Rallye

#OTRARallye2017: Tag 3 – Von London nach Paris

von Robert 16. Juli 2017 0 Kommentare

Doppelspitze gegen den Rest des Feldes – Ausgangslage

Ahhh der letzte Tag der Rallye. Er ist immer von einer etwas eigenwilligen Atmosphäre geprägt. Alle haben schon zwei anstrengende Etappen und vor allem zwei kurze Nächte hinter sich. Gleichermaßen geht es jetzt um alles – die letzte Chance, noch etwas an der Platzierung zu drehen. Außerdem gibt es da ja noch die berühmten Rallye-Challenges. Die kleinen Nebenaufgaben sind alle für sich genommen nicht viel wert, können aber zum einen in der Masse schon einen Unterschied machen und zum anderen ist es auch oftmals punktemäßig sehr eng – man erinnere sich an die Rallye 2014, die unentschieden ausgegangen ist, weil keines der Teams die deswegen berüchtigte Litschi-Bionade besorgt hatte! Nur bis zum Eintreffen des letzten Teams am Ziel, de facto also letztlich nur vor Start von Etappe 3, hat man die Gelegenheit, etwa Geschenke auszutauschen oder lokale Spezialitäten zu genießen.

Werfen wir nochmal einen kurzen Blick auf die Punkte aus den beiden Vortagen und damit auf die Ausgangslage für das Finale. Wenn man die Rallyechallenges außen vor lässt, liegt „Oben Ohne“ mit 31 Punkten hauchdünn vor „RM Performance“ mit 30 in Führung. Danach folgen das Team „Jung und fahr(en)lässig“ sowie das Hausteam „Die Drei Beiden“ nach einem erheblichen Respektsabstand mit jeweils 8 Punkten. Das Schlusslicht bildet „Sind wir schon da?“ mit 2 Punkten. Die Lager sind also in sich relativ geschlossen. Den Sieg werden Maik und Maria wohl mit Rico und Michi ausmachen – über 20 Punkte Rückstand aufzuholen und noch vorbeizuziehen dürfte für den Rest des Feldes nicht machbar sein.

Allerdings ist der Kampf um den ersten Platz natürlich spannender als je zuvor! Auch die Vergabe der Plätze 3-5 ist alles andere als sicher und keines der Teams will sich natürlich mit dem letzten Platz zufrieden geben. Folglich ist überall ein harter Schlagabtausch zu erwarten! Nach einem, in den meisten Fällen wohl eher als fragwürdig zu bezeichnenden, britischen Frühstück haben sich die Teams zum Traitor’s Gate aufgemacht – denn da findet die Vorbereitung für Etappe 3 statt.

Im Schatten der Tower Bridge – Vorbereitung & Start

Nachdem London die Rallye-Teilnehmer am Vortag mit Jahrhundertwetter empfangen hat, zeigt England an diesem Samstag sein wahres Gesicht. Ein dunkelgrauer Schleier hängt über der Stadt, der sich jederzeit in Regen zu ergießen droht oder aber der Sonne weichen mag – man weiß es nicht. Wir versammeln uns direkt unter der Tower Bridge, die im düsteren Licht eine eindrucksvolle Kulisse abgiebt. Einige Teilnehmer, darunter auch das Hausteam, kommen leider ein paar Minuten verspätet an – nicht zuletzt aufgrund der großen Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt wie z.B. Bombenscreenings in Parkhäusern.

Die Zeit vor der offiziellen Vorstellung wird auch genutzt, um noch letzte Rallye-Challenges zu absolvieren. Fish & Chips dürften in Paris wohl kaum zu kriegen sein und auch ein Geschenk zu besorgen und zu überreichen wird im Zieleinlauftrubel schwierig, aber die die Rallye-Punkte wollen trotzdem möglichst von allen mitgenommen werden.

