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Die Aufholjagd – Fazit zum Tag 2 der Easter Rallye 2015

von Uwe 26. April 2015 0 Kommentare

Der zweite Tag unserer diesjährigen Easter Rallye versprach spannend zu werden. Trotz der starken Führung von Team GranCoupé waren die anderen drei Teams hochmotiviert, den Sieg für das MWT-Gastteam doch noch zu vereiteln. Wir erinnern uns an die Ausgangslage nach dem Ende der ersten Etappe:

  • Team GranCoupé: 9 Punkte
  • Team Ultra: 5 Punkte
  • Team Strohhut: 4 Punkte
  • Team BroPower: -1 Punkt

Der Vormittag bestand für die Teams darin, noch offene Besorgungen abzuschließen und sich mit vollem Tank, vollen Mägen und geringstmöglichem Harndrang an den Start zu begeben. Google Maps verhieß beste Aussichten für schwache Navigationssyteme – kaum Verkehrsbeeinträchtigungen auf allen möglichen Routen zum Ziel im ca. 720 Kilometer entfernten Monopoli. Auf der zweiten Etappe der Rallye sollte das eigene Können der Teams, statt des Informationsvorsprungs durch „Real Time Traffic Information“ deutlicher zu sehen sein.

Nach einer kleinen Auswertung bezüglich der bereits gesammelten Rallye-Challenges ging es an das Ziehen der Tages-Challenges! Es ergaben sich:

  • Das Kolosseum in Rom (2 Punkte)
  • Das Castello in L’Aquila (5 Punkte)
  • Das Fiatwerk in Melfi (2 Punkte)

Regenstart in Florenz

Durch eine Erweiterung der Vorabstrategiezeit wurde der Start um eine Stunde auf 13:00 Uhr verschoben und alle Teams zogen sich in die an der Startlinie befindlichen Fahrzeuge für eine letzte Strategiebesprechung zurück.

Etwa 40 Minuten vergingen mit Side-searches, hämischem Grinsen und rauchenden Köpfen bis sich unser professioneller Linienrichter in Position begab, die Freigabe zu erteilen.

Start Etappe 2 Florenz Easter Rallye 2015

Wie auf der ersten Etappe gab es zügig eine Diversifikation der Routenwahl. Team BroPower bog bereits an der ersten Ampel Richtung Zentrum Florenz ab und nahm für diese deutlich kürzere Route den Zeitverlust einer direkten Auffahrt auf die Autobahn in Kauf. Schließlich führten uns zu Beginn der zweiten Etappe alle Wege nach Rom. 🙂 Grau war es in Florenz zwischenzeitlich geworden, ziemlich nass obendrein.

Trotz vorbildlichen Verhaltens aller Teams im Verkehr ereignete sich früh der erste Führungswechsel. Team GranCoupé schob sich, wiederholt durch exzellente Vorbereitung, an Team Strohhut vorbei, indem der Vorteil des „Telepass“ weiter an Bedeutung gewann. Der 6er rollte ohne zu stoppen durch die Mautstation – Team Strohhut im 4er durfte sich fürs Ticketziehen erst einmal anstellen.

Bestandsaufnahme 35min nach Start, als alle Teams auf die „Autostrada“, die italienische Autobahn, aufgefahren sind:

Nach dem Start in Florenz Easter Rallye 2015

  • Team GranCoupe in Führung
  • Team Strohhut 60 Sekunden lauernd dahinter
  • Team Ultra knappe 90 Sekunden hinter Strohhut
  • Team BroPower mit der kürzeren Strecke durchs Zentrum 19min hinter dem Führungstrio

Es herrschte Sichtkontakt zwischen GranCoupé und Strohhut! Quasi als Doppelspitze ging es für beide Teams in Richtung Rom, was insbesondere für das mögliche Anfahren von Challenges interessant war. GranCoupé ließ sich von Strohhut nicht abschütteln und konnte, nach einem kleinen Antäuschmanöver, hinterherwinken, als der 4er die Abfahrt in Richtung 5 Punkte, also in Richtung L’Aquila, wahrnahm. Während sich Team GranCoupé auf schnellstem Weg ins Ziel machte, um Platzierungs- und Zeitpunkte zu sichern, holte sich Team Strohhut wichtige Bilderpunkte.

Team Strohhut in L’Aquila

Kontroverse in Melfi und Endspurt zum Leuchtturm

Die Aufholjagd hatte damit begonnen. Doch von den anderen Teams fuhr keines den Umweg über L’Aquila. Der von Team Strohhut erwartete „Temple Run“ auf die Burg war ausgeblieben, obgleich alle Verfolgerteams praktisch auf die Punkte angewiesen waren. Mittlerweile konnte auch ausgeschlossen werden, dass die Challenge in Rom angefahren werden würde – war allen Teams wohl sonnenklar gewesen, dass sich Rom am Osterwochenende nur als pures Verlustgeschäft herausstellen würde.

