Abstand. Nur wer bekommt die Pole Position? Dafür müssen sich die Teams reichlich ins Zeug legen und bei einem Mini-Game ihr Wissen unter Beweis stellen.

Also heißt es für die Teilnehmer – ran an die Kreidetafel statt ans Lenkrad. In fünf Quiz-Runden mit Schätzfragen ermitteln wir im Ausscheidungs-Verfahren Startplatz 1. Es scheidet immer das Team aus, was am weitesten von der richtigen Antwort weg war. Wer von euch hätte z. B. gewusst, was das BMW 850i xDrive Cabrio in der Basis-Version kostet? Genau – wir auch nicht. Es sind 133.700 €.

Über alle Runden hat sich tatsächlich GetCharlie am besten geschlagen. Sie bekommen den ersten Startplatz, mind. 30 Sekunden Vorsprung auf Allgäu Racing und damit womöglich die Chance, ihren Minuspunkt direkt wieder auszugleichen? Wir werden sehen. Im Anschluss folgen die Strohhüte, das A-Team und DREIst.

Bevor wir die Teams in die Strategie-Diskussion entlassen, steht noch etwas anderes Wichtiges auf der Agenda. Ein ganz zentraler Punkt ist die Ziehung der Foto-Challenges. Für jede Etappe haben wir zwölf Points of Interest entlang der Route vorbereitet, welche – in Abhängigkeit des Umwegs von der optimalen Route – unterschiedlich viele Zusatzpunkte für das Team ergeben, das als erstes da ist. Zum Start ziehen wir zufällig folgende Fotomotive:

  • Audi Forum Ingolstadt, Deutschland (2 Punkte)
  • Burg am See Bled, Slowenien (2 Punkte)
  • See Bohinj, Slowenien (3 Punkte)
  • Pyramidenkogel, Linden, Österreich (4 Punkte)
  • Red Bull Ring, Spielberg, Österreich (4 Punkte)
  • Heiligenblut am Großglockner, Österreich (5 Punkte)

Es können zwischen 2 und 5 Punkte je Foto ergattert werden. Außerdem gibt es natürlich die Option, mehrere Fotochallenges anzufahren. Aber Vorsicht: Jeder Umweg kostet Zeit, Kilometer und Sprit. Alles auf der #OTRARallye2019 ist ein Trade-Off und den Teams wird nichts geschenkt.

Die letzten Minuten und der Start

Zum Abschluss der Startvorbereitungen führen wir noch kurze Interviews mit jedem Team, prüfen die technischen Voraussetzungen und checken, ob alle Kameras laufen. Die Teams haben ca. 30 Minuten Zeit, um sich Gedanken über Strategie, Route und die Herangehensweise der anderen Teams zu machen. Und dann geht’s einfach los.

Fast pünktlich, um 11:19 Uhr, fiel der Startschuss zur #OTRARallye2019 und der ersten Etappe von Nürnberg nach Ljubljana. Dank der versetzen Startweise ist sich trotz energischen Anfahrens keins der Teams ins Gehege gekommen und alle konnten sicher “on the road” gehen.

Für diesen Artikel soll es das gewesen sein, aber soviel vorab: Es war von Tag 1 an spannend, ein enger Wettbewerb und ein harter Kampf um jeden Punkt. Wir freuen uns, euch vom Rest zu berichten. Bis bald!

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