Sommertour 2015Roadtrips

Tag 8: Dubrovnik – das große Staunen

von Robert 1. Oktober 2015 0 Kommentare

Aus der EU … in die EU – die Anreise

Von unserem kleinen Feriendominzil Drvenik aus sind es ca. 125km an der beeindruckenden Adriaküste entlang bis nach Dubrovnik. Eigentlich relativ unspektakulär, wäre da nicht ein kleiner Küstenstreifen, der sogenannte Neum-Korridor, benannt nach dem hier gelegenen Küstenort.

Neum ist der einzige Küstenort des Vielvölkerstaates Bosnien und Herzegowina und trennt die beiden Teile Kroatiens physisch voneinander. Dubrovnik ist folglich eine Exklave und um die „Perle der Adria“ zu erreichen, muss man über Bosnien bzw., genauer gesagt, Herzegowina anreisen. Da es sich gleichzeitig um Außengrenzen der Europäischen Union handelt, ist in jedem Fall mit Grenz- und Zollkontrollen zu rechnen.

So ist das jedenfall in der Theorie … in der Praxis lief die Einreise in den Balkanstaat so ab, dass uns ein eher gelangweilter, junger Grenzer kurz in Augenschein nahm und mit einer eher teilnahmslosen Handbewegung die Einreise ins Landesinnere gewährte. Dokumente oder gar Kontrollen spielen auf dem Hinweg keine Rolle (auf dem Rückweg war es mit dem Vorzeigen der Ausweise getan).

Ansonsten ist die Anreise besonders für den Beifahrer lohnend, der der Adria wunderschön dabei zuschauen kann, wie sie langsam ins offene Mittelmeer übergeht. Die Straße ist für den Fahrer zwar auch eine Pracht, da es sich bei der D8 aber um die einzige nennenswerte Straße im Umkreis handelt (ähnlich wie in die andere Richtung nach Split), ist der Verkehr meist so dicht, dass von Fahrfreude wenig die Rede sein kann.

Was für eine Stadt …

Nach dem Zurücklegen der Strecke präsentiert sich Dubrovnik von Anfang an malerisch. Im Gegensatz zu Split wird man hier nicht von halb verfallenen Hochhaussiedlungen begrüßt, sondern auch im äußeren Stadtgebiet von mediterranem Flair, Palmen und gut gepflegter Infrastruktur. Der erste Eindruck überzeugt und entspricht den hohen Erwartungen.

Vorstadt von Dubrovnik

Allerdings, und das bringt die Schönheit natürlich so mit sich, fallen auch zwei Dinge negativ auf: Zum einen ist die Stadt ziemlich überlaufen (und das Anfang Oktober …) und zum anderen ist das Preisniveau hier deutlich höher als andernorts in Kroatien. Allein für 6 Stunden Parken haben wir 240Kn (ca. 30€) bezahlt … stolzer Preis. Zugegeben, unser Parkplatz lag direkt außerhalb der historischen Stadtmauer und war somit spitzenmäßig gelegen. Time ist eben doch Money.

Stadtmauer von Dubrovnik

Aprospos Mauer: Die festungsartige, alte Stadtmauer umschließt die historische Altstadt komplett. Sie kann – und sollte – komplett umlaufen werden. Sie ist ein gutes Mittel, um dem doch recht hektischen Treiben in den schmalen Gassen der Innenstadt ein wenig zu entfliehen und zum anderen die beste Methode, um sich einen Überblick über das Gebiet zu verschaffen und gleichermaßen die schönen Panoramen zu genießen, die sich einem hier bieten!

Panorama Altstadt Dubrovnik

Ja und man muss es sagen … der Anblick der Altstadt von Dubrovnik, mit der dahinter gelegenen Adria und den Elaphiteninseln – womöglich auch noch bei strahlend blauem Himmel und in oranges Sonnenuntergangslicht getaucht – gehört wohl zu den beeindruckendsten Sachen, die man an der Adriaküste sehen kann. Sollte man die Möglichkeit haben, der Stadt einen Besuch abzustatten, so führt daran schlicht kein Weg vorbei.

