Sommertour 2013Roadtrips

Tag 1: Die Stadt der Engel?! Erste Eindrücke aus LA

von Robert 12. September 2013 0 Kommentare

Nun, LA lässt sich ohne Probleme als Stadt der krassen Gegensätze beschreiben. Vom Flughafen LAX im Süden bis Downtown sind es einige Kilometer, ähh Meilen, bis ins Zentrum. Der Weg bis dort hin war ziemlich ernüchternd. Man merkt, dass es den Amerikanern wirklich teilweise nicht gut, oder uns noch sehr gut, geht, je nach Blickwinkel.

Die Geschäfte, die Autos teilweise leider auch die Leute wirken in den Vororten bzw. im Speckgürtel um das Zentrum arg heruntergekommen. Eine typische Erscheinung sind die vielen Einkaufswagen, die für viele wohl leider zur Wohnung geworden sind. Außerdem liegt nahezu wirklich überall Müll rum und es ist ziemlich dreckig. Auch die Gerüche sind teilweise arg gewöhnungsbedürftig.

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Das ändert sich schlagartig sobald ins Zentrum kommt. Dieses ist im Vergleich zur Gesamtstadtfläche recht klein (3-4 Blocks) aber eine andere Welt. Es ist sauber, es sind alle wichtigen Firmen mit Wolkenkratzern vertreten (KPMG, Bank of America, …) die Leute tragen Anzüge statt Lumpen. LA ist somit ein schönes Symbol für den Zustand der USA insgesamt. Die führende Industrienation lässt Ihre Mittel- und Unterschicht verarmen und fördert Banken und Industrie, wirtschaftlich wie gesellschaftlich. Die Skyline von Downtown LA wirkt allerdings grandios und das nicht nur tagsüber.

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Wie Uwe schon geschrieben hat, waren wir, noch in Business Class Kleidung, im LA Vorstadtgebiet und damit gradios overdressed.

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Da haben wir uns keine Freunde gemacht, insbesondere nicht in 2 Mustang Cabrios … auf diesen Schock mussten wir uns erstmal eine Stärkung gönnen und was wäre die amerikanischste Art dafür? Jap!

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Zu meinem Erstauen war die Qualität der Burger tatsächlich höher als bei uns und auch die Anrichtung war „liebervoller“. Es hat besser geschmeckt, was mich allerdings nun noch nicht zu einem McDonalds-Fan macht. Ich freue mich nach wie vor sehr auf meinen ersten Besuch bei TacoBell.

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Aprospos – es ist tatsächlich so, dass es relativ schwierig ist hier etwas Gutes zu essen zu bekommen. 80% der Restaurants sind Fastfood. McDonalds, BurgerKing, Wendy’s, KFC, Taco Bell, Chuck-e-Cheese … wohingegen die normalen „Food Restaurants“ eher nicht so einladend aussehen … wir werden die kulinarische Erkundung fortsetzen.

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Prinzipiell hatten wir gestern auch ein bisschen mit Reizüberflutung zu kämpfen. Es gibt in LA so wahnsinnig viel zu sehen, zu erleben, zu spüren … es ist schwer hier als Vorstadt-Europäer zu wissen wo einem der Kopf steht, aber gleichzeitig ist alles auch wahnsinnig spannend und neu. Das geht schon bei der Werbung los … wir haben gestern im Radio eine Werbung, ich glaube für den Jahrmarkt, gehört, der ca. eine Minute lang dafür geworben hat, dass das Essen doch viel besser schmeckt wenn es an einem Stock isst, gebuttert und fritiert … man solle doch bitte auf seine Diät scheißen.

„Food tastes better on a stick … no matter if candy bars, apples or cheese – butter it, fry it and tell your diet to stick it.“

Dabei dachte man die Radiosender von Grand Theft Auto wären Satire, in der Tat ist es aber erschreckend nah an der Realität. Im ersten Moment haben wir uns kaputt gelacht, aber wenn man es sich durch den Kopf gehen lässt ist das sehr bedenklich.

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Nach diesen sehr spannenden Eindrücken haben wir erstmal in unser Hotel, das Double Tree Hilton Downtown LA, eingecheckt. Uwe wird sich vermutlich dazu nochmal ausführlich äußern, es sei gesagt dass die Suite ok ist, aber für 4 Sterne gibt es höchstens noch ein „najaaa“ als Gesamtprädikat.

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Nach dem Checkin haben wir es uns nicht nehmen lassen nochmal gemütlich durch LA zu cruisen. Wir haben uns auch, was nicht schlimm war, zu unserem Abendziel, dem Griffith Observatory, leicht verfahren. Dafür haben wir aber interessante Sachen gesehen als wir z.B. den Hollywood Boulevard und den Highway 101 langecruised sind, z.B. die Playboy Redaktion:

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oder hier, gut versteckt hinter hohen Mauern, das Scientology Celebrity Center, wo Tom Cruise, John Travolta und andere hochrangige Scientologen ihren dunklen Machenschaften nachgehen …

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aber auch in Nord-Hollywood kann es sein man fährt 3 Seitenstraßen weiter und die Gegend sieht gleich wieder ganz anders aus. Zumindest scheint die Redefreiheit noch zu gelten, mal schauen wie lang noch.
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Anstatt für neue Fernsehserien oder ähnliches wird hier für kostenlose Tests auf Geschlechtskrankheiten geworben …

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Nach einigem hin und her haben wir dann doch unser eigentliches Ziel, den Griffith Park ereicht. Allerdings war dort UNGLAUBLICH viel Verkehr den wir zunächst nicht einzuordnen vermochten. Es hat sich dann herausgestellt das sich im Park auch das „Greek Theatre“ befindet, eine große Konzerthalle, wo an dem Abend One Republic aufgetreten sind. Die haben wir mal, nicht zuletzt wegen der 20$ Parkgebühren links liegen lassen und sind hoch bis ans Observatory, eine Art Sternwarte, im Übrigen mit Zeiss-Teleskop ;), gefahren. Von dort aus hat man einen, im wahrsten Sinne des Wortes, atemberaubenden Blick und das nicht nur wegen der kilometerhohen Smog-Glocke die über der Stadt hängt. Ich glaube behaupten zu können, dass der Ausblick vom Griffith Observatory auf Downtown LA das beeindruckenste ist, was ich jemals gesehen haben. Da wir erstmal eine kleine Tour durch Südkalifornien machen und in ein paar Tagen wieder hier sind, sind noch keine „perfekten“ Bilder entstanden, dennoch hier ein kleiner Vorgeschmack:

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