Anschließend geht es – inzwischen routiniert – in die Vorstellung der Etappe. Wieder über den Ärmelkanal verlassen wir England und kehren nach Frankreich zurück. Dort geht es durch die Normandie in die Hauptstadt Paris. Die Mottochallenge des Tages lautet „Steady wins the race“ – das Team, das am nächsten an 90 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit kommt, gewinnt die Challenge und bekommt 8 Punkte gutgeschrieben. Aber wie RM-Performance am Vortag eindrucksvoll bewiesen hat, kommt es gar nicht zwingend auf den Gewinn der Mottochallenge an. Wir kommen zur Ziehung der Fotochallenges:

  • Prime Meridian (3 Punkte)
  • Sevenoaks Reserve (3 Punkte)
  • Disneyland Paris (3 Punkte)
  • Schloss Versailles (4 Punkte)
  • Schloss in Hastings (5 Punkte)
  • Kathedrale in Reims (5 Punkte)

Da haben die Losfeen gut gewählt! Die Challenges sind sauber verteilt, sowohl entlang der Route als auch was die Punkte angeht. Die Hälfte liegt noch auf britischem Gebiet, somit ergibt sich eine ähnliche Fragestellung wie am Vortag: Umweg eingehen, dafür aber ggf. Fähre oder Zug verpassen? Oder lieber schnell rüber und dafür die Challenges in Frankreich abgrasen? Da liegt schließlich auch mit 12 der größere Teil der zu vergebenden 23 Fotopunkte.

Leider müssen wir uns vor dem Start bereits vom ersten Team verabschieden – Karol und Janine. Die beiden werden quasi die Etappe noch mitfahren, aber nicht am Zieleinlauf teilnehmen, da sie aus logistischen Gründen schon die Heimreise antreten müssen. Wir hoffen, das Team „Jung und fahr(en)lässig“ hatte bei der Rallye genau soviel Spaß, wie es den Eindruck gemacht hat, und wir würden uns sehr freuen, sie in den kommenden Jahren wieder im Teilnehmerfeld begrüßen zu dürfen!

Der eigentliche Start findet in Ermangelung von öffentlichen Parkplätzen, geschweige denn größeren, befahrbaren Flächen in London im Parkhaus statt. Die letzte Handlung für die Teams war somit, das Parkticket zu bezahlen und der Startfreigabe der Orgas lauschen. Diese erfolgte kurz nach 10 Uhr lokaler Zeit (also 11 Uhr MEZ) und ein letztes Mal für diese Rallye ging es für die Teilnehmer on the road, um Punkte zu machen!

Alles oder nichts auf dem Weg zum Ziel – Der Etappenverlauf

Nach dem Start im Parkhaus war zunächst erstmal wieder Orientierung gefragt – nicht jedes Team hatte das mit dem Linksverkehr schon so komplett verinnerlicht :P. Erschwerend kommt hinzu, dass an dem Wochenende Feiertag in England war und eine erhebliche Reisewelle nach Frankreich rollte. Das bekam man sowohl in der Stadt, als auch auf der Landstraße und der Autobahn zu spüren. Davon lassen sich allerdings zumindest die Jungs von RM Performance nicht irritieren. Sie nehmen für 10km eine halbe Stunde Weg in Kauf, liefern direkt schon wieder eine halbe Stunde nach Start die erste Challenge ab und grüßen aus Greenwich vom Nullmeridian. 3 Punkte für Michi und Rico.

Oha, wieder eine klare Ansage und die Übernahme der Gesamtführung – wie reagieren die anderen Teams, allen voran Maik und Maria? Na, mit der nächsten Challenge natürlich! Eine knappe Stunde später, aber schon 60 km weiter checken die beiden vom Team „Oben Ohne“ am Sevenoaks Reserve – einem Nationalpark bzw. dessen Besucherzentrum – ein. Auch dafür 3 Punkte und damit wieder die hauchdünne Führung.

