Sommertour 2013Roadtrips

Tag 18: Fahrt nach New Mexiko

von Robert 29. September 2013 0 Kommentare

Unser Tag begann im letzten freien, dafür sehr schicken, Zimmer in Moab, Utah – genauer im Hampton Inn. Das war auch das erste Hotel der Hiltongruppe, dass in den Staaten dem eigenen Anspruch gerecht wurde. Service gut, Zimmer schick, Preis noch im Rahmen.

Die Late-Checkout Zeit, die wir auf um 12 verhandelt haben, wurde bis zur letzten Sekunde ausgereizt und auch ein bisschen darüber hinaus :). Der Blick aus dem Fenster nach dem Aufstehen offenbarte, seit Tagen mal wieder, kompromisslos blauen Himmel vor einem echt schicken Bergpanorama, dass uns noch einige Zeit begleiten sollte.

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Nach dem leckeren Frühstück im Moab Diner, Burger und Omlette, wie es sich in Amerika gehört, sind wir unsere Tour fortgesetzt. Auf unserem Pony sind wir, fast wie echte Cowboys, durch die Prärie des Wilden Westens geritten. Ein bisschen Nervenkitzel hat uns der Durst unseres Gefährts bereitet, den wir bei der Abfahrt ein Bisschen vernachlässigt haben. Das Tankstellennetz ist hier zum Glück nicht ganz so dünn wie man es vermutet und so sind wir mit einer halben Galone im Trog in den Stall getrapt. Mit dem Kanister durch die Wüste laufen konnte zum Glück abgewandt werden, das wäre jetzt nicht sooo toll fürs Urlaubsfeeling gewesen :p.

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Wir sind auch nach der x-ten Tankfüllung noch ein Wenig schockiert über die Qualität des Benzins hier … das Beste wann man hier bekommen kann ist, ähnlich wie in Deutschland, zwar Shell V-Power, nur dass es hier gerade mal 91 Oktan hat anstatt 100. Das billigste was man in Deutschland so bekommt ist glaube ich 95er.

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Allerdings muss man auch dazusagen, dass dies bei den geradezu lächerlichen Preisen, gemessen an deutschen Verhältnissen hier, eine Manko ist, dass man äußerst gerne in Kauf nimmt. Wir hatten heute auch unseren Negativ-Spritpreisrekord gebrochen mit 3.01$ / Galone, was etwa 0,59€ / L entspricht. Da kann es auch gerne ein Wenig an der Effektivität mangeln und sein wir ehrlich … Ford oder GM bekommen sowieso keinen Motor konstruiert, der mit 95 Oktan oder mehr klar käme.

Auf unserem Weg nach New Mexiko sind wir dann etwas von der vorgeschlagenen Route, und somit von der Interstate, abgewichen aus verschiedenen Gründen. Zum einen einen ist die Natur noch unberührter und zum anderen ist hier auch die Gefahr einen netten Officer am Straßenrand zu treffen deutlich geringer und nach knapp 3 Wochen mit 65mph hatte ich schon das Bedürfnis unserem Reittier mal richtig die Spuren zu geben … hat gut gewiehrt, der Kleine :D.

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Alamo hat in weiser Vorraussicht den Vortrieb ab 115mph (etwa 185km/h) abgeriegelt. Das ist aber vielleicht bei den Ballonreifen, dem weichen Fahrwerk und den Straßenverhältnissen gar nicht so blöd. Die Amerikaner halten nicht viel davon eine Fahrbahn zu begradigen, hier wird einfach Asphalt in die Wüste gekippt, bemalt und fertig ist Straße.

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Gelohnt hat sich der Abstrecher aber auch wegen der, abermals, atemberaubenden Landschaft. Wir haben des Öfteren mal Rast gemacht um das Panorama einsinken zu lassen … Berge, Canyons und Wüste haben da wenig Alternative gelassen :).

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Auch die wilden Tiere haben ihren Teil dazu beigetragen. Hier ist natürlich in der Tat die heimische Pferderasse zu nennen die uns ein paar mal begnet ist Namens … ihr habt es bestimmt schon eraten … Mustang :). Da die Tiere leider ziemlich scheu und schnell sind, was ziemlich erstaunlich ist da die Wenigsten aufgrund der dünnen Vegation gut genährt aussahen, gibt es hier noch ein szenastisches Foto von unserem Exemplar in seinen heimischen Gefilden :).

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Einer der wenigen, nennenswerten Ausflugspunkte, hier im Colorado-Plateau ist „Four Corners“, der einzigen Punkt in den USA wo sich vier Bundesstaaten entlang der Himmelsrichtungen treffen – Utah, Colorado, Arizona und New Mexiko.

