Rallye

#OTRARallye2017: Tag 2 – Von Brüssel nach London

von Robert 2. Juli 2017 0 Kommentare

Zurück zum Atomium – Ausgangslage und Vorbereitung

Am Vortag hatte die Anreise der Teilnehmer und der Verlauf von Tag 1 also wie geplant funktioniert. Für den Beginn der zweiten Etappe nach London haben sich alle Teilnehmer zunächst wieder am Atomium in Brüssel versammelt. Es folgte die Auswertung der ersten Etappe seitens der Orgas. Die Ausgangslage war wie folgt: Das Hausteam war zwar zuerst angekommen, hatte aber nur eine Foto-Challenge  gemacht und folglich 8 Punkte. Das Team RM Performance hat mit dem MTM-Audi die VMax-Mottochallenge geholt und liegt punktetechisch mit dem Team Oben Ohne, dass gleich zwei 5er-Challenges abgeräumt hat, mit jeweils 14 Punkten gleichauf auf dem ersten Platz. Mit 7 und 6 Punkten folgten Jung und Fahr(en)lässig sowie Sind wir schon da?.

Noch war also alles offen. Um den Teams die Möglichkeit zu geben, das Feld schön durcheinanderzuwirbeln, war der nächste wichtige Schritt die Ziehung der Fotochallenges. Wie vor Beginn einer jeden Etappe ziehen wir  so viele Fotochallenges, wie wir Teams haben – diesmal insgesamt 6 Stück:

  • Die „Grafitti-Street“ in Gent, Belgien (3 Punkte)
  • Der „Brands Hatch GP Circuit“, England (3 Punkte)
  • Der „Donkey-Port“ in Brügge, Belgien (3 Punkte)
  • Die „Centraal Station“ in Antwerpen, Belgien (4 Punkte)
  • Das Tomorrowland-Festivalgelände in Boom, Belgien (4 Punkte)
  • Das Atomkraftwerk van Doel, Belgien (5 Punkte)

Spannend! Fast alle Challenges befinden sich auf dem europäischen Festland. Hier stellt sich natürlich in erster Linie die Frage: Wie – und vor allem wann – kommen die einzelnen Teams über den Ärmelkanal nach England? Riskiert man für Challenges seine Fähre oder den Zug zu verpassen und so ggf. erhebliche Mehrkosten und viele Strafpunkte für Verspätung zu kassieren? Unter anderem genau diese Frage debattierend, ziehen sich die Teams nach der Vorstellung der Etappe zur Vorbereitung und internen Planung zurück.

Eine weiterer spannender Punkt dürfte dabei sein: Wie realisiert man die Mottochallenge „Rechts vor Links?“ schnellstmöglich. Gemäß den Gewohnheiten unseres heutigen Gastlandes, des Vereinigten Königreichs, wollen wir auch (zumindest kurz) den Fahrzeugstil anpassen – das erste Team, welches nachweislich einen Rechtslenker im öffentlichen Linksverkehr bewegt, gewinnt 8 Punkte. Taxifahrer bestechen? Einheimischen bequatschen? Umweg zur Autovermietung einplanen? Die Möglichkeiten sind vielfältig, aber alle nicht einfach. Kurz vor 11 geht es dann für die Teams an den Start, den die Orgas auch pünktlich um 11 freigeben. Here we go again!

Punktehatz auf dem Festland oder sicher auf die Insel?

Das ist hier die Frage! Welches Team traut sich welchen Umweg für welche Challenge in Kauf zu nehmen? Ein Umweg bei der Rallye ist nicht nur Zeitverlust, sondern gleichzeitig auch ein höheres Risiko. Es können unerwartete Baustellen, Staus oder Umleitungen auftreten – insgesamt eher ungünstig, wenn man die Fähre nicht verpassen darf. Außerdem bringt die meisten Punkte ja ohnehin die Mottochallenge … also am besten so schnell wie’s geht rüber auf die Insel und einen Rechtslenker beschaffen?! „Jawoll“, denken sich die meisten Teams, darunter auch das Hausteam, und nehmen direkten Kurs auf Calais bzw. Coquelles in Frankreich, wo die Fähre bzw. der Zug nach England übersetzen. Im Regelfall hatten die Teilnehmer während der Vorbereitung bereits ein Verkehrsmittel gebucht und das ist meist auch zeitgebunden. Die meisten Teams? Nun, ein Team sticht an diesem Tag in der Tat besonders hervor.

