Sommertour 2013Roadtrips

Tag 12: … und noch mehr Natur – Olympic National Park

von Robert 24. September 2013 0 Kommentare

Aufgewacht sind wir, so wurde ich belehrt, in der Twilight-Stadt Forks. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass wir nur hier geschlafen haben, weil es die einzige größere Stadt im Umkreis von 50 Meilen war, von meiner Seite aus hatte das mit Twilight nichts zutun, obschon die Augen von Uwe bei dem Gedanken schon ein wenig geleuchtet haben, oder war es nur eine Reflexion des Mondlichtes? :p.

Frühstück, das uns auch Zeit gab das Wahlergebnis in Deutschland ein Wenig zu verdauen, gab es direkt neben unserem Motel. Die Bedienung war ziemlich mürrisch aber das Bacon-Cheddar-Omlett hat dafür durchaus entschädigt. Auch sehr spannend war hier der Plausch mit einem älteren Herren, der uns direkt als Deutsche identifizierte und in einem kurzen historischen Diskurs die Tatkraft der Deutschen lobte und als Beispiel dafür – sehr treffend – die Wiedervereinigung anführte.

Da wir uns nach wie vor in der Nähe des Olympic National Park befanden, der mit seiner Fläche etwa anderthalb mal so groß wie das Saarland riesige Dimensionen aufweist, kamen wir nicht umhin noch ein Wenig die Wildnis zu erkunden. Wir hatten uns mithilfe von TripAdvisor und dem hier allgegenwärtigen National Park Service (NPS) einen Überblick verschafft und festgestellt, dass die nächstgelegene Attraction die „Sol Duc Falls“ sind – diverse Wasserfälle mitten im Regenwald.

An den Eingängen des Parks steht immer ein kleines Häusschen mit einem Ranger, wo man eine Art Eintritt bezahlt, der dafür aufgewendet wird um die Natur zu erhalten – insofern eine durchaus sinnvolle Investition. Im Olympic National Park sind es derzeit für PKW 15$ pro Auto. Nach einer 12-Meilen Fahrt durch die Wildness kamen wir am Parkplatz an und wurden sogleich darauf hingewiesen dass es hier nicht ganz ungefährlich ist – schließlich ist die weite Wildnis des pazifischen Nordwesten auch die Heimat vieler Raubtiere, unter anderem auch des mächtigen Grizzlybärs.

Man muss, wenn man den Wald zum campen nutzt, zwingend geruchs- und bissfeste Container mit sich führen und sein Essen darin verstauen, weil es sonst die braunen Riesen anlockt. Auf dem Weg zu den Falls haben wir auch verdächtige braune Häufchen entdeckt … möglicherweise tatsächlich der Schiss eines Grizzlys oder kurz „Shizzly“, wie wir das Phänomen getauft haben?

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Gesehen haben wir jedoch keinen, worüber wir auch nicht aaaaallzu böse waren :). Wir haben also die ca. halbstündige Wanderung durch die, abseits der Wege, unglaublich dichte Vegetation, zu den Falls angetreten und uns also – man höre und staune – tatsächlich mal etwas ohne unsere Ledersattel bewegt :p.

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Die Falls selber beeindrucken in erster Linie eher mit ihrer Naturbelassenheit, ihrer Geräuschkulisse in der sonst nahezu stillen Wildnis und der tosenden Kraft, die von Ihnen ausgeht.

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Auch hier haben wir uns einige Minuten genommen um die Schönheit des Ortes, trotz des abermals verregneten Wetters, einzusaugen und zu genießen.

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Mit diesen Eindrücken im Hinterkopf haben wir dann die Rückwanderung zum Parkplatz angetreten und unsere Reise, inzwischen Richtung Osten und weniger gen Norden, fortgesetzt zur nächsten Attraktion des Parks – der sogenannten „Hurricane Ridge“.

Hier handelt es sich um eine Gebirgsregion, welche auf etwa 1.600 Höhenmetern liegt und somit zunächst erklommen werden musste. Am Eingang erwartete uns abermals ein Rangerhäuslein. Die nette Lady vom National Park Service hat uns aber sofort den Zugang gewährt, da wir ja bereits unsere 15$-Admission, welche im übrigen für 7 Tage gültig ist, beglichen hatten. Allerdings gab sie uns den Hinweis mit auf den Weg, dass es oben mit um die 0° recht kalt ist und aufgrund des Nebels die aussicht im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich getrübt. Wir haben, nicht zuletzt wegen der kurvenreiche Passstraße :), die Auffahrt dennoch unternommen und haben oben festgestellt, dass die Dame nicht gelogen hat.

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Auch der Abfahrt mussten wir unser Pony ein wenig zügeln, da die Nasse, kurvenreiche Straße, die fehlenden Leitplanken mit steilen Hängen dahinter sowie diverse Nebelbänke dies geboten.

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Somit war die Aussicht auf dieses doch sehr hochgelobte Naturgebiet ziemlich enttäuschend, zum Glück hat es dennoch für 1-2 Schnappschüsse gereicht wie sich die Wolken durch die Täler ziehen:

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Mehr oder minder unverrichteter Dinge haben wir dann die Fahrt zu unserer letzten Station in Washington angetreten – der Großsstadt Seattle. Unsere erste Station war der Seattle-Tacoma Airport, an dem Team Rieger einige Stunden zuvor planmäßig aber dennoch leider, den Flieger in Richtung Heimat bestiegen hat. Hier haben uns die beiden Kollegen eine kleine Schnitzeljagd bereitet, um uns die AT&T Simkarte zu vermachen und damit den restlichen, nicht aufgebrauchten Internettraffic. Nach einigen Hinweisen, und dem Gefühl jeden Moment von der TSA für Terroristen gehalten und getaserd zu werden, sind wir dann hinter der Deckenplatte des Behindertenklos fündig geworden. Ich hoffe, dass da nicht irgendwann mal einer eine Bombe versteckt, denn meine Fingerabdrücke finden sich dort jetzt mit Sicherheit :p.

Bye bye Team Rieger!

An dieser Stelle verabschieden wir uns auch offiziell von Team Black – Thomas und Henry – und bedanken uns für tolle anderthalb Wochen, viele einmalige Eindrücke zusammen und einfach eine tolle und unvergessliche gemeinsame Zeit. Wir hoffen ihr hattet eine angenehme Rückreise Jungs und habt nicht zu krassen Jetlag. Es war mir eine Ehre, Gentlemen. Wir sehen uns alsbald in Good Old Germany :).

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Die letzte Station für diesen Tag führte uns dann in unser Hotel, abermals ein Red Lion, diesmal in Bellevue – unmittelbar vor den Toren Seattles. Die Kette hat es uns ein bisschen angetan – für nichtmal 50$ pro Nacht und Nase bekommt man hier ein ordentliches Zimmer mit zwei Doppelbetten, einem großen Fernseher, einem sauberen Bad, adäquaten Service, eine brauchbare Internetverbindung und – so man denn gewillt ist bis um 9 zu essen – ein Frühstück aufs Haus.

Als letzte Pflicht für den Abend haben wir uns vor den schönen Samsung-Flat gepflanzt und uns in aller Ruhe die vorletzte Folge der grandiosen amerikanischen Dramaserie „Breaking Bad“ von Vince Gilligan (dem Erfinder von unter anderem Akte X) zu Gemüte geführt, von der sowohl Uwe als auch ich große Fans sind. Nach einer angeregten Diskussion über den Inhalt und mögliche Ausgänge der Serie mit dem Finale nächsten Sonntag wurde der Matratzenhorchdienst angetreten.

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