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Tag 5: Universal Studios Tour – Hinter den Kulissen

von Robert 17. September 2013 0 Kommentare

Wie gestern angekündigt möchten wir euch natürlich nicht unsere Eindrück der eigentlich Tour durch die Universal Studios, also die Orte wo auch tatsächliche die Filme und Serien entstehen, vorenthalten. Den Drang nach Action durch diverse Achterbahnen gestillt und die kulnarischen Bedürfnisse durch ein 5-Sterne Buffet befriedigt, ging es zusammen mit Natalie zum Start der Tour.

Normalerweise läuft die Tour so ab, dass man sich in einen Zug setzt, bestehend aus 3 Wagen mit je ca. 50-60 Leuten, und dann durch die Studios gefahren wird. Dabei darf man den Zug nicht verlassen; man hat auch in dem Sinne keinen Guide, sondern eine voraufgezeichnete Begleitung, immerhin durch Jimmy Kimmel, dem man aber natürlich keine Fragen oder sonstiges stellen kann. Da wir ja glücklicherweise die VIP-Tour gebucht hatten, waren wir in einem extra Trolley unterwegs, welcher mit uns 14 Leuten doch recht übersichtlich besetzt war.

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Natürlich hat Natalie persönlich alles Wissenswerte erzählt und professionell und umfassend auf jede Frage geantwortet. Auch sehr nett war, dass es im heißen LA jederzeit eisgekühltes Wasser (in Flaschen und ohne Chlor!) gab.

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Los ging die Tour dann mit allgemeinen Erläuterungen, wie z.B. dem Aufbau der Studios, einem kurzen Besuch der lokalen Feuerwache und Anderem mehr. Eigentlich interessant war aber natürlich der Einblick in den Produktionsbetrieb. Dazu gibt es auf dem Gelände viele Studios, sogenannte „Sound Stages“, die verschiedenen Produktionen zur Verfügungen gestellt wurden. Exemplarisch wurde uns dies am Set von „Parenthood“, einer US-amerikanischen Dramedy-Serie auf NBC demonstriert.

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Hier waren wir direkt auf dem Set und haben etliches erklärt bekommen, z.B. wie der Produktionsbetrieb der Serie abläuft. Parenthood wird mit nur einer Kamera gedreht um einen Motion Picture Look zu erzeugen (also den Eindruck eines vollwertigen Films) was aber dazu führt das eine Szene u.U. mehrere Dutzend mal gedreht werden musste. Dies ist insbesondere interessant z.B. in Szenen, wo gegessen wird. Wenn man 12 Stunden am Tag „Mashed Potatoes“ zu sich nimmt, hängt es einem wohl irgendwann zum Hals heraus, daher stehen auch Eimer zur Verfügung ;). Andere Erläuterungen haben sich z.B. mit der Sprinkleranlage vor dem Fenster beschäftigt die Regen simuliert, mit Anschlussfehlern die durch den Produktionsablauf (wenn mehrere Tage zwischen 2 hintereinanderliegenden Szenen liegen) oder auch damit wie das Set aufgebaut ist, nämlich zum größten Teil verschiebbar, damit die Kameraleute immer und überall hinkommen.

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Wir sind dann aus der Stage raus und zurück in den Trolley, und in einige Außenkulissen gefahren und bei einigen davon stockt einem als halbwegs Filminteressiertem der Atem. Wenn ich so zurückdenke möchte der Cineast in mir fast weinen vor Glück :). Eine Kulisse hat es mir besonders angetan:

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Na, wer erkennt es?? Zugegebenermaßen nicht ganz einfach da inzwischen mehrfach abgewandelt, für andere Produktionen verwandt und ohne Uhr, aber es ist tatsächlich das originale Rathaus (City Hall) aus „Back To The Future“!

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Und ja … die Straße daneben ist tatsächlich die gleiche, auf der Doc Brown den DeLorean „zurück in die Zukunft“ geschickt hat. 1,21 Gigahertz, Baby! Mit diesem beeindruckenden Bild im Kopf haben wir uns ein wenig weiter durch die Pappmaschee-Häuserschluchten bewegt, unter Anderem auch durch welche in denen Spiderman sein Netz gespannt hat :).

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Wieder im Trolly sind wir zunächst durch den „Jurassic Park“ gefahren, nachdem wir von „King-Kong“ durchgeschüttelt wurden … ebenfalls eine 3D Simulation, ähnliche wie bei Transformers. Der Trolley fährt in einen Tunnel, man bekommt Brillen, die Bodenplatten bewegen sich passend zu dem 3D-Film ziemlich heftig, während der große Affe im Dschungel mit Riesenspinnen und ähnlichem Getier kämpft. Als nächstes Stand der „Parkplatz“ der Studios auf dem Programm – aber natürlich nur für die „Universal Picture Cars“.