Nicht einmal eine halbe Stunde nach dem Start, um 11:29 Uhr, legt das Team RM-Performance mit dem Tomorrowland-Gelände vor, kassiert die ersten 4 Punkte und übernimmt somit direkt die Gesamtführung. Das ist das erste Signal an die anderen Teams, dass die Strategie, möglichst schnell nach England zu kommen, sie teuer zu stehen kommen könnte. Dieser Verdacht verfestigt sich, nachdem die RM-Jungs keine halbe Stunde später die nächsten 4 Punkte raushauen und sich von der Centraal Station Antwerpen melden.

Spätestens jetzt wird es für die anderen Teams ungemütlich. Keine Stunde nach Start der Etappe haben Michi und Rico schon 8 Etappen-Punkte sicher – genau so viel, wie es für die vermeintlich ausschlaggebende Mottochallenge gutgeschrieben gibt. Allerdings ist es jetzt auch fast zu spät, die Strategie umzuplanen, da dies vermutlich mit hohen Kosten für neue Ärmelkanalquerungspläne verbunden wäre. Aber wissen das auch Michi und Rico und grasen sie weiter die Festland-Challenges ab oder belassen sie es bei den beiden und versuchen noch auf die Mottochallenge zu gehen?

Die Antwort auf diese doch sehr spannende Frage kommt mit äußerster Klarheit nur wieder eine reichliche halbe Stunde später. RM Performance meldet sich vom Atomkraftwerk van Doel und bekommt weitere 5 Punkte gutgeschrieben. Insbesondere da die Sicherheitsvorkehrungen an Atomkraftwerken besonders hoch sind, war dies eine hochriskante Entscheidung. Das Ergebnis – die klare Punkteführung für diesen Tag – rechtfertigt den Mut allerdings klar. Nach einer kurzen Ruhephase schafft das Team im MTM Audi weiter Fakten und brennt die letzten beiden Teile ihres Challenge-Feuerwerks ab: 13:46 geht auch die Grafitti-Street an Michi und Rico und 14:27 Uhr die letzte Festlandchallenge, der Donkey Port in Brügge – beide mit je 3 Punkten.

Im Benz von den Drei Beiden, der gerade in dem Moment im Begriff ist, auf den Zug durch den Channel-Tunnel zu rollen (und wohl auch nicht nur da) wird ungläubig nur eine Frage laut: WAS ZUM GEIER WAR DAS?!? Wahnsinn! Noch bevor das erste Team überhaupt das Festland richtig verlassen hat, hat ein einziges Team ALLE bis dato möglichen Challenges erfüllt und innerhalb von nicht einmal 4 Stunden sagenhafte 19 Punkte abgeräumt! Das ist einmalig in der bisherigen Rallyegeschichte. Gleichwohl konnte man den anderen Teams den Führungsanspruch durch den deutlich ausgebauten Vorsprung signalisieren.

Links geht’s weiter – doch für wen zuerst rechts?!

Schock beim Hausteam. Fuck – das Erfüllen der Mottochallenge ist jetzt kein „Na wäre schon besser“ mehr, sondern eine absolute Notwendigkeit, um für die Gesamtrallye noch eine halbwegs realistische Chance zu haben. Ein Blick auf die Lage aus der Sicht von Robert und Gregor: Der Zug braucht nur rund 35 Minuten bis nach England, die Fähre hingegen knapp 2 Stunden. „Jung und fahr(en)lässig“ sowie „Sind wir schon da?“ hatten im Vorfeld angedeutet, wohl nicht den Zug nehmen zu wollen, diese Teams sollten also erst einmal keine Gefahr darstellen. Auch RM Performance hat zwar Punkte im Überfluss, aber genau deswegen sind sie wohl sicher nicht die Ersten in Großbritannien.

