Sommertour 2013Roadtrips

Tag 10: Fahrt von Coos Bay nach Portland

von Robert 21. September 2013 0 Kommentare

Oregon hatte uns am Tag zuvor mit, so sagen die Einheimischen, absolut unüblich schönem Wetter empfangen. Die Jahreszeit hält sonst eher Regenwolken in allen Formen und Farben bereit und so sah auch der Blick aus unserem Hotelzimmer an diesem Morgen aus.

Im Red Lion wird das Frühstück unter der Woche leider nur bis um 9 serviert, so dass wir uns zunächst mal an der Rezeption nach einem leckeren Ort zum frühstücken informiert haben. Uns wurde die „Pancake Mill“, ca. eine Meile die 101 rauf empfohlen.

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Hier handelt es sich, ähnlich wie beim Restaurant die Nacht zuvor, auch um einen niedlichen, liebevoll geführten Familienbetrieb. Schon beim Reinkommen läuft einem das Wasser im Mund zusammen, denn kurz hinter dem Eingang werden unter anderem diverse Kuche und Doppelfaust-große Muffins präsentiert. Die nette Kellnerin brachte uns dann die Karte mit einer Auswahl bei der es schwer war sich nicht erschlagen zu fühlen.

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Es gab Pfannkuchen, Waffeln, Eier in sämtlichen Variationen, Würstchen, Toasts, Sandwiches, Salate, Obst … und das alles nochmal untereinander kombinierbar und variierbar. Wir haben erstmal gut 20 Minuten gebraucht um uns überhaupt einen Überblick zu schaffen und eine Vorauswahl zu treffen. Bestellt haben wir dann jeder was anderes … Omlett, Pancakes, Rüherei und Waffeln. Die Portionsgrößen und der Kaloriengehalt sind jenseits von gut und böse. Es ist nicht im Geringsten erstaunlich, das die Leute in Oregon unglaublich fett sind. Im Vergleich zu Kalifornien, wo die Leute recht eitel sind und doch ziemlich auf ihr äußeres Achten gehört hier ein BMI von 30+ zum unteren Mittelfeld.

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Zugegeben, großartig was anderes als essen und dem Regen zuschauen kann man hier nicht machen … oder doch? Diese Frage führte uns dann zur Debatte der Tagesplanung. Oregon ist wie gesagt von der Natur her eine Wucht. Neben den dichten Wäldern gibt es hier z.B. weite, wüstenartige Dünenfelder. Ich habe keinen Plan wie die entstanden sind aber eine Erkundung lag uns „als Naturfreunden“ natürlich „am Herzen“ ;).

Eine adequate Möglichkeit dies zu tun war sehr schnell gefunden und was könnte sich an einem nassen, regnerischen Tag besser eignen als für die Erkundung der Natur 4 Quads zu mieten und wie die gestörten durch den Sandschlamm zu rocken :D. Im Vorfeld hatten wir die Möglichkeit einer Buggytour erörtert, haben uns dann aber doch für die individuelle Quad-Variante entschieden, einfach da die mehr Spaß machen. Ausgeliehen wurde bei „Spinreel Dune Buggy and ATV Rental“ in Northbend, ein paar Meilen von Coos Bay.

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Es folgte abermals eine Debatte wegen des schlechten Wetters, dem Dreck und dem Hotel und damit der nächsten Reinigungsmöglichkeit, die noch 400km entfernt lag, allerdings wollten wir uns diese Möglichkeit nicht entgehen lassen, denn zumindest ich wollte so etwas schon immer mal machen :). Also haben wir uns dafür entschieden und nach scheinbar endlosen Vertragsformalien, 100 Initialien und einem Dutzend Unterschriften dass wir sie auch ja nicht verklagen wenn etwas schief geht kamen wir zum Sicherheitsvideo. Das was unterhaltsam gemacht und begann mit diversen Crashes, die auch an der „Wall of Shame“ für erhöhte Vorsicht beim fahren sorgten.

Equipment in Form von Helm und Schutzbrille war dann angelegt und wir erhielten vom Sohn des Inhabers, auch hier handelt es sich um einen Familienbetrieb, die Einführung am Gerät und mussten praktisch nachweisen dass wir alles verstanden hatten. Die Quads selber waren 450 ccm ATVs, also allradgetriebene Quads, mit automatischen Differntialsperren und somit perfekt zum Spielen im großen Sandkasten geeignet.