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Hier ist alles zu Hause, was Rang, Namen und mindestens 4 Reifen hat, so z.B. diese Schönheit aus Zurück in die Zukunft:

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… das original Auto der Familie Feuerstein …

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… und diese getunten Streetracer aus „Fast & Furious“, was im übrigen laut Natalie bis zum heutigen Tag das erfolgreichste Franchise von Universal Studios ist und solange das so bleibt werden die Filme auch weiter produziert. Sie hat nicht ausgeschlossen, dass es bis zu 12 Teile gibt insgesamt.

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Im übrigen hier sehr spannend: das sogenannte „Flip Car“. Bei Stunt-Szenen wird damit unter das Auto gefahren, dann schießt ein das Katapult nach oben und dreht das Auto in der Luft. Leider wurde uns das nicht vorgeführt, aber das hätte der Trolley wohl auch nicht so gut verkraftet :p.

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Zum Abschluss gab es auch den Challenger von Dom‘ aus Fast & Furious („Du schuldest mir ein 6-Sekunden Auto!“ :D).

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Weiter ging die Tour durch eine ganze Kulissen-Kleinstadt, die als eben solche für etliche Filme diente, z.B. als Peru für Indiana Jones :).

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Direkt nebenan gibt es eine Kanalanlage wo sich ein Flusslauf auf Knopfdruck in einen reisenden Strom verwandelt, welcher als solcher auch bereits in etlichen Produktionen zu sehen war.

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Natalie hat uns versprochen, dass jeder Tropfen recyclet wird … als Trinkwasser für Disneyland. Universal und Disney sind sich offenbar nicht ganz so grün, im Übrigen ebenso wenig wie Warner Brothers und Universal. Deren Studio liegt unterhalb von den Universal Studios, was mit „Dort gehören Sie hin, denn Sie schauen ja eh zu uns auf“ kommentiert wurde :P.

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Das nächste große Highlight war der „Edith Head“-Requisitenverleih, der jedem offensteht. Man kann also auch als Normalsterblicher dahingehen und Requisiten – von Statuen, über Stühle, Gemälde, Figuren bis hin zu Müllcontainern und allem Möglichen für seine Filmproduktion ausleihen. Besonders interssant waren z.B. der originale Kaisertron aus Gladiator, von dem aus über Leben und Tod in der Arena befunden wurde sowie das einzige Stück das sich NICHT ausleihen lässt. Hier handelt es sich um den letzten verblieben E.T., denn Steven Spielberg hat alle Anderen vernichten lassen, aus Angst seine Figur könnte z.B. für schnöde Werbezwecke missbraucht werden.

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Auch interessant ist, dass die Requisiten mit einem Aufkleber reserviert werden, auf den auch der Film geschrieben werden muss. Da sie aber, wie beschrieben, quasi frei verfügbar sind kann so auch geschaut werden was gerade so in der Produktion ist. Um da Spoiler zu verhindern, wird häufig mit Projektnamen gearbeitet, Spiderman etwa wurde komplett unter dem Titel „Fiona’s Song“ produziert :p.

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Das nächste große Highlight war das die guten Leute von Universal extra für uns ein Erdbeben in einer U-Bahnstation simuliert haben, zugegebenermaßen recht lebensnah (soweit man das beurteilen kann) …

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… und auch hier ging natürlich nichts …

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… ohne gepflegten Wassereinbruch :).

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Die unscharfen Bilder bitte ich an dieser Stelle zu entschuldigen, die sind dem wackelnden Boden und den schlechten Lichtverhältnissen geschuldet. Passend zum Thema Wasser wurde auch das nächste Set in Szene gesetzt – das von Jaws (Der weiße Hai).

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Interessanterweise ist der Hai im Film kaum zu sehen, weil Steven Spielberg, damals noch sehr jung, keinen Hai gebaut bekommen hat, der nicht gesunken ist :P. Aber es war sowieso der Meinung, dass der Film viel dramatischer wirkt, wenn die Gefahr weitestgehend diffus bleibt – und er sollte Recht behalten. So ist der Große erst nach über einer Stunde überhaupt im Film zu sehen, wenn man mal darauf achtet.