Aber was macht Oben Ohne?! Sind sie schon auf der Insel oder sogar im selben Zug? Und vor allem: Wie kommen Robert und Gregor an einen Rechtslenker?! Der erste Versuch, einen Mietwagen direkt am Ankunftsort des Zuges, Folkstone, zu beschaffen, schlägt leider aufgrund der feiertagsbedingten, hohen Auslastung fehl. Dies trifft auch auf die nächstgelegenen beiden Sixt-Stationen auf dem Weg nach London zu. Eine Alternative gibt es noch – aber sie ist hochriskant. Die Europcar-Station in Dover. Diese ist zwar nur 20 Minuten entfernt und so gesehen die nächstbeste Variante. Aber 20 Minuten in die völlig falsche Richtung! Die Zugfahrt nähert sich dem Ende … was nun?

Die Drei Beiden wissen genau, dass es ohne die Mottochallenge nicht geht und setzen alles auf eine Karte – Dover! Noch im Zug wird schnell eine Reservierung eingespielt. Doch zunächst steht eine ganz andere Herausforderung auf dem Programm: Für alle Mercedes-Insassen ist es das erste Mal in England und für Robert, der am Steuer sitzt, somit auch das erste Mal im Linksverkehr. Mit großen Augen und gaaaanz gemächlich wird losgerollt. Besonders das „falschherum“ Fahren um den Kreisverkehr sowie das Auffahren auf die „Autobahn“ in die „falsche“ Richtung sind Momente, die sich extrem komisch anfühlen, aber auch sehr spannend sind. Momente, die man so schnell nicht vergessen wird ;).

Nach ca. 25 Minuten und ein paar kleinen Umwegen aufgrund der Orientierungsanpassung kommen Gregor und Robert bei Europcar in Dover an und hechten in die Station – noch ist völlige Ruhe auf Facebook und die Challenge ist im RMS verfügbar .Die britisch-charmante Dame hinter dem Counter empfängt uns und bedauert, dass das von uns gebuchte Fahrzeug erst in 2 Stunden verfügbar sei. Schließlich sei Feiertag und unsere Reservierung wäre ja sehr kurzfristig.

Ich biete ein Upsell an, wenn ich nur SOFORT irgendein Fahrzeug bekommen kann. Für 12 GBP werden wir uns handelseinig. Noch immer nichts auf Facebook … ca. 5 Minuten braucht die Dame, um die Verträge fertig zu machen … Schlüssel für einen Rechtslenker-Skoda und die Kredikarte liegen auf dem Tisch, die Challenge kann also in einer Minute erfüllt werden! Doch dann der Schock: GENAU in dem Moment, als die Dame die Kreditkarte in die Hand nimmt („I’m sorry, would you please hold on …“) erscheint Maik auf Facebook. Im Rechtslenker.

Und genau DAS ist der Rallyemoment des Tages. 2 Minuten – eine falsche Abbiegung, eine Ampelphase, eine falsche Spur – haben hier über Sieg oder Niederlage entschieden. Das Hausteam hat alles auf eine Karte gesetzt und so knapp wie nur möglich verloren. Damit ist natürlich auch klar, dass Oben Ohne vorne ist und natürlich auch noch den Brands Hatch GP Circuit mit seinen 3 Punkten holt. Insgesamt gehen also 11 Challenge-Punkte an Oben Ohne und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der erste Platz in Sachen Zielankunft. Für das Hausteam bleibt nur noch, sich geschlagen zu geben und zu versuchen, den zweiten Platz auf der Etappe heimzufahren – ohne jeden Challengepunkt. Damn.

Endspurt nach London – auf der Suche nach dem Traitor’s Gate

Somit waren die Fakten für den Tag auch für alle anderen Teams klar. Sämtliche Challenges waren abgeräumt – zum ersten Mal überhaupt bei einer Rallye-Etappe – und auch die Mottochallenge war vergeben. Es ging also nur noch darum, sich so schnell wie möglich am Zielpunkt einzufinden. Dieser war von den Orgas taktisch spannend, aber auch etwas gemein gewählt. Das Ziel ist das Traitor’s Gate – eine historische Festungsanlage, neben der Tower Bridge gelegen. Apropos Orgas. Thomas und Uwe waren in der Tat die ersten auf der Insel. Mit dem Schnellzug durch den Eurotunnel sind die beiden schon gegen 15 Uhr und damit Stunden vor den Teilnehmern in London angekommen.