Bestandsaufnahme Challenge L'Aquila

Situationsüberblick nach dem Veröffentlichen der L’Aquila-Challenge:

  • GranCoupé führt mit knapp 7 Minuten Vorsprung auf Ultra
  • BroPower knapp 14 Minuten hinter GranCoupé
  • Strohhut investierte 62km bzw. 72min Umweg in die 5-Punkte-Challenge und liegt auf Rang 4

Team Ultra setzte auf die Strategie des Vortages – mit geringem Verbrauch möglichst weit vorne im Feld mitfahren und sich ad’hoc die letztmögliche 2-Punkte-Challenge sichern, sofern sie kein anderes Team anzufahren scheint. Hierbei handelte es sich um das Fiatwerk in Melfi, etwa 190 Kilometer vor der Zielflagge, vor dem der Audi um 18:18 Uhr posierte:

Team Ultra vor dem Fiat Zulieferer Melfi

Das waren die 2 Punkte für Team Ultra – oder doch nicht!? Rund 20 Minuten später überschlugen sich die Ereignisse auf der OTRA-Facebook-Seite als auch Team BroPower das Beweisbild der Melfi-Challenge sowie der bitter spottenden Ansage, am richtigen Fiatwerk zu stehen (der exakte Wortlaut des Kommentars lautete: „Falsches Werk in Melfi! 🙂 Nice try :D“) auf die Seite postete.

Team BroPower am Fiat Werk in Melfi

„Was war denn da los?“

Wie sich nach Zieleinlauf herausstellte, sollte BroPower dank genauerer Recherchen Recht behalten und trotz des späteren Uploads die Bilderchallenge für sich entscheiden. Der 5er stand vor dem Haupteingang des Werkes, während Team Ultra lediglich ein Bild mit einem der Zulieferer (auf dem Werksgelände!) im Hintergrund online stellte.

Eines stand aber sofort fest: Alle Teams hatten nun ihre Karten auf den Tisch gelegt und der Endspurt auf die Platzierungen war eröffnet. Während Team GranCoupé dem zweiten Etappen- und vermutlich auch Gesamtsieg entgegenfuhr, war die Ausgangslage für die Podiumsplätze ungemein spannend. Team Strohhut, welches das Treiben in Melfi gespannt verfolgt hat, wähnte sich in Schlagdistanz, trotz der verlorenen Zeit durch die 5-Punkte-Challenge doch noch als Etappenzweiter ins Ziel fahren zu können. Tatsächlich sollte es ein „Kopf-an-Kopf-Rennen“ zwischen den Teams Ultra und Strohhut werden.

Kurz nach der Challenge in Melfi Easter Rallye 2015

  • GranCoupé weiterhin in Führung und bereits in Höhe Bari
  • Ultra hält den 2. Platz trotz Anfahrens des Fiat Werks (Rückstand auf GranCoupé 34 Minuten)
  • Strohhut als Nutznießer schiebt sich auf Rang 3 (Rückstand auf GranCoupé 46 Minuten)
  • BroPower durch umfangreiche Recherchen am Werk und längerem Landstraßenteil auf Platz 4 (Rückstand auf GranCoupé 51 Minuten)

Hier kann man die ganz große Besonderheit unseres Rallye-Konzeptes sehen – trotz 2 Tagen, 14 Stunden und über 1.300 gefahrenen Kilometern war es am Ende eine Millimeter-Entscheidung, wer die Nase am Ziel vorn hat. So herrschte in den Autos bis zum Schluss Hochspannung.

Zieleinlauf: BroPower und Ultra auf 0km Restreichweite!

Und so kam es, wie es kommen musste. Team GranCoupé erlangte den zweiten Etappensieg und lud den Schnappschuss um 19:46 Uhr hoch.

Team GranCoupé am Leuchttum in Monopoli

22 Minuten später erreichte auch Team Ultra den Leuchtturm in Monopoli, dicht gefolgt (33 Minuten nach Team GranCoupé) von Team Strohhut. 55 Minuten nach den Etappensiegern erreicht Team BroPower das Ziel am Leuchtturm.

Indizierte Marcels Stinkefinger etwa schon den angenommenen Rallyesieg? Ist die Ankunftsreihenfolge der zweiten Etappe auch die mit dem Gesamtranking gleichzusetzen? Die Teams brannten förmlich auf die selbst nach Zielankunft unklare Punktelage, da war zunächst auch die eigentlich bitter notwendige, nächste Tankstelle nachrangig.

