Sommertour 2015Roadtrips

Tag 12: Kleines Venedig und große Trüffel – die Schätze Istriens

von Robert 5. Oktober 2015 0 Kommentare

Gelungener Start in den Tag

Da sind wir also mal wieder woanders aufgewacht als in Dalmatien. Im Casa Alice wurde extra bis kurz vor 12 das Frühstück für uns bereitgehalten, und der Besitzer freute sich sichtlich, dass wir das freundliche Angebot wahrgenommen haben. Mit Obst und Kuchen aus familiärer Produktion und allem, was man sonst so braucht, startete der Tag super.

Insbesondere der Krug für uns frisch gepressten O-Safts hat den Aufenthalt nochmals schön abgerundet. Beim Frühstück trafen wir auch den Wirt vom Bosket wieder, dem Restaurant, das uns am Abend zuvor bravourös verköstigt hatte – das dürfte die Empfehlung erklären ;).

Kleiner Rundgang durch Rovinj

Auch wenn wir am Tag zuvor leider nicht auf unsere Trüffel-Kosten gekommen waren, so bietet die Gegend hier an der istrischen Küste dennoch die ein oder andere Schönheit. Eine davon ist die Altstadt von Rovinj, dem Ort, in dem wir uns aufhielten. Diese ist direkt am Wasser auf einer kleinen Insel gebaut.

Das ist einer der Gründe, warum die Stadt auch hier und da als „das kleine Venedig“ bezeichnet wird. Ich für meinen Teil kann diesbezüglih nichts über die Authentizität sagen, da ich zwar gerne in Italien bin, es aber noch nicht nach Venedig geschafft habe. Wir schlendern zunächst über den Marktplatz, wo bereits auffällig viele Trüffelprodukte angeboten werden, so falsch können wir also nicht sein.

Marktplatz von Rovinj

Wir arbeiten uns weiter ins Stadtinnere vor, das in erster Linie aus kleinen, niedlichen Gassen besteht, wie sie im Süden so häufig anzutreffen sind. Der Zustand der Häuser ist zwar recht gepflegt, aber dennoch sehr alt – was der ganzen Stadt eine gewisse Patina und damit besonderen Charme verleiht.

Gasse in der Altstadt von Rovinj

Das sonstige Stadtbild gleicht zumeist dem, was man in süd-/osteuropäischen Küstenstädten kennt und erwartet. In erster Linie wird man zum Bummeln, Schauen und Staunen animiert – und natürlich zum Einkaufen. Neben den üblichen Souvenirs treffen wir auch auf zeitgenössische Kunstwerke :D.

Rageface Tassen als Souvenir in Rovinj

Außerdem laden natürlich etliche Cafés und Restaurants dazu ein, die (ganz hervorragende!) istrische Küche zu erkunden und zu genießen. Vor dem, hier recht rauen, Panorama der Adriaküste schmecken Fisch, Käse und Schinken natürlich gleich nochmal besser – selbst bei mäßigem Wetter wie unserem gestern.

Restaurants in Rovinj

Insofern ist Rovinj also zwar schick, aber nichts wirklich Außergewöhnliches. Was die Stadt aber auszeichnet, ist, dass sie für ihre verhältnismäßig überschaubre Größe (ca. 14.000 Einwohner) einen überproportional großen Hafen besitzt und die schiere Masse an kleineren Booten und größeren Schiffen einen förmlich erschlägt.

Hafen von Rovinj

Der andere spannende Aspekt ist die Kathedrale, die hoch oben, bei dem Wetter leicht bedrohlich, auf dem Berg über der Stadt tront – man spürt fast den wachsamen Blick Sauro…ähh der Kirche ;).

Kathedrale von Rovinj

Neben diesen beiden spannenden Aspekten der Stadt, besticht sie eher durch die kleinen Details. Die liebevoll eingerichteten Läden und Atelies, die einladenden Pubs und die ein oder andere Niedlichkeit am Wegesrand, die man genießen kann. Oder könnte, wenn man sich nicht teilweise durch Busladungen von Renternertouris kämpfen müsste …

Mit diesen vielfältigen Eindrücken und vom Regen etwas nass, begeben wir uns wieder Richtung Auto – denn wir haben ja noch eine Mission zu erfüllen!