Der Weg dorthin führte über die anderen über die Autobahn, oder jedenfalls das, was die Briten als solche bezeichnen. Im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Ländern (Tschechien nehmen wir mal aus) ist die Schnellstraße in keinem guten Zustand. Das äußert sich zum einen durch den teils fragwürdigen Belag und zum anderen in der Tatsache, dass eine unverhältnismäßig hohe Menge von Fahrzeugteilen und Müll am Fahrbahnrand liegt. Leider liegt er nicht manchmal nur da … die Autobahn-Experience des Hausteams gipfelte auf halbem Weg nach London darin, dass aus heiterem Himmel auf der rechten (also der „schnellen“ Spur) die Frontschürze eines 3er BMWs durch die Luft geflogen kam und Robert mit Mühe und Not einen Frontalzusammenprall mit der Windschutzscheibe zu einem Streifer vermindern konnte, der augenscheinlich keinen größeren Schaden am Benz hinterlassen hat. Die Teams auf der Fähre (Jung und fahr(en)lässig sowie Sind wir schon da?) sowie Team RM Performance sind nun mit der Fähre auf der Insel und ebenfalls auf dem direkten Weg nach London.

Wenig verwunderlich ist es, dass Maik und Maria als erste ankommen – nämlich 16:50 MEZ, knapp 6 Stunden nach dem Start.

Robert und Gregor sollten ja nicht sooo weiter hinter den beiden sein – vielleicht 30 Minuten? Und in der Tat kommt die Einreichung von Robert am Steuer des Benz, klar ersichtlich auf der Tower Bridge, rund 36 Minuten später im RMS an. Doch was ist das? Es folgt die Ablehnung der Orgas, verbunden mit der telefonischen Nachricht: Das Traitors Gate liegt zwar optisch genau neben der Tower Bridge, ist aber 120 Meter von der Straße entfernt und die Etappe kann somit NICHT aus dem Auto heraus abgeschlossen werden.

Na super. Also sollte das nächste Parkhaus angesteuert werden. Leider gestaltet sich dies als deutlich schwieriger als zunächst anzunehmen. Zum einen liegt dies an der Straßenführung in der Londoner City. Es gibt viele Einbahnstraßen, rechts abbiegen ist so gut wie nie erlaubt und auch so aufgrund der Mehrspurigkeit und den Fahrradfahrern kaum möglich. Wenn man sich einmal verfahren hat, kann man nicht mal eben wenden, sondern muss Umwege von 2-3 km gut und gerne mal in Kauf nehmen. Das Problem ist außerdem noch der Verkehr selbst. In der City ist es jetzt ca. 17 Uhr Ortszeit an einem Freitagabend … Berufsverkehr par Excellence. Dass es mit Schrittgeschwindigkeit vorangeht, ist stellenweise noch geschmeichelt.

Für die Überquerung der, dem zumindest mal fragwürdigen Mercedes-Navi sei dank, fälschlicherweise befahrenen London Bridge (keine 300m) waren ca. 20 Minuten fällig. Die Polizei hat sich den langsam fließenden Verkehr auch zunutze gemacht und direkt einen Checkpoint eingerichtet. Da sind drei Jungs aus Deutschland in einem dicken Benz natürlich auffällig und sofort waren wir Mode. Aber nach einem netten Plausch und ein paar Späßen durften wir ohne Probleme weiterfahren. So hat es tatsächlich nach der ersten Einreichung, schon so nah am Ziel, noch über eine Stunde gedauert, bis ein Parkhaus gefunden, das Equipment zusammengesammelt und ein Foto von Gregor und Robert am Traitor’s Gate im RMS hochgeladen werden konnte.

Und das war auch höchste Zeit, denn gerade mal 6 Minuten später sind Karol und Janine am Ziel eingetroffen. Das Hausteam hatte also fast den gesamten Zugvorsprung im Londoner Stadtverkehr verdaddelt! Das muss man auch erstmal schaffen =). Nochmal eine reichliche Stunde später, zwischen 20 und 20:30 Uhr MEZ, tauchen auch die Teams RM-Performance sowie schlussendlich „Sind wir schon da?“ am Ziel auf.