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Das nächste Highlight ist etwas für Serienfans, denn es ging durch das „Suburbia“ der gelangweilten aber inzwischen abgesetzten Hausfrauen von „Desperate“ Housewives. Hier handelte es sich bei den Kulissen um sogenannte „Semipractials“, was bedeutet dass hauptsächlich die Fasade zum Drehen genutzt wird und vielleicht ein Raum für einen Shot in ein Fenster o.Ä., aber die eigentlichen Innenszenen werden, wie oben bei Parenthood beschrieben, in einem Sound Stage gedreht.

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Weiter ging es durch die Welt des Weihnachts-stehlenden Grinch … was allerdings aufgrund der Zombis, die da schon als Halloweendeko rumstanden, etwas bizar wirkte :p.

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Dafür wurden wir direkt entschädigt – mit einem Anblick, der gerade Freunde des klassischen Kinos aufspringen lassen dürfte – das Bates Motel aus … na, naaa? RICHTIG! Alfred Hitchcock’s „Psycho“ – quasi der Mutter aller Thriller und Horrofilme.

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Das nächste und leider letzte Set gehörte zu einem Film, der mich persönlich aufgrund einiger erzählerischer Schwächen nicht sonderlich beeindruckt hat, das Set selbst dafür um so mehr – War Of The Worlds (Krieg der Welten).

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Hier ist natürlich das Flugzeugwrack besonders spannend. Es handelt sich um eine echte Boing 747, welche für den Film extra für 60.000$ eingekauft wurde, verhältnismäßig günstig wie ich finde, und dann nochmal für 240.000$ fachgerecht demoliert. Man hat also 300k ausgegeben nur um 90 Sekunden im Film ein Flugzeugwrack zeigen zu können.

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Natalie wusste im übrigen eine nette Anektode dazu zu berichten, nämlich dass die Szenerie (und das tat sie wirklich) so echt aussah, dass echte Flugzeuge, die beim Anlanden auf LAX das Studio überflogen einen fatalen Absturz meldeten, so dass innerhalb kürzester Zeit Herrscharen von Rettungsmanschaften angerückt sind. Das Ganze ist wohl auch nicht nur einmal vorgekommen, so das die Studio-Leute das Heck in einer anderen Farbe anmalen mussten, nur um den Piloten klarzumachen dass es wirklich auch zum Set gehört, was sonst aus der Luft nicht erkennbar gewesen wäre :p.

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Die riesige blaue Wand im unteren Bild ist genau das – eine blaue die als Bluescreen verwendet wird. Allerdings ist sie explizit für Wasseraufnahmen konzipiert, denn das Becken davor lässt sich schnell mit kühlem Nass füllen. Hier sind unter anderem der Fluch der Karibik und die Truman Show entstanden.

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Mit Wasser hat es Universal anscheinend und so ist auch die letzte offizielle Station der Tour arg mit Nasswerden verbunden, jedenfalls für die Leute in den ersten 5 Reihen, der sogenannten „Soak Zone“. Es handelt sich um die „Water World“-Show – eine Stuntshow in den Originalkulissen des Films mit Kevin Costner. Diese war sehr beeindruckend und auch deutlich besser als der Film, der ja fast Herrn Costners Karriere beendet hätte :). Es wird gesprüht, gespritzt, Fässer zum Explodieren gebracht, sich von Plattformen gestürzt und es knallt an allen Ecken und Enden – genau, wie man es von einer amerikanischen Standshow erwartet.

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Damit neigte sich unser spannender, erlebnisreicher und unglaublich eindrucksvoller Tag dem Ende. Zum Glück hatte sich auch bis dato die südkalifornische Sonne etwas normalisiert. Spannendes Detail: Damit im Park keiner kollabiert, gibt es überalls „Cooling Stations“, welche Trockeneis versprühen an dem man sich abkühlen kann.

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Ich kann jedem, der mal in LA ist und sich auch wirklich nur *halbwegs* für Film und Fernsehen interessiert dringend anraten die Studio Tour mitzumachen und, wenn es irgendwie geht, die VIP-Variante zu wählen. Letztlich gilt auch hier der alte Grundsatz „Time is Money“ und wer das maximalste sehen will in der Zeit, die zur Verfügung steht, kommt um den „Extendend Access“ nicht drumherum – von den exklusiven Eindrücken ganz zu schweigen.

Wir möchten uns ganz herzlich bei den Customer Relations, der VIP Experience, den Leuten von Universal und natürlich bei unserem wunderbaren Guide Natalie bedanken für einen Tag, den keiner von uns jemals wieder vergessen wird und hoffen auf ein Wiedersehen … irgendwann einmal, in den …

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