Nach der Umrundung der Stadtmauer, für die man mindestens eine Stunde einplanen sollte, bleibt natürlich noch die Altstadt an sich zu erkunden. Auf dem alt-ehrwürdigen Pflaster erstrecken sich dutzende, winzige Gässchen, verbunden mit Treppen und noch kleineren Gässchen. Links und rechts finden sich, wie sollte es anders sein, kleine Läden, Boutiquen, und Restaurants en masse … aber alle mit durchgängig ansprechender Qualität.

Für Fernsehfreunde ist die Stadt im übrigen auch eine lohnenswerte Location, denn Dubrovnik zählt zu den Hauptdrehorten der Erfolgsserie Game Of Thrones, die auf den gleichnamigen Buchbänden von George R. R. Martin basiert. Was ansonsten noch auffällt, leider, ist dass auch Dubrovnik im Jugoslawienkrieg heftig umkämpft war und man auch 20 Jahre nach Ende des Krieges noch an manchen Ecken Spuren der Verwüstung, primär durch Angriffe der JNA, erkennt. Auf diesen Umstand wird auch an diversen Stellen unmissverständlich hingewiesen.

Karte der Zerstörung von Dubrovnik

Ansonsten besteht die Hauptbeschäftigung natürlich darin, einfach durch die Gegend zu schlendern, sich vom historischen Flair vereinnahmen zu lassen und die vielfältigen Eindrücke zu genießen, die unweigerlich an jeder Ecke auf einen einströmen.

Hoch hinaus … mit der Seilbahn!

Eine wesentliche Art, Dubrovnik zu erleben, gibt es aber dann doch noch. Auf dem Hügel über der Stadt gibt es eine alte Festungsanlage mit diversen Aussichtspunkten. Verbunden ist diese Location mit der Altstadt über eine Seilbahn. Wenn man die 108 Kn je Person für den Roundtrip entrichtet hat, kann man in der gläsernen Kabine gemütlich die nur wenige Minuten lange Fahrt den Berg hinauf genießen und dabei schon immer mal den grandiosen Ausblick erahnen.

Seilbahn von Dubrovnik

Da die Seilbahn bis 21 Uhr betrieben wird, möchten wir hier dringend anraten, kurz vor oder während des Sonnenuntergangs die Fahrt auf den Berg zu wagen. Zu dieser Stunde ist die Lichtstimmung über der Stadt und den dahinter liegenden Elaphiteninseln schlicht und einfach umwerfend. Ach und selbstverständlich ist es unumgänglich, eine potente Kamera am Start zu haben, denn …

Dubrovnik bei Sonnenuntergang

Nach dem Sonnenuntergang sollte man die Gelegenheit noch nutzen, um die Altstadt von Dubrovnik, die nachts durch Bestrahlung pompös in Szene gesetzt wird, in ihrer Gesamtheit zu genießen. Dies ist aufgrund der Dimensionen nur vom Hügel aus möglich … und man will ja die knapp 15€ pro Nase auskosten – auch wenn soweit oben über dem Meer natürlich eine etwas steife Briese weht. Jacke nicht vergessen!

Altstadt von Dubrovnik bei Nacht

Nach unserem Ausflug in luftige Höhen haben wir uns noch eine kleine Stärkung verdient. An der Adria fällt, abermals, die Wahl nicht schwer – wir beäugen zahlreiche Fischrestaurants und kehren schließlich in das Lokanda Peskarya ein. Da wir uns bei den vielen Spezialitäten direkt aus dem Meer nicht wirklich entscheiden können, tun wir das auch nicht – und entscheiden uns stattdessen für die große Fisch- und Meeresfrüchteplatte für zwei Personen.

Große Meeresfrüchteplatte Lokanda Peskarya Dubrovnik

Nach diesem riesigen Pott, voll mit Muscheln, Garnelen, Fischfilets und Tintenfisch, lehnen wir uns entspannt zurück, trinken das Bier aus und lassen den genialen Tag Revue passieren. Der Besuch in Dubrovnik entschädigt nicht nur für das durchwachsene Split, er wird uns sicher noch lange Zeit als einer der schönsten Urlaubstage seit langem im Gedächtnis bleiben. Ihr seid in Kroatien und habt Dubrovnik nicht auf dem Schirm? Streicht notfalls den Rest und begebt euch dorthin!

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