Sommertour 2013Roadtrips

Tag 20: Grand Canyon und Fahrt nach Las Vegas

von Robert 2. Oktober 2013 0 Kommentare

Nach unserem actionreichen Aufenthalt in New Mexiko mussten wir langsam die Rückreise nach LA antreten, denn von da aus geht ja unser Flug zurück. Also haben wir relativ zeitig aus dem Best Western ausgecheckt, nachdem wir das recht fragwürdige Frühstück zu uns genommen hatten …

Unsere Strecke führte entlang der berühmten Route 66, welche allerdings nunmehr inzwischen eine normale Interstate ist. Parallel zu ihr verläuft allerdings die „Historic Route 66“, welche also das „Original“ darstellt und wie kaum eine andere Straße den amerikanischen Traum von Freiheit verkörpert.

Die Fahrt ging Richtung Westen wo wir New Mexiko alsbald verließen und (nach Four Corners das zweite Mal ;)) nach Arizona eingereist sind.

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Ziel war natürlich, da es in Arizona sonst nicht sooo viel zu sehen gibt – wenn man von der naturbelassenen Wüstenlandschaft mal absieht – der Grand Canyon Nationalpark mit der dazugehörigen, gleichnamigen Felsschlucht. Dort angekommen haben wir abermals 25$ Eintritt entrichtet.

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Möglicherweise wären wir hier in unserem vierten Nationalpark insgesamt mit einem Jahrespass günstiger gekommen, aber das wurde uns auch erst hier am Südeingang des Parks vom netten Ranger gesagt. Nunja, was solls – die Amis scheinen das Geld ja sehr gut gebrauchen zu können.

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Nachdem wir ein wenig Grand Canyon Village erkundet hatten, wo es in erster Linie kleine Motels gibt, aber auch eine Eselausleihstation und sogar eine Schule, haben wir uns entlang des „Desert Drive“ zum „Grand View Point“ begeben – der seinem Namen alle Ehre macht. Auf dem Parkplatz waren wir autotechnisch in bester Gesellschaft:

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Der Canyon selbst blitzte auf dem Weg dorthin immer mal durch, aber die wirkliche Größe und Schönheit kann man bis zu den designierten Aussichtspunkten nur erahnen. Bestes (Wüsten)wetter hat sein Übriges zum atemberaubenden Ausblick beigetragen:

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Für ein kurzes Erinnerungsfoto vor dieser einzigartigen Kulisse haben wir uns natürlich auch die Zeit genommen:

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Ich bin ja eigentlich ein eher wenig naturinteressierter Mensch, aber der Grand Canyon ist eine von wenigen Sachen die man im Leben ruhig gesehen haben kann, auch wenn man kein großer Freund von Nationalparks und dergleichen ist. Wir, und Hunderte von Japanern die mit 3 Kameras pro Person ihrem Clichee auch voll gerecht werden, waren auch nicht die Einzigen die die Aussicht zu würdigen wussten:

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Unser Nächste ziel war die Wüste von Nevada. Auf dem Weg dorthin erreichte uns dann auch via Internet die erstaunliche Nachricht vom „Shutdown“ – dem Herunterfahren der nicht essentiellen Regierungsgeschäfte der USA aufgrund der Zahlungsunfähigkeit der Regierung. Dazu zählen unter anderem Zoos, Nationalparks und Museen – wir haben also quasi die letzte Möglichkeit während unserer Reise genutzt um den Grand Canyon zu sehen.

Ich gebe zu, wir haben an der ein oder anderen Stelle ziemlich hart über den Preis verhandelt, aber wenn ich gewusst hätte dass das so endet hätte ich gerne 50$ mehr in die US-Wirtschaft gepumpt :p. Na mal schauen ob sie noch genug Geld haben um morgen den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten … ansonsten geht es für uns zurück nach Vancouver, denn die Kanadier wissen wie man vernünftig mit dem Fiskalbudget umgeht.

Nach einer sehr langen Etappe – mit etwa 1.100 km unsere längste Tagesetappe überhaupt – haben wir Arizona durchquert, sind in Nevada eingereist und haben unser Ziel, das einzig nennenswerte in diesem Staat, erreicht – Las Vegas.

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Die Stadt ist so wie man sie sich vorstellt … quirlig, aufgedreht, heiß und vor allem: extrem bunt. An jeder Straßenecke blinken und strahlen Lichter in allen Farben und Variationen. Das ist für 1-2 Tage eine interessante Erfahrung, aber prinzipiell ziehe ich dann doch mein ruhiges Vorstadtleben vor.