Die letzte Challenge in Großbritannien ist somit das Schloss in Hastings – für 5 Punkte zwar, aber auch mit einem 1,5-stündigen Umweg verbunden, laut Google Maps und ohne Reisewelle. Letztere betraf auch unmittelbar die Zugfahrer, so sehr sogar, dass die Eurotunnel-Gesellschaft vorab eine SMS schickt, man möge doch bitte pünktlich sein, da sehr viel los ist. Somit wird es unwahrscheinlich, dass noch jemand nach Hastings fährt. Ein weiterer Grund könnte auch die Mottochallenge des heutigen Tages sein – „Steady wins the race.“. Um an die 90km/h im Schnitt zu kommen, sind Umwege mit möglichen Staus usw. tunlichst zu vermeiden.

Also geht es für alle gen Ärmelkanal. Bei der recht langatmigen Suche des Hausteams nach einem Parkplatz, um die knapp zweistündige Wartezeit auf die Abfahrt des Zuges zu überbrücken, haben Robert und Gregor Maik und Maria getroffen, die ebenfalls den Zug nehmen wollten. Leider, leider … und hier ist es schon wieder so eine knappe Geschichte, waren sie trotz Challenge gerade so noch auf den vorhergehenden Zug gekommen, so dass sie ab dem Festland pauschal 30 Minuten Vorsprung haben. Das aufzuholen dürfte für das Hausteam in Frankreich (bei einigermaßen vertretbarer Einhaltung der Geschwindigkeitslimits) nicht machbar sein.

Allerdings zeigt sich auch beim Blick auf die Punkteverteilung, dass das keinen großen Unterschied macht. Die Doppelspitze liegt uneinholbar vorn und die eigentliche Konkurrenz – Karol und Janine – hat vorab das Feld geräumt. Also beschließen Robert und Gregor, eher dem Fahrzeug entsprechend gemächlich die beschaulichen Wunder der Normandie zu genießen. Hey ein Feld – oh und noch eins … und noch drei weitere. Yeaayyy ein paar Bäume :D. So geht es mit 140 langsam aber stetig der Hauptstadt Paris entgegen – und stetig ist ja an diesem Tag besonders gefragt. Hat der Benz vielleicht noch eine Chance auf die Mottochallenge?

Und wie verhält es sich mit dem Rest vom Fest? Das Team „Sind wir schon da?“ verhält sich wieder extrem ruhig. Es ist bis zum Ende der Etappe nicht klar, wann sich Micha und Moritz wo entlang der Route aufhalten. Von RM-Performance hat man nach der ersten Challenge nichts mehr gehört. Es ist davon auszugehen, dass sie einen ähnlichen Zug wie Maik und Maria genommen haben und sich daher grob im selben Zeitfenster für den Zieleinlauf bewegen. So sollte man zumindest meinen.

Die letzten Meter und ein pompöser Empfang – Zieleinlauf

In der Tat ist das nächste Lebenszeichen der Teilnehmer eine Meldung aus Versailles – westlich von Paris und gerade mal noch 20 Kilometer vom Ziel entfernt. Das Team RM Performance holt sich die letzten 4 Punkte, als das Hausteam noch über 2 Stunden von Paris entfernt war … lolwut?!? Ok, das passt ja mal wieder gar nicht ins Bild – wie kann das denn sein? Im Nachgang stellt sich raus, dass es Michi und Rico gelungen ist, „aus Versehen“ einen Zug gefühlte 12 Züge vor ihrem eigentlich gebuchten zu nehmen – ein Zeitvorteil, der für die anderen Teams keinesfalls aufholbar war. Die beiden bewegen sich damit auf der teils sehr dünnen Linie zwischen Ambition und Unsportlichkeit, verlassen sie aber eher in Richtung Ambition. Insofern ist die Versailles-Challenge nur folgerichtig gewesen.