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Es liegt im Gebiet der Navajo-Indianer von denen man hier auch einige antrifft, wie z.B. das nette Mädel dass uns die Admission (3$ pro Person) abgeknüpft hat. Hier haben wir auch den ersten Ort in den USA gefunden der KEINE Kreditkarte akzeptiert. Also haben wir unser letztes „Change“ (Kleingeld) zusammengekratzt und den Eintritt auf 3$ runtergehandelt um uns Four Corners nicht entgehen lassen zu müssen. Wie die meisten anderen Besucher hatte auch ich das Bedürfnis mich gleichzeitig in vier Verschiedenen US-Bundesstaaten aufzuhalten :).

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Am Rande von Four Corners gibt es kleine Stände wo Händler, hauptsächlich Indianer, versuchen verschiedene Waren an den Mann zu bringen zu bringen. Hauptsächlich handelt es sich dabei um indianischen Schmuck, Malerei aber auch Essen und anderes mehr.

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Wir sind noch eine Weile in den vier Staaten herumgesprungen und haben dann unsere Reise Richtung Südosten fortgesetzt und zwar nach …

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Unterwegs wurde es noch einmal technisch interessant, denn auch gerade hier in der Wüste ist die Gewinnung von Bodenschätzen wie Öl und Schiefergas ein großes Thema. Uwe, der ja hier auch für seine Abschlussarbeit recherchiert, hat sich die Sache entsprechend fachkundig näher angeschaut und dokumentiert.

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Dabei kam uns – im Gegensatz zu LA – entgegen, dass hier zum einen weit und breit sonst nichts ist und zum anderen ist auch Wochenende und dementsprechen verwaist sind die Anlagen.

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Allerdings wäre es vermutlich auch so kein größeres Problem gewesen sich die Technik anzuschauen, denn hier ist alles frei zugänglich. Es gibt keine Zäune, nichtmal ein „Betreten verboten“-Schild oder ähnliches. Unbehelligt war es uns dennoch lieber.

Im letzten größere Ort sind wir nochmal bei Burger King rangefahren um uns für die letzten 300km zu stärken. Gegenüber von diesem sind wir auch das erste Mal mit dem Thema Waffen in Berührung gekommen und haben einen Waschechten „Gunshop“ gefunden. Reingehen, mit Munition und Knarren eindecken und wieder herausspazieren … in Deutschland unvorstellbar und, nicht zuletzt in Anbetracht kürzlicher Ereignisse, wäre es besser wenn man auch hier die Gesetzeslage überdenken würde.

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Den Rest der Strecke konnten wir abermals den Sonnenuntergang in der Wüste bestaunen, der die Berge in ein fabelhaftes Lichtspiel taucht und diese in blau, orange, gelb, lila und rot hüllt. Da dies leider fotografisch kaum einzufangen ist, werden wir u.a. hierzu noch ein entsprechendes GoPro-Video nachreichen.

Gegen Abend sind wir angekommen in unserem Tagesziel – Albuquerque, New Mexiko. Serienfreunde werden eine ziemlich genaue Vorstellung davon haben warum wir uns gerade jetzt, gerade hier aufhalten – aber dazu morgen mehr :D.

Das erste Ziel war, nicht ganz in meinem Sinne, der örtliche Apple-Store, wo Uwe sich mit einigen angebissenen Früchten eingedeckt hat um diese zuhause wieder unter das gammelobst-hungrige Volk zu bringen ;). Der Vorgang gestaltete sich unerwartet schwierig, da zum einen unser „Genius“ Ron ernsthafte Probleme hatte die beiden 5S abzurechnen und zum anderen weil sich Mastercard quergestellt hat bei einer größeren Transaktion im Ausland. Nach einer geschlagenen halben Stunde und einem kompletten Datenabgleich für Uwe hatte er dann das ersehnte Gut.

Danach ging das Standard-Abendprogramm los, sprich ab ins Seven-Eleven und mit Bier eindecken. Bier heißt in dem Sinne Corona oder Heineken, da die Lite-Pisse die die Amis als solches bezeichnen, schlicht ungeniesbar ist – jedenfalls für den deutschen Gaumen. Im 7-11 waren, in New Mexiko wenig verwunderlich, sowohl vor als auch hinter dem Tresen mehr Mexikaner als US-Amerikaner und ohne jetzt hier Vorurteile bedienen zu wollen, das in den Medien geschürte Bild vom „Lazy Mexican“ kommt wohl nicht ganz von ungefähr …

Wenigstens der Checkin ins Best Western Executives Suites verlief schnell und unkompliziert und so beenden wir den Abend in unserer, mit etwa 30€ pro Nacht und Nase erstaunlich günstigen Suite.

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