Sommertour 2013Roadtrips

Tag 15: Back in the United States

von Robert 26. September 2013 0 Kommentare

Sooo … Tag 15 begann mit deutlich schönerem Wetter als die Tage zuvor, obgleich es auch unglaublich windig war heute morgen. In unserer niedlichen Ferienanlege, dem Sandy Beach Motel schien dafür zumindest, wie zuvor seit Tagen nicht, die Sonne :).

Das wiederrum hat auch den Strand vom Lake Osoyoos, welcher sich 10m von unserem Appartment entfernt erstreckte, sehr hübsch in Sznene gesetzt. Auf die Möglichkeit hier in einem Kanu über den See zu paddeln oder gar Baden zu gehen haben wir dann dennoch aufgrund der windigen Lage, der doch recht frischen Temperaturen und des knappen Zeitplans verzichtet.

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Beim Auschecken haben wir die Gelegenheit genutzt um noch ein wenig mit der sehr netten Besitzerin der Anlage zu plauschen, die sogar einige Worte deutsch spricht. Es ging um Europa, die Schönheit von British Columbia, unsere Reise und Anderes mehr. Hier fällt wieder auf, das alles in Kanada unglaublich positiv gehandlet wird und das ohne dabei aufgesetzt zuwirken. Während die US-Amerikaner mit ihrem „hey, how are you?“ zwar immer bemüht sind freundlich zu wirken schwinkt jedoch immer eine gewisse Oberflächlichkeit mit. In Kanada sind die Leute ein klein wenig reservierter, dafür ist die Freundlichkeit wenigstens ehrlich und authentisch.

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Als letzte, sehr wertvolle, Information haben wir uns nach einer Frühstücksmöglichkeit erkundigt und wurden zu Smitty’s Family Restaurant geschickt, 3 Blocks weiter. Dieses war uns am Abend zuvor schon als interessante Option aufgefallen und wir waren froh über diese Bestätigung und haben entsprechenden Kurs gesetzt.

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Geführt wird es von einem sehr netten, älteren Ehepaar, dass uns freundlich in Empfang genommen und bewirtet hat. Uns wurde das Tagesspezial empfohlen – eine riesige Waffel mit Pfirsichstückchen und -syrup, was nach Aussage von Uwe sehr lecker war. Bacon als Beilage erschien auf den ersten Blick zwar nicht 100% passend, war aber unterm Strich eine nette Ergänzung für den geneigten Fleischesser.

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Bei mir gab es ein uramerikanisches Frühstück – Omlett mit Schinkenstreifen, Chedar-Käse und „Butter on Rye“ – also gebutteter und gesalzener Roggentoast … yummi! Dazu gab es gebratene und gewürzte Kartoffelwürfel, die in Nordamerika als „(cubed) hash browns“ bezeichnet werden.

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Von Empfehlung, Essen und Service äußerst zufrieden sind wir dann gut gesättigt aus dem Restaurant gerollt, denn die Portionsgrößen sind auch hier in Kanada zwar nicht ganz so übertrieben wie in den USA aber immer noch mehr als reichlich.

Wir haben dann unsere Fahrt durch den Süden Kanadas fortgesetzt und haben sogar, auf der höhe von etwa 1.500m leichten Schneefall gehabt und uns über Weiß im Sommer gefreut :). Da bereits der größte Teil unserer Tour leider hinter uns liegt mussten wir langsam wieder gen Süden abdrehen. Unsere Route führte uns dann in der Nähe von Creston in Richtung an die nahegelegene US-Grenze.

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Hier wurde uns dann auch – interessanterweise sehr viel freundlicher als in Kanada – durch den netten Zollbeamten nach einer kurzen Befragung die Wiedereinreise gewährt. Washington hatten wir in Kanada umfahren und können somit einen weiteren Bundesstaat auf unserer Liste abhaken – wir befanden uns in Idaho. Da der Staat in der Ost-West-Ausdehnung allerdings recht schmal ist, verglichen mit seinen Nachbarn, währte unser Aufenthalt dort allerdings nicht sonderlich lange und so haben wir alsbald die Grenze zu Montana überquert.

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Unsere Smartphones haben uns direkt darauf hingewiesen, dass uns der eine Meter Grenzübertritt gleich mal eine Stunde an Zeit gekostet hat – denn Montana liegt nicht wie unsere voherigen Ziele in der Pacific Standard Time (PST) sondern bereits in der „Mountain Standard Time“ (MST). Diese werden wir uns in den kommenden Tagen zurückholen, auch wenn wir jetzt immerhin eine Stunde näher an zuhause sind :).

Eigentlich wollten wir in Missoula übernachten aber angesichts der Tatsache, dass unser nächstes Ziel der Yellowstone Nationalpark ist und der noch einige 100km entfernt lag, haben wir uns entschieden die Fahrt noch 2 Stunden gen Süden fortzusetzen und sind in der Stadt Butte gelandet. Die Strecke hierher war bereits recht weit. Uwe und ich sind an diesem Tag jeweils etwas über 5 Stunden gefahren und wir haben zusammen deutlich über 900km zurückgelegt – für nordamerikanische Verhältnisse ob der Geschwindigkeitsbegrenzungen an und für sich ein kaum machbares Unterfangen. Glücklicherweise ist die Dichte der Polizeikontrollen hier oben ähnlich gering wie die der Einwohner :D.

Der Empfang in Butte war allerdings etwas unerwartet, denn wenige Kilometer vor unserem Ziel sank die Temperatur immer weiter gegen die 0°C-Grenze und so hat sich der Niederschlag, bis dato in Form von Regen, zu einem Schneeschauer gewandelt. Entsprechend froh waren wir dann, dass wir unser Ziel bereits quasi erreicht hatten, da die Straßenbedingungen hier alles andere als einladend zum weiterfahren sind. Auch könnte unser Auto, das nun eher nach den Bedingungen in Kalifornien ausgewählt wurde, als Softtop-Cabrio mit Heckantrieb und Sommerreifen hierfür kaum ungeeigneter sein.

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Ebenfalls froh waren wir über den Umstand, dass das hiesige Best Western Hotel noch ein schickes Zimmer für uns frei hatte in dem wir uns momentan von der langen Fahrt und den widrigen Witterungsbedingungen erholen. Wenig ermutigend war die Rezeptionsdame in diesem Punkt, welche von „7 inches of snow this night“ sprach – uns sollen also bis morgen früh etwa 18cm Schnee erwarten. Die Einwohner hier lässt das, im wahrsten Sinne des Wortes, relativ kalt. Unbeindruckt berichtete uns die nette Lady dass es hier auch schon am Independence Day – dem Nationalfeiertag der USA am 4. Juli – geschneit hat. Wie wir mit der Situation umgehen wir sich dann zeigen, beim Checkin war der Blick aus dem Fenster noch ziemlich übel:

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Im Moment sieht es besser aus; der Schneefall hat nachgelassen und die Temperaturen liegen etwas über 0° – es bleibt also nicht alles liegen. Sollte sich die Situation morgen nicht entsprechend verbessern werden wir diese Neubewerten. Eine mögliche Option wäre z.B. das Eintauschen unsere Ponys gegen etwa einen fetten SUV á la Chevrolet Tahoe mit Winterreifen und Allradantrieb.

Da unser aber bald wieder sowohl das kalifornische Hinterland und natürlich auch die Wüste von Nevada mit dem „Death Valley“ – einem der heißesten Punkte der Welt – bevorstehen und dafür der Mustang deutlich besser geeignet ist, wird dies nur die Notfalloption sein. Es bleibt spannend :).

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