Ebenfalls war es auch kein Wunder, dass das Team RM-Performance den Zeitvorteil in den Etappensieg umwandelt. Michi und Rico sind die ersten auf der Place Vendôme in der französischen Hauptstadt. Aber ist das auch der Rallyesieg? Das wird sich erst nach Eintreffen aller Teams und Ermittlung der Durchschnittsgeschwindigkeiten sagen lassen. Dennoch sorgt das zeitige Eintreffen der Jungs bei den anderen Teams für Verwunderung. RM Performance hingegen wird ein grandioser Empfang bereitet. Denn die Place Vendôme ist nicht nur für sich genommen ein äußerst eleganter Platz, sie ist auch gleichermaßen der Zielort der „Rallye des Princesses“ – einer Oldtimer-Rallye für betuchte Damen :D.

Nach einer dreiviertel Stunde kommen Maik und Maria ins Ziel. Ihren Punkt Vorsprung vom Start haben sie also mit dem zweiten Platz wieder eingebüßt und einige Fotochallengepunkte weniger als RM Performance. Es steht und fällt also mit der Mottochallenge – ggf. sogar mit den Rallyechallenges! Eine knappe halbe Stunde später rollt auch der A6 von Micha und Moritz auf den Platz, nur um wenige Augenblicke vor Robert und Gregor in der E-Klasse da zu sein. Wow, knapp zu unterliegen scheint dieses Mal ein Motto des Hausteams zu sein … Rechtslenker, Autozug, Zieleinlauf … aber so ist das Rallye-Leben =).

Aber nun heißt es erst einmal durchatmen und sich freuen, dass alle wohlbehalten in Paris sind! Die Stimmung ist ausgelassen … die Anspannung der letzten Tage fällt ab, der Glamour der Stadt ist spürbar und die dichten Ereignisse der letzten Tage beginnen so langsam zu sacken. Obwohl noch einiges zu tun war, hatte sich jeder der Teilnehmer diesen Moment des Innehaltens verdient. Und auch das Zielfoto in dieser luxuriösen Atmosphäre darf natürlich nicht fehlen.

Ein letztes mal Spannung – Die Auswertung

Damit war es also soweit, der offizielle Teil der #OTRARallye2017 war mit Eintreffen des letzten Teams am Zielort beendet. Allerdings muss z.B. für die „geringste Menge Sprit“-Challenge noch getankt werden, manche müssen auf’s Klo oder brauchen dringend was zu essen – die Anliegen sind mannigfaltig. Nach der Klärung der dringendsten Bedürfnisse ging es in einem Korso der vier Fahrzeuge vom Zielort an den Eiffelturm, wo Auswertung und Siegerehrung stattfanden. Unterwegs wird nochmal das Erlebte ein bisschen gefeiert und die Dynamik des im Vergleich zur langweiligen französischen Autobahn sehr quirligen Pariser Verkehrs ausgekostet.

Dort angekommen steigt, auch für die Orgas, die Spannung … wer hat denn nun gewonnen?! Wir werfen einen Blick auf die Punkte von Etappe 3:

Etappenchallenges Punkte Oben Ohne RM Performance Sind wir schon da? Jung und fahr(en)lässig Die Drei Beiden
Fotchallenges 3 7
Zielplatzierung 3 / 2 / 1 2 3 1
Sparsamkeit 3 / 2 / 1 3 1 2
Zielzeit Bonus / Malus 1,-1 / h -2 -1 -2 -5 -2
Geschwindigkeiten 1 2
Kürzeste Strecke 1 1
Motto: Steady wins the race! 8 8
Summe 6 19 0 -5 1

Die Mottochallenge geht, nicht zuletzt durch die möglicherweise zu hoch angesetzte Durchschnittsgeschwindigkeit und das gewagte Eurotunnel-Manöver von RM-Performance, an Rico und Michi. Da die beiden auch zusätzlich zwei Fotochallenges und einiges bei den Fahrleistungen eingeheimst haben, ist der Rallyesieger somit klar – der Pokal fährt im MTM Audi A6 nach Radebeul.