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Zunächst haben wir direkt unser Hotel angesteuert, dass wir nach einigen Problemen (das größte davon wohl die Verwendung von iOS Maps) auch gefunden haben. Es handelt sich um das Mandarin Oriental, eine Empfehlung von Cube Travel aus Berlin … und nicht nur von dort. Das Hotel wird auf TripAdvisor als Bestes (!) von knapp 300 Hotels in Vegas gehandelt und von renomierten Magazinen wie Forbes unter den Top 50 weltweit.

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Da diese Story aber einen eigenen Artikel wert ist, an dem Uwe bereits arbeitet, möchte ich hier an der Stelle nicht zuviel vorweg nehmen, außer: die 5 Sterne, die es an der Tür trägt, kommen nicht von ungefähr – und die Einschätzung von Forbes als „One of the Finest Hotels IN THE WORLD“ auch nicht.

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Von der langen Fahrt müde und der „Ultra Cheese Lovers“ – Pizza mit extra Käse bei Pizza Hut etwas magenverstimmt wollten wir schon fast unser Zimmer, dass dazu auch zum großen Teil beigetragen hat, kaum mehr verlassen allerdings haben uns die glitzernden Lichter doch in ihren Bann gezogen und so haben wir uns noch ein wenig ins Nachtleben von Las Vegas gestürzt.

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Zunächst viel auf, dass es auch nach 0 Uhr noch extrem heiß ist in der Wüste von Nevada. Man sagt ja nachts wirds in der Wüste kalt, davon war bei immer noch um die 30° wenig zu spüren. Uwe und ich sind beide dem Poker-Sport ziemlich zugeneigt und so zog es uns einige Blocks weiter in eines der, wenn nicht das, berühmteste Casino der Welt – das Bellagio, direkt am Strip.

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Eigentlich wollten wir ja hier absteigen, allerdings hat unser Reiseberater – Jens von Cube Travel aus Berlin – uns vehement davon abgeraten und dafür sind wir im nachhinein recht dankbar. Er verglich die Atmosphäre eher mit der eines gehobenen Hauptbahnhofs als mit der eines Luxushotels und … nun, er sollte recht behalten.

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Die Eingangshalle ist zwar sehr liebevoll gestaltet, allerdings fehlt jedwede Spur von Exklusivität, die ich in einem Hotel dieser Preisklasse – auch direkt am Strip – einfach erwarte. In der Lobby stapeln sich hunderte von Touristen, so dass die Gäste des Hauses in der Masse völlig untergehen. Wir sind sehr froh (nicht nur aus diesem Grund) dass wir uns für das Mandarin entschieden haben.

Um die Lobby des Bellagio herum gibt es eine Art kleinen Themenpark mit netten Skulpturen, Kunstwerken und anderen optischen Reizen – der ist sehr ansehnlich, zieht aber halt auch entsprechende Touristenmassen an.

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… ein bisschen wie im Märchenwald …

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Direkt gegenüber vom Checkin-Schalter in der Lobby liegt, wie sollte es anders sein, der Eingang zum Casino, in das die Lobby nahtlos übergeht.

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Das Casino des Bellagio ist riesig. Entsprechend tummeln sich hier tausende Menschen jedweder Nationalität, sozialer Schicht und Einkommensniveau. Vom Penner bis zum High Roller ist hier alles vertreten.

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Zocken kann man die durchaus üblichen Sachen wie Roulette, Automaten oder Blackjack. Letzteres ist mit 15$ Mindesteinsatz je Hand allerdings doch eine recht gewagte Nummer und doch zu sehr vom Glück abhängig, deswegen haben wir die Tables auch links liegen lassen.

Ein anderes großes Thema hier sind Wetten in allen Variationen. Es gibt einen großen Bereich mit vielen Monitoren an dem man Wetten auf etwa Formel-1 Rennen oder Boxkämpfe platzieren kann.

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An riesigen Anzeigetafeln kann man dann Quoten und Ergebnisse ablesen:

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Letztlich wäre noch das gute alte Texas Hold Em No Limit … da es dort allerdings auch eine ziemlich lange Warteliste gab und wir nach der langen Fahrt nicht mehr die Energie hatten uns die halbe Nacht am Pokertisch … bzw. im Warteraum um die Ohren zu schlagen, haben wir dann die 5 Schritte zurück ins Hotel gemacht und uns in den wolkengleichen Betten schlafen gelegt :).

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