Dünnes Bier und viel Fish and Chips – Der Abend in London

Nachdem alle Teams angekommen waren, ging es vor allem um eines: Noch möglichst viele Rallye-Challenges erledigen, denn einige sind ortspezifisch und an den Englandaufenthalt gebunden. Nach der anstrengenden Etappe muss als erstes mal eine Stärkung her. Passend dazu war die diesjährige „Lokale Küche“-Challenge: Gefragt war das britische Nationalgericht Fish & Chips. Von der Billigvariante für 3 GBP am Kiosk an der Ecke bis hin zur avantgardistischen Interpretation für 15 GBP kann man den frittierten Fisch mit Pommes in fast allen erdenklichen Varianten genießen – und das tun die Teams auch. Bis auf RM-Performance streichen alle diesen Punkt ein.

Ebenfalls landestypisch sind die roten Telefonzellen. Aus einer solchen müssen die Teams für die „Telefoniere nach Hause“-Challenge jemanden auf dem Festland anrufen und das entsprechend dokumentieren. Auch das gestaltet sich nicht so einfach, wie man zunächst denkt. Zum einen funktionieren viele Telefone nicht richtig, wie z.B. Maik nach einem länglichen Telefonat mit der Supporthotline erfahren musste, und zum anderen werden sie scheinbar eher für andere Zwecke als zum Telefonieren gebraucht … so lässt es zumindest die Geruchsbelastung vermuten. Dennoch lösen Oben Ohne, RM Performance und das Hausteam diese Challenge erfolgreich und bekommen je einen Punkt extra.

Die letzte Gelegenheit dürfte es an diesem Abend außerdem für den berüchtigten „Balls of Steel“-Award geben. Bei diesem geht es 2017 darum, einen beliebigen Passanten für mindestens 2 Kilometer mitzunehmen. Man muss also in einem fremden Land in einer fremden Sprache eine fremde Person davon überzeugen, zu einem wiederum ihm Wildfremden ins Auto zu steigen. Und das, obwohl Mutti einem doch immer eingetrichtert hat: „Steig nie zu Leuten ins Auto, die du nicht kennst!“. Einige Teams haben dies versucht, aber erfolgreich war keines.

Die Bemühungen des Hausteams liefen so ab, dass Robert nach dem Check-In ins Double Tree London ein paar junge Engländer, die vor dem Hotel gefeiert haben, angesprochen hat. Dabei wurden die drei sofort als Deutsche identifiziert und man ist ins Gespräch gekommen, besonders mit einem Briten um die 30 namens James. James hatte offenbar schon mehr als zwei Lager getrunken und hat sich die Sache mit der Rallye und den Challenges und dem Balls of Steel Award sehr interessiert angehört. Auch ein Mädel aus der Gruppe wollte die Gelegenheit nutzen und sich von uns zum Bahnhof chauffieren lassen – was wir natürlich gern getan hätten. Die beiden waren sogar schon auf dem Weg zum Benz, den wir gerade für die Fahrt hergerichtet hatten, als ein weiteres, leider noch recht nüchternes Mädel aus der Gruppe auftauchte und meinte „OMG, are you crazy?! You are ABSOLUTELY NOT getting into this car with some strangers, this is TOTALLY OFF guys!!“. Damit war das leider dann auch erledigt :D.

Bei den anderen Teams lief es wohl nicht besser … daher wurde der restliche Abend ein Bisschen Sight Seeing und die ein oder andere Erfrischung genutzt :D.

Doppelspitze und dann lange nichts – Die Auswertung

Die letzte Aktion des Tages ist meist der Blick auf die Punktelage und damit verbunden die Diskussion der Implikationen für die Strategie der nächsten Etappe … tun wir genau das und werfen einen Blick auf die Punkte:

Fotochallenges Punkte Oben Ohne RM Performance Sind wir schon da? Jung und fahr(en)lässig Die Drei Beiden
Graffiti-Street 3 3
Brands Hatch GP Circuit 3 3
Donkey Port 3 3
Centraal Station 4 4
Tomorrowland 4 4
Atomkraftwerk van Doel 5 5
Als erstes Team ankommen 3 3
Als zweites Team ankommen 2 2
Als drittes Team ankommen 1 1
Als sparsamstes Team ankommen 3 3
Als zweitsparsamstes Team ankommen 2 2
Als drittsparsamstes Team ankommen 1 1
Vor der Zielzeit ankommen 1
Strafe bei Verspätung -1 -1 -4 -4 -3 -3
Höchste Durchschnittsgeschwindigkeit 1 1
Höchste Höchstgeschwindigkeit 1 1
Kürzeste Strecke 1 1
Motto: Rechts vor Links 8 8
Summe   17 16 -4 1 0