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Die Steuerung gestaltet sich, wenn man die Dosierung von Gas und Bremse heraus hat, relativ idiotensicher. Mit dem rechten Daumen gibt man Gas, mit dem rechten Fuß und der rechten Hand wird gebremst, ähnlich wie beim Motorrad. Es muss außer vor- und rückwärts nicht geschalten werden. Allerdings sollte man, darauf aufpassen das man – anders als beim Motorrad – sein Gewicht immer schön entgegen der Fahrtrichtung verlagert da ein Quad sehr schnell umkippt wenn man es in der Kurve übertreibt. Vor der Abfahrt war noch Gelegenheit für ein kleines Bild zum vorher-nachher Vergleich:

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Das war also soweit geklärt und so sind wir über die Straße flux in das Dünenfeld entschwunden. Dieses war im eigentlichen Sinne jetzt keine Wüste aber reichte zumindest doch deutlich weiter als bis zum Horizont, war von der Größe her als ATV-Spielplatz also mehr als ausreichend.


Coos Bay – Portland auf einer größeren Karte anzeigen

Der Fokus lag hier natürlich auf den fahrerischen Herausforderungen. Die Dünen sind bis zu 30m hoch und mit bis zu 60° Gefälle bzw. Steigung, das ist nichts für schwache Nerven. Mal zum Vergleich: wir stehen auf der Düne und das Haus (die Verleihstation) und die Wurzeln der Bäume sind etwa ebenerdig mit dem Fuß der Düne:

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Aber wenn man sich an die Sicherheitsanweisungen hält wie z.B. Dünen immer gerade hochzufahren, nie zu wenig Gas zu geben, immer schön mit Körpergewicht arbeiten, etc. kann soviel nicht schief gehen. Außerdem war der Sand nass und bot daher besseren Grip weil er nicht so lose war wie trockener.

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Für die etwa 65$ pro Person durften wie eine komplette Stunde fahren inklusive, Sprit und sämtlichem Equipment – ein super Preis/Leistungsverhältnis in meinen Augen. Die Stunde haben wir dann voll ausgekostet und sind wie die Begasten mit bis zu 45 mph (ca. 70 km/h) durch den Matsch gebrettert … Düne rauf, Düne runter, Düne rauf … Düne quer, Düne runter. Was für ein Spaß :D. Die Stunde war dann leider auch viel zu schnell vorbei, was fahrerisch sehr schade war, aber unsere durchnässten Klamotten die Möglichkeit gab etwas zu trocknen. So haben wir dreckig, nass aber dafür mit einem breiten Grinsen im Gesicht die Rücktour zur Station angetreten.

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Nach diesem wirklich sehr geilen Erlebnis, dass wir auch gerne noch fortgesetzt hätten, und einer kleinen Entsandungssession haben wir die Reise auf der 101 Richtung Norden fortgesetzt um unser Tagesziel Portland, kurz vor der Grenze zum Bundesstaat Washington, zu erreichen. Da sind wir auch gegen 9 angekommen und nach einem getränketechnisch mal wieder enttäuschenden Abendbrot bei Burgerking haben wir nach einer Übernachtungsmöglichkeit gesucht. Diesmal war zwar wenig bis kein Chlor drin, dafür irgend eine andere angeblich desinfizierende Suppe. Was auch immer das Getränk darstellen sollte, mit Cola hatte es nichts zu tun. Die Burger waren dafür ok, den Rest sollte später der Roomservice richten.

Team Black hatte ja bekanntermaßen sein halbes Hotelbudget für Strafzettel ausgegeben und musste somit leider auf das … naja sagen wir mal „preisgünstige“ Day’s Inn zurückgreifen, welches nach einer kurzen Inspektion durch Team White nur bedingt in Frage kam. Der Münzwurf hat dann die Entscheidung für das Airport Hyatt gebracht, welches zwar etwa doppelt so teuer war, aber bestimmt auch mit der sehr ordentlichen Suite fast viermal so gut … unterm Strich also das deutlich bessere Preisleistungsverhältnis bot. Und in eben jenem Hyatt werde ich mich jetzt zur Nachtruhe betten damit wir morgen fit sind für unsere nächste Etappe nach Washington (nicht D.C. :P).

Gute Nacht Oregon und guten Morgen Europa :).

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