Aufgrund der Verzögerung durch den Zug war die Durchschnittsgeschwindigkeit für die nachfolgenden Teams so nicht realisierbar. An den 69 km/h der Sieger war das Hausteam mit 62 km/h noch am nächsten dran. Somit hat Maik und Maria leider weder das sparsamste Auto im Feld noch die Fotochallenge gerettet. Die Drei Beiden können am letzten Tag auch nur damit punkten, dass sie die kürzeste Strecke hatten – die Punkte bei der Sparsamkeit werden vom Zuspätkommen aufgefressen, so dass noch ein Punkt bleibt. Micha und Moritz haben leider nicht mal mehr den – auch wenn sie es für den Zieleinlauf am letzten Tag auf’s Treppchen geschafft haben!

Für die Gesamtleistung müssen noch die Rallyechallenges und eventuelle Boni/Mali ins Kalkül gezogen werden. Die Gesamtauswertung der Rallye sieht wie folgt aus:

Rallyechallenges Oben Ohne RM Performance Sind wir schon da? Jung und fahr(en)lässig Die Drei Beiden
Geringste Menge Kraftstoff 2
Tanke den günstigsten Sprit 2
Fahrzeug unter 100.000€ BLP 1 1 1 1
Geschenk für ein anderes Team 1 1 1 1
Telefoniere nach Hause 1 1 1
Balls of Steel Award
Spirit Award 2
Orga Pit-Stop 2 2 2 2
Fish and Chips 1 1 1 1
Tag 1 Etappenwertung 14 14 6 7 8
Tag 2 Etappenwertung 17 16 -4 1 0
Tag 3 Etappenwertung 6 19 0 -5 1
Bonus/Malus -2 -1 -1
Summe 47 54 5 7 12
Platzierung 2. 1. 5. 4. 3.

Mit also doch zum Schluss recht deutlichen 7 Punkten Vorsprung gewinnt das Team RM-Performance vor Oben Ohne die #OTRARallye2017! Herzlichen Glückwunsch für diese wirklich beeindruckende Leistung! Eine derartige Punkteorgie von einem Team, das zum ersten Mal dabei ist, war im Vorfeld nicht zu erwarten und hat wohl auch die alten Hasen und die Orgas gleichermaßen verblüfft. Hier wurden Maßstäbe für die kommenden Rallyes gesetzt!

Ein kleiner Trost für die Zweitplatzierten dürfte der neue „Spirit Award“ sein. Hier stimmen nach Ende der letzten Etappe alle Teilnehmer ab, welches der Mitstreiterteams am pfiffigsten, fairsten, nettesten war und somit den Geist der Rallye am besten verkörpert. Dieser geht mit großer Mehrheit an Maik und Maria, die beide trotz individueller, physischer Handicaps verbissen gekämpft und letztlich wieder nur knapp verloren haben, obwohl sie den Sieg mehr als verdient hätten! Zwei Ehrenpunkte für Oben Ohne.

Mit dem dritten Platz liefert das Hausteam eine recht mittelmäßige Leistung ab. Obwohl klar war, dass Robert und Gregor aufgrund der Orgatätigkeiten schlechtere Karten haben, hätten schon ein ganz paar Punkte mehr drin sein können, ja müssen. Letztlich haben hier einige, wenige und sehr knappe Entscheidungen zu einer riesigen Punktelücke geführt. Obwohl genau das eben auch die Rallye-Momente sind, wird es wohl hoffentlich kein Maßstab für die kommenden Events, denn die OTRA-Vertreter haben ja immer noch einen Ruf zu verlieren ;).

