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Gedankenbeitrag: Fracking im Stadtkern?

von Uwe 24. September 2013 0 Kommentare

Dieser Beitrag hat nur bedingt etwas mit unserem Roadtrip zu schaffen. Alle diejenigen, die sich für das Thema nicht interessieren, müssen ab hier nicht weiterlesen, da die Relevanz bzgl. unseres Trips kaum gegeben ist.

Da ich mich persönlich sehr für das Thema Fracking interessiere und gerade meine Abschlussarbeit darüber verfasse, kam ich nicht am „Inglewood Field“ vorbei. Hier wird gebohrt. Und aufgebrochen. Und gefördert.

Was ist eigentlich Fracking?
Hydraulic Fracturing ist die Methode, um unkonventionelle Gaslagerstätten abbauen zu können. Es ist das hydraulische Aufbrechen des Gebirges, um das dort lagernde Gas (Schiefergas) freizusetzen. Dieses ist nötig, wenn das Gas in geschlossenen Poren lagert. Diese werden mit hohem Druck „gesprengt“. Dafür benutzt man im Normalfall eine Frac-Flüssigkeit, die zum größten Teil aus Wasser besteht. Wichtiger sind allerdings die restlichen Bestandteile. Sand und Chemikalien. Gerade hier in den Staaten, welche die Vorreiterrolle bei dieser Technik einnehmen, werden zum Teil ziemlich schädliche Stoffe verwendet.

Hier in den USA gibt es riesige Debatten darüber, ob Fracking das Grundwasser verschmutzen könnte. In manchen Orten brennen Wasserhähne, in anderen werden Menschen krank – ein Zusammenhang konnte diesbezüglich aber noch nicht nachgewiesen werden (…).

Klar ist aber, dass nicht alle Chemikalien wieder aus dem Bohrloch nach oben kommen. Ein wesentlicher Anteil verbleibt im Gebirge. Schlimmer allerdings ist der Teil, der auf dem Rückweg nach oben eventuell „verloren“ geht. Es gibt verlässliche Statistiken nach denen jede elfte Zementierung bzw. Kompletierung direkt nach Fertigstellung undicht ist (!) – jede zweite wird es innerhalb von zehn Jahren. Für alle, die sich darunter nichts vorstellen können: Die Zementierung schützt und grenzt das Bohrloch ggü. dem Gebirge ab. Ist diese tatsächlich undicht, gelangen Stoffe (wie eben diese Chemikalien, oder eben das Gas) in die Formation, oder sogar in eine grundwasserführende Schicht. Eben hier sehe ich die größte Gefahr für das Grundwasser.baldwin_hills_community_standards_district_final_eir-1

(Quelle: http://baldwinhillsoilwatch.org/wp-content/uploads/baldwin_hills_community_standards_district_final_eir-1.jpg)

Ich begab mich also nach Inglewood – einem Stadtteil von Los Angeles. Und dieser liegt nicht außerhalb, sondern im Kerngebiet von L.A..

Hier stockte Robert und mir der Atem. Überall Pumpen. Und es wird noch kräftig weiter gebohrt. Mitten in Los Angeles. Angrenzend an ein College und Einfamiliensiedlungen. Wow. Wir waren beide absolut schockiert, wie dicht hier alles zusammen lag. Von so manchem Garten könnte man fast das gesamte Areal überblicken.

Seht in der folgenden Galerie selbst. Ich jedenfalls halte diese Methode in derartigen Ballungsräumen für äußerst bedenklich. Und wie ihr sicher gelesen habt, ist die Trinkwasserqualität in L.A. sowieso schon zweifelhaft.

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