Sommertour 2013Roadtrips

Tag 6: LA, Santa Monica und Fahrt nach San Francisco

von Robert 18. September 2013 0 Kommentare

Der sechste Tag ging im Garden Inn by Hilton los. Wie Uwe schon geschrieben hat, entsprach es zwar auch unseren Erwartungen, aber das nur weil wir diese bei allem was mit Hilton zu tun hat, gehörig nach unten geschraubt haben. Das Hotel versprüht, naja sagen wir mal „Retro-Charme“. Dazu hat z.B. der N64 in unserem Zimmer beigetragen, der so alt ist, dass es fast schon wieder cool ist :). Aber kein Valetparking, keine Hilfe beim Gepäck tragen, eine „Suite“ die nur mit viel Fantasie als solche durchgeht. Das Frühstück habe ich mir dementsprechend auch geschenkt.

Nachdem es über den Tagesablauf einige Unstimmigkeiten gab, waren wir uns einig das als nächstes der Hollywood Boulevard auf dem Programm stand, denn es wir haben LA den Rücken gekehrt und das Must-Have. Der Boulevard selber ist recht lang und weiter Teile davon sind unspektakulär. Es ist halt eine Straße wo Sterne mit Namen drauf eingelassen sind. Je mehr bekannte Stars auf dem Boden verewigt sind, desto besser ist auch die Gegend. Die hochkarätigsten findet man rund um das weltberühmte Dolby Theatre.

Hier finden sich die ganz großen Namen wie Keanu Reeves, Sandra Bullock, Anthony Hopkins, Steven Spielberg, Halle Berry und viele andere mehr.

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Ich persönlich war eine halbe Stunde auf der Suche nach dem Stern meiner gelben Lieblingsfamilie, und auch diese hat – natürlich ganz zu recht – einen Platz ganz unweit des Dolby Theatres bekommen :).

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Für mich als alten Trekkie waren natürlich auch die Sterne von z.B. William Shatner, Walter Koenig, Patrick Steward und natürlich Gene Roddenberry sehr spannend. Getoppt wurden die aber nochmal von der Platte die zum 25. Geburtstag von Star Trek (bereits 1991) gestiftet wurde und die Unterschriften von allen großen Namen der Serie in Beton enthält.

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Was mir noch als fast ein bisschen nervig aufgefallen ist, sind die vielen abgehalfterten Typen in Kostümen wie z.B. Spiderman o.ä. die versuchen einem ein paar Dollar für ein schlechtes Foto aus der Tasche zu ziehen, wobei die meisten davon wirklich einfach schlecht aussehen.

Mit diesen Eindrücken haben wir dann Los Angeles verlassen und sind in Richtung Norden – gen San Francisco – aufgebrochen. LA hinterlässt einen gemischten Eindruck. Auf der einen Seite ist es natürlich die Stadt von Stars, Hollywood und Filmen, auf der anderen Seite ist die Stadt sehr dreckig, in weiten Teilen verarmt, der Verkehr ist eine Katastrophe und es gibt noch viele weitere Probleme. Man muss sich wohl selbst ein Bild machen, wohnen wöllte ich hier jedoch nicht. Verabschiedet hat uns die Stadt dann mit den Worten:

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Auf dem Weg nach Norden haben Uwe und ich nochmal in West-LA angehalten. Hier führen die Amis das höchstumstritten „Fracking“-Verfahren durch, bei dem hochkonzentrierte und meist hochschädliche Chemikalien mit viel Druck in den Boden gepresst werden um so Gesteinsschichten aufzubrechen und an Ressourcen zu kommen. Das Verfahren ist nicht ohne Grund höchstumstritten und gefährlich und wird hier zwischen Schulen und Kinderspielplätzen angewandt … äußerst fragwürdig.

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Uwe, der die Besichtigung für seine Abschlussarbeit an der TU Bergakademie Freiberg benötigt, wird darauf sicherlich nochmal ein wenig genauer eingehen. Für mich als sowohl politisch als auch technisch interessiertem Menschen waren es trotz meiner Fachfremdheit spannende Eindrücke, obwohl unsere Dokumentationsmaßnahmen von den Arbeitern doch recht argwöhnisch beobachtet wurden. Wir hatten nicht viel Lust auf Kontakt mit dem LAPD, also haben wir uns dann beizeiten aus dem Staub gemacht.

Ein bisschen Nördlich von LA liegt die malerische, mondäne Küstenkleinstadt Santa Monica, mit dem weltberühmten, gleichnamigen Pier – für uns der perfekte Kontrast zu den Großstadtstrapazen der letzten Tage. Dort angekommen haben wir festgestellt, dass man da wohl nicht ganz ungefährlich lebt, den etliche Schilder weisen auf die Gefahr von Erdbeben hin und geben die Anweisung in einem solchen Fall schnell das Inland oder Höhenlagen aufzusuchen um einem eventuellen Tsunami zuentfliehen.