Auf Platz 4 landen die Rookies Karol und Janine von Jung und fahr(en)lässig. Hier ist es sehr schade, dass sie auf der dritten Etappe dem Hausteam nicht mehr einheizen konnten. Das wäre nochmal ein äußerst spannendes Duell geworden, wo um jeden Punkt hätte gefightet werden müssen. So war leider auch für Robert und Gregor klar, dass sie auf 3 waren und die Motivation, noch groß auf Punktejagd zu gehen, hielt sich in Grenzen =). Ein dritter Platz für die beiden wäre also  mehr als realistisch gewesen – mit dem Ecomotor zum Erfolg ist eine Strategie, die zwar nicht zwangsläufig zum Sieg führt, aber für das Treppchen hat es bis jetzt jede Rallye gereicht.

Das Schusslicht in diesem Jahr bilden die Jungs von „Sind wir schon da?“ mit ihrem Audi A6. Die mangelnde Möglichkeit zur ausreichenden Vorbereitung auf die Rallye und eine Verkettung teils doch recht unglücklicher Umstände haben hier insgesamt zu nur 5 Punkten geführt. Ein Problem war sicher auch der starke Motor im A6, der keine Eco-Punkte zuließ, aber dennoch immer nur die Rücklichter des MTM-Audis sah. Auch hier verfestigt sich der Eindruck: Allrounder haben es schwer – richtig schnell oder richtig sparsam ist gefragt.

Endlich! Aber trotzdem schade – Ausklang und Fazit

Mit diesen wichtigen Erkenntnissen nimmt die Anspannung und ab und weicht all dem, was man die letzten Tage für den Sieg so unterdrückt hat. Hunger. Müdigkeit. Erschöpfung. Aber auch dem guten Gefühl, ein paar richtig geile Tage gehabt zu haben, die wohl keiner, der dabei gewesen ist, so schnell vergessen wird. Die Dichte an Eindrücken, kombiniert mit der Fülle und Vielschichtigkeit der Herausforderungen, erzeugt ein einzigartiges Gefühl. Das Rallye-Feeling eben, bei dem man gleichermaßen froh ist, dass man endlich wieder ausschlafen kann, aber gleichwohl traurig darüber, dass es nun vorbei ist.

Jetzt wird es erstmal Zeit für eines: ein verdammt großes, kühles Bier zum Anstoßen und ein saftiges Steak. Glücklicherweise haben wir uns, gefühlt urplötzlich, nach einer wilden Odysee quer durch Westeuropa in einer der kulinarisch ansprechendsten Städte der Welt wiedergefunden. In Paris ist es quasi unmöglich, etwas Schlechtes zu Essen zu bekommen, also haben wir einen Tisch im nächstbesten Bistro bestellt und bei Entrecôte und Rotwein auf das Erlebte angestoßen. Wow, was für eine Rallye.

Da es auch die letzte Gelegenheit war, sich in der großen Teilnehmerrunde auszustauschen, haben wir uns voneinander verabschiedet. Als Orgas möchten wir uns bei allen Rallyefahrern dafür bedanken, dass ihr die Veranstaltung so actionreich, anspruchsvoll und witzig gemacht habt, wie sie war. Wir würden uns sehr freuen, euch auch bei kommenden Rallyes wieder im Teilnehmerfeld begrüßen zu dürfen! Außerdem sind wir beruhigt, dass alle (früher oder später) wohlbehalten zuhause angekommen sind!

Während RM Performance und Jung und Fahr(en)lässig noch am Samstag die Heimreise angetreten haben, stand für die anderen Teams noch ein mehr oder weniger langer Chillout an. Die Einladung, in der Weltstadt Paris noch eine gewisse Zeit zu verbringen, haben fast alle angenommen, bevor sich die Teams auf ihren individuellen Chillouts in buchstäblich alle Richtungen verstreut haben. Bei den Zielen dabei waren unter anderem Amsterdam, Italien und die Normandie … aber das ist eine Story für einen anderen Tag.

Damit schließen wir die Berichterstattung zur Rallye 2017 und schielen mit einem Auge schon ein bisschen auf nächstes Jahr, denn wir haben Bock! Ihr auch? Dann sehen wir uns vielleicht im Frühjahr 2018.

Vielleicht gefällt dir ja auch ...

Kommentar hinterlassen