International Gourmet Expo in Livade

Eine reichliche halbe Stunde Fahrt von Rovinj entfernt liegt Livade – ein kleines Dorf, mitten in der istrischen Pampa, mit eigentlich wenig Sehenswertem, wäre da nicht ein delikater kleiner Pilz namens Trüffel, der hier hervorragend wächst und gedeiht. Rund um das Gewächs hat sich hier eine kleine Industrie gebildet, die einmal im Jahr – zwischen Ende September und Anfang November – die „International Gourmet Expo“, auch bekannt als „Truffle Days“, ausrichtet.

Zigante Truffel Days

Für gutes Essen nehmen wir natürlich gerne den kleinen Umweg auf uns, natürlich aus rein dokumentarischen Zwecken und Recherchegründen, versteht sich, da meine Freundin den bekannten und beliebten kleinen Foodblog Sugar & Spice betreibt ;). Die Expo findet in einem großen, exklusiven Zelt neben dem Restaurant Zigante, das auch der Veranstalter ist, statt.

Zigante Truffen Days Istria

An Dutzenden kleinen Ständen kann man sich zunächst über Trüffelprodukte aus der Region informieren. Es gibt Trüffelwurst, -käse, -pasta, -öle, -cremes … quasi, alles was die Gourmetküche so zu bieten hat, mit Trüffeln verfeinert. Dazu natürlich passende istrische und überregionale Weine.

Oh mein Gott … man wird buchstäblich nicht fertig, sich mit den kleinen Zahnstochern durch die Unmengen an Gaumenfreuden zu probieren und sich über Geschmack und Qualität zu freuen. Wenn man die gehobene Küche mag, wird man die Gourmet Expo lieben. Dazu gibt es „Show Cooking“, wo live Trüffelspezialitäten zubereitet werden.

Show Cooking auf der International Gourmet Expo in Livade

Auch uns läuft so das Wasser im Mund zusammen, dass Zahnstocher-Portionen den Appetit natürlich nicht mehr stillen. Ein cleveres Konzept der Macher. Wir entscheiden uns für die frische Pasta, garniert mit schwarzen Trüffeln. Diese wird live zubereitet und dann direkt am Platz mit der wertvollen Knolle veredelt. Dazu gibt es einen vollmundigen Teran Rotwein. Wir haben im Urlaub viel gutes Essen zu uns genommen, aber das hier … uihhh.

Pasta mit schwarzem Trüffel auf der International Gourmet Expo

Neben Trüffelprodukten gibt es natürlich auch die Rohform. Trüffel als solche können hier bei geführten Trüffel-Wanderungen gefunden werden. Veräußert werden sie traditionell auf Auktionen, von denen auch hier einige stattfinden. Beim Kauf bezahlt man für 10g Trüffel gut und gerne schonmal 20 € – und nach oben ist der Preis (je nach Sorte und Qualität) quasi offen.

Schwarze Trüffel auf der Internation Gourmet Expo Livade

Da dies unsere letzte Station in Kroatien darstellt, haben wir uns, quasi notgedrungen ;), auch dazu entschieden, unsere Kuna-Reserven hier aufzubrauchen, um die ein oder andere Trüffelköstlichkeit zuhause zu einem geeigneten Gericht zu verarbeitent. Mit dem Restgeschmack der genialen Pasta im Mund und noch leicht erstaunt, dass ein Event von diesem Kaliber auf einem Feld im Nirgendwo aufgefahren wird, setzen wir unsere Reise fort.

Länderhopping auf der Rückreise

Da wir uns ja bereits auf dem Heimweg befinden, steuern wir inzwischen auch die letzte Station auf unserer Reise an – die slowakische Haupstadt Bratislava. Um dahinzugelangen, müssen wir insgesamt vier Länder bereisen. Kroatien, Slowenien, Österreich und eben die Slowakei.

Die Strecke ist mit knapp 650km in Südosteuropa zwar nicht unschaffbar, aber dennoch fordernd. Kurz vor Mitternach kommen wir in unserem Hotel, dem „Loft“ im, auf den ersten Blick sehr schicken, Bratislava an und fallen relativ zügig ins King Size Bett. Jetzt geht es raus in die City, mal schauen ob die Stadt das hält, was sie auf den ersten Blick verspricht.

Do videnia!

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