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Santa Monica selber verführt mit seinem gigantisch breiten Strand, so einen breiten habe ich glaub noch nie gesehen, seiner mondänen Promenade und natürlich dem klassischen Pier – einem breiten Holzsteg der ins Wasser reicht.

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Auf diesem befindet sich, neben mehreren Restaurants und Läden, auch ein kleiner Vergnügungspark mit Achterbahn, Riesenrad und was so dazu gehört.

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Der Strand ist wie gesagt gigantisch … er ist sogar so breit dass für die Lifeguards etc. eine eigene Straße konstruiert wurde:

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Zu erwähnen ist an dieser Stelle auch die einladende Hotellandschaft, welche sich direkt an der Promenade erstreckt und aus den „Ocean View“ Zimmern einen traumhaften Blick über den Strand auf den pazifischen Ozean ermöglicht.

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… außerdem schreibt sich Santa Monica auf die Fahne der Geburtsort des Fitness Booms zu sein, ob das so ist vermag ich nicht zu beurteilen. Jedenfalls sind am Strand etliche Möglichkeiten zur köperlichen Ertüchtigung aufgebaut, die von den einheimischen auch durchaus intensiv genutzt wurden.

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Witzig in dem Zusammenhang finde ich allerdings den Fakt, das 5m weiter schön Fett verkauft wird, in Form von z.B: „Cheese on a  Stick“.

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Da ich als Käseliebhaber immer auf der Suche nach neuen Zubereitungsvariationen bin und wir uns ja dem Land anpassen möchten, haben wir uns auch, für je 4$, einen Käse gegönnt. Allerdings besteht das „Gericht“ aus relativ wenig Käse und einem relativ dicken Mantel aus einer Art, unschöner Weise überwiegend süßem, Teig, was dann in Kombination bis zum Tod fritiert wird.

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Nunja, kulinarisch eine durchaus interessante Erfahrung, aber schmackhaft ist anders. Nach dieser, nennen wir es Stärkung, haben wir uns dann auf den langen weg nach San Francisco gemacht. Es ging durch das kalifornische Inland, das sehr beeindruckend ist mit seinen Berg- und Wüstenlandschaften. Es wurde auch nicht nur landschaftlich wüstenartig sondern auch klimatisch.

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Hier sollte man nicht unbedingt ohne Wasser oder mit leerem Tank losfahren, denn zwischen den Tankstellen liegen auch gerne mal 50 Meilen und mehr. Motorüberhitzung ist ebenfalls ein großes Problem, etliche Trucks sind liegengeblieben. Außerdem weisen Schilder am Straßenrand darauf hin, dass man sich doch genau überlegen soll ob man die Klima anmacht da das die Gefahr einer Überhitzung deutlich erhöht …

Nach ca. 200 Meilen Wüste wurde die Landschaft dann wieder deutlich freundlicher und wir sind vorbeigefahren an Ranches, Farmen, Feldern … wie man sich den Westen und mittleren Westen der USA so vorstellt. Nach insgesamt über 700km, die Uwe bravourös gemeistert hat, da es mir an dem Tag nicht übermäßig gut ging, sind wir vor den Toren San Francisco angekommen. Die Oakland Bay Bridge, für deren Benutzung wir 4$ an Maut entrichten mussten, ist nachts mit vielen Tausend LEDs beleuchtet und bietet eine beeindruckende Einfahrt in die noch beeindruckendere Stadt an der Bucht („City by the bay“). Um diesen nicht zu spoilen, verzichte ich hier auf halbgare Handyphotos, aber gedulded euch ein Wenig, es werden Hammerbilder folgen :).

Eingecheckt haben wir in einem der, so dachten wir zumindest, edelsten Hotels der Stadt – dem Mandarin Oriental – einem der 5-Sterne Hotels auf unserer Reise. Der Ersteindruck ist überwältigend, insbesondere der Ausblick, aus dem 43. Stock des dritthöchsten Gebäudes der Stadt ist kaum zu überbieten. Wir haben explizit ein Zimmer mit Aussicht auf die komplette Bay und beide Brücken gebucht, und was soll man sagen. Ich habe selten etwas Atemberaubenderes gesehen. Aber davon wird ein anderer Artikel handeln 🙂

Zum Abschluss des Abends haben wir uns entschlossen den Zimmerservice noch ein Wenig zu bemühen und haben uns über die erstaunlich günstigen Preise gefreut. Für 2 große, gute belegte Pizzen mit Getränken sowie 2 Manhattens „San Francisco“-Style haben wir umgerechnet etwa 30€ pro Person bezahlt – und konnten unser Essen bei einem Ausblick genießen der so wohl kaum nochmal woanders zufinden ist.

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