Sommertour 2013Roadtrips

Tag 17: Utah & Salt Lake City

von Robert 28. September 2013 0 Kommentare

Nach dem Aufwachen haben wir das übliche Prozedere durchgezogen: Checkout und Frühstücksempfehlung abholen. Die nette Dame an der Rezeption hat uns abermals ein „Smitty’s“ empfohlen, das wir auch sogleich aufgesucht haben. In der Karte gab es einen „German Pancake“, an welchem Uwe nicht vorbeigekommen ist. Ob er denn auch wirklich „german“ ist … nun, siehe oben.

Welcher Deutsche ist sowas nicht jeden Tag zum Frühstück :p ? Bei mir gab es das „Country Chef Omlette“ – gefüllt mit Tomaten, Bacon und Käse und als Topping Sauce Hollandaise. Nicht unbedingt kalorienfreundlich aber doch sättigend und lecker :).

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Unsere Fahrt haben wir dann Richtung Süden fortgesetzt und hatten unterwegs die Gelegenheit die Schönheit der bergigen Landschaft im Grenzgebiet zwischen Idaho und Utah zu bestaunen.

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Allerdings waren am Horizont Richtung Utah schon dunkle Wolken die Vorboten unserer Erfahrungen dort.

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Viel zu tun gibt es sonst hier im amerikanischen Hinterland sonst nicht. Das setzte sich dann auch in Utah fort, wo 80% der Einwohner in Salt Lake City wohnen. Die Stadt an sich macht einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck. Schon bei der Ortseinfahrt hat uns ein zahnloser Bettler begrüßt … traurig. Das wurde auch auf dem Weg ins Stadtzentrum nicht wesentlich besser.

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Das Zentrum sieht etwas zivilisierter aus, wenn auch örtlich sehr begrenzt.

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Das Einzige was das Stadtbild hier ansonsten etwas aufwertet sind die vielen Kirchen und Religionsstätten der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage“, besser bekannt als Mormonen. In Utah gehören knapp 70% der Bevölkerung dieser Glaubensgemeinschaft an und Salt Lake City ist das Zentrum – dementsprechend religiös geht es hier zu.

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Tripadivsor weist im übrigen als Number 1 Sehenswürdigkeit den Mormonenchor aus … na da weiß man ja wo man gelandet ist.

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Zumindest der „Salt Lake Temple“, das Zentralheiligtum der Mormonen, ist architektonisch interessant … jedoch nicht interessant genug für uns um anzuhalten, daher musste ein Foto aus dem Auto heraus reichen.

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Außerdem ist der Religiongründer, Joseph Smith im Stadtbild allgegenwärtig.

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Hmmm und was gab es sonst noch so außer Pennern, Kirchen und Mormonen in Salt Lake City … lasst mich überlegen … ach ja – den Bahnhof. Das wars dann aber auch schon.

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Wer also mal in Mittel-Nordamerika ist und mit dem Gedanken spielt Salt Lake City zu besichtigen kann dies getrost seinlassen, wenn man diese Stadt nicht kennt hat man nichts verpasst. Aber gut, was will man auch erwarten von einer Stadt bzw. einem Staat der völlig auf religiöse Fanatiker ausgerichtet ist …

So haben wir ihr auch beizeiten wieder den Rücken gekehrt und sind weiter gen Süden gezogen. Belohnt wurden wir dafür mit einem wunderschönen Panorama, bei dem die untergehende Sonne die Berge am Horizont in ein herrliches Licht getaucht hat.

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Ohne jetzt, aus Sicherheitsgründen (wir wollen schließlich auch unbehelligt wieder ausreisen), näher ins Detail gehen zu wollen, haben wir am Wegesrand noch unsere Kommunikationsdaten wiedergefunden. Wer im letzten halben Jahr mal den Fernseher angemacht, eine Internetseite besucht oder die Zeitung aufgeschlagen hat wird wissen wovon ich rede. Nur soviel: es geht um Datenverarbeitung und wir befinden uns in Utah …… !!

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Nicht ganz schlüssig waren wir uns zunächst über unser Nachtlager. Eigentlich wollten wir in „Price“ übernachten, aber da die Strecke zu unserem nächsten Ziel dann morgen ziemlich heftige geworden wäre und wir noch halbwegs fit waren, haben wir unsere Fahrt ein Bisschen fortgesetzt, mit „Moab“ als Ziel. Dies hätte sich beinahe als Fehler erwiesen, denn Moab ist die Einzige Stadt im Umkreis von 50 Meilen die Übernachtungsmöglichkeiten bietet und ist Freitag Abend nahezu komplett ausgebucht.

An fast allen Hotels und Motels kleben Zettel an der Tür „Sorry, aber kommt gar nicht erst rein, wir haben keine Zimmer mehr“. Unser Glück war, dass im Hampton Inn jemand seine Reservierung storniert hatte und so haben wir tatsächlich das letzte freie Zimmer in der Stadt bekommen und mussten heute nicht mehr 250km weiter nach Cortez in Colorado fahren um noch ein Bett abzubekommen.

Das Zimmer an sich ist sehr schön, entsprach aber mit 199$ für die paar Stunden die wir hier verbringen nicht ganz unseren Preisvorstellungen, so dass wir mal wieder ein wenig mit dem Rezeptionisten nachverhandeln mussten. Das war recht witzig und gestalltete sich etwa so:

Er: „Ich habe noch ein Zimmer für 199$“
Uwe: „Hmm das entspricht jetzt nich ganz unseren Preisvorstellungen.“
Er: „Das ist die normale Rate für das Zimmer und selbst wenn ich 20 Zimmer frei hätte müsste ich diese Rate berechnen!!“
Ich: „Können wir uns nicht doch vielleicht auf einen kleinen Nachlass einigen?“
Er: „Hmmmm ok, machen wir 150$.“
Wir: „Ähhh Deal :D“

Nicht sehr charakterstark, der gute Mann, aber darüber möchte ich mich an dieser Stelle nicht beschweren und werde stattdessen jetzt in mein Queensize-Bett wandern um für morgen halbwegs fit zu sein. Gute Nacht, Amerika!

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