Ufff … so ein eindeutiges Bild hat es bis jetzt bei einer Rallye noch nicht gegeben. Oben Ohne gewinnt denkbar knapp mit 17 Punkten die zweite Tagesetappe. Grund dafür ist ganz klar der extrem knappe Sieg bei der punkteträchtigen Mottochallenge vor den Drei Beiden, die die Challenge vermutlich sprichwörtlich eine Minute später im Sack gehabt hätten. Dazu kommen natürlich die 3 Punkte vom Brands Hatch Ciruit sowie der erste Platz in Kombination mit dem zweiten Platz beim Spritsparen. Maik und Maria haben hier eine äußerst solide Gesamtleistung abgeliefert – Erfahrung ist bei so einem komplexen Projekt wie der Rallye eben nicht zu unterschätzen.

Mit nur einem Punkt Abstand folgen Michi und Rico. Die beiden haben zwar eine einmalige und phänomenale Challenge-Serie umgesetzt, dafür aber auch recht viel Zeit investiert und bei den Fahrleistungen lediglich den einen Punkt bei der höchsten Höchstgeschwindigkeit abgestaubt. Folglich wurden von den insgesamt 20 Etappenpunkten 4 für Verspätung abgezogen – es bleiben aber immer noch beachtliche 16 Punkte stehen, die das Team insgesamt gerade einen Punkt hinter Oben Ohne in der Gesamtwertung einreihen – es bleibt brandgefährlich auf den vorderen Plätzen.

Klare Sache also – die ersten beiden Teams haben den Dreh raus – aber was um Himmels Willen war nur mit dem Rest? Auf dem dritten Platz kommt mit gerade noch einem Punkt das Team von Karol und Janine. Spritspartechnisch sind sie im 320d natürlich vorne und auch für den dritten Platz gibt es noch einen Punkt. Challengeversuche sind leider schief gegangen an dem Tag und die Fähre hat auch viel Zeit gekostet, so dass hier wieder 3 Punkte abgezogen werden müssen. Noch trauriger sieht es beim Hausteam aus – das (zum ersten Mal überhaupt) nicht einen einzigen Punkt auf einer Etappe einfährt. Nachdem die Motto-Strategie jäh in sich zusammengefallen war, blieb nur noch, mit Fahrleistungen zu punkten, die von der Verspätung durch den Londoner Stadtverkehr aber wieder komplett aufgefressen wurden – das war wohl nix!

Aber schlimmer geht immer :D. Das Team „Sind wir schon da?“ war genau dies lange nicht und hatte darüber hinaus bei den Fotochallenges großes Pech. Trotz diverse Anläufe war RM Performance immer einen kleinen Schritt voraus, so dass einige Punkte direkt vor der Nase weggeschnappt wurden. Des einen Glück ist des anderen Leid, eh? Mit Fahrleistungen kann das Team aufgrund des großen Motors, der auf der Fähre nicht schneller ist, aber trotzdem sonst relativ verbrauchsintensiv, keinen Blumentopf gewinnen. 4 Minuspunkte Zeitstrafe tun ihr Übriges und so landen Micha und Moritz auf dem letzten Platz mit -4 Punkten, gerade einem Punkt vom schlechtestmöglichen Ergebnis entfernt. Wahnsinn, was alles so schief gehen kann.

Folglich wurde die Doppelspitze von Oben Ohne und RM Performance nach Etappe 2 ausgebaut. Mit solidem Punktevorsprung gehen die beiden Teams in Etappe 3. Aber können sie den Rallyesieg unter sich ausmachen, oder macht ihnen doch noch eines der anderen drei Teams einen Strich durch die Rechnung? Das lest ihr im nächsten Artikel zur finalen Etappe nach Paris! 

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