Audi TT mit 0 km Restreichweite

Die Auswertung

… erfolgte dann, wie am Vortrag, in gediegner Atmosphäre in einem Lokal unweit vom Zielpunkt. Hier danken wir GranCoupé, welches die Zeit nach ihrem zeitigen Zieleinlauf genutzt haben, um uns eine zwar gehobene, aber dennoch äußerst Preis/Leistungsstarke Gastwirtschaft zu organisieren!

Abschlussessen der Easter Rallye 2015

Punktvergabe Etappe Florenz – Monopoli

Challenge Team
BroPower
Team
GranCoupé
Team
Strohhut
Team
Ultra
Platzierung 0 3 1 2
Vor 20 Uhr ankommen 0 1 0 0
Verspätung in volle Stunde nach 20 Uhr 0 0 0 0
Höchste Durchschnittsgeschwindigkeit 0
(101km/h)
0
(114km/h)
1
(122km/h)
0
(112km/h)
Erreichte Höchstgeschwindigkeit 1 0 0 0
Geringster Durchschnittsverbrauch 0 (9.3l/100km) 0
(7.1l/100km)
0
(6.1l/100km)
1
(5,6l/100km)
Kürzeste Strecke 0
(755km)
1
(731km)
0
(843km)
0
(779km)
Nicht tanken 2 2 2 2
Bilderchallenges 2
(Fiat Werk in Melfi)
0 5
(Burg in L’Aquila)
0
Zwischenstand 5 7 9 5

Punktvergabe Rallyechallenges

Obwohl seitens Team GranCoupé noch ein finaler Versuch auf den „Balls of steel award“ mithilfe des BMW Concierge Services unternommen wurde, konnten diese Punkte leider von keinem Team eingestrichen werden. Ausgesprochen schade!

Challenge Team
BroPower
Team
GranCoupé
Team
Strohhut
Team
Ultra
Geringste absolute Kraftstoffmenge 0 0 0 2
Günstigster pro-Liter Preis 2 0 0 0
Fahrzeug unter 100.000€ BLP 1 0 1 1
Kleines Geschenk für anderes Team 1 1 1 1
Flasche italienischer Rotwein 1 1 1 1
Steinofenpizza mit Parmaschinken 1 1 1 1
Balls of steel award 0 0 0 0
Zwischenstand 6 3 4 6

Zusammen mit den Ergebnissen der ersten Etappe ergeben sich folgende Platzierungen der Easter Rallye 2015:

  • Platz 1 mit 19 Punkten – das Team GranCoupé!
  • Platz 2 mit 17 Punkten – das Team Strohhut!
  • Platz 3 mit 16 Punkten – das Team Ultra!
  • Platz 4 mit 10 Punkten – das Team BroPower!

Teambild Easter Rallye 2015 in Monopoli

Rückreise und Ostermontagsverkehr – Einmal hinten anstellen, bitte!

Die Rückfahrt fand losgelöst von der eigentlichen Rallye statt und war bestimmt durch das individuelle Heimweh der einzelnen Teammitglieder. Auf direkten Weg nach Deutschland schlug sich Team GranCoupé – aber nicht ohne vorher noch nachträglich die „Challenge“ in Imola wahrzunehmen.

Nachträgliche Challenge Imola Team GranCoupé

Auf dem restlichen Weg über die Alpen wurde der 6er dann allerdings von Schneesturm und unzähligen weiteren Rückreisenden begleitet, was zu einer abenteuerlichen Rückfahrt führte.

Den vom Brenner ausgehenden Rückstau bekamen auch die Teams BroPower und Strohhut zu spüren. Nach ein paar fantastischen Stunden in San Marino mit atemberaubenden Blick über das italienische Festland stand Abendessen in Venedig auf dem Programm.

San Marino Easter Rallye 2015 Reichen sollte es allerdings nur noch für ein kühles Bier an der Hotelbar. Aus den geplanten zwei Stunden Fahrzeit wurden am Ende sieben Stunden. Egal ob Landstraße oder Autobahn – nichts ging mehr. Unser Tipp: Landstraße nutzen, dann zahlt man wenigstens keine Maut für das Reifen Plattstehen.

Einzig Team Ultra entging etwaigen verkehrsbedingten Frustrationen und verbrachte noch einige zusätzlichene Tag bei unseren südeuropäischen Freunden. So erkundete der Audi das schroffe Apulien am Stiefelknöchen und die sanfte Toskana in und um Florenz noch einmal genauer.

Florenz bei Nacht Easter Rallye 2015

Fazit

Das war sie also, die OTRA EasterRallye 2015. Zwei verheißungsvolle Etappen nach Süditalien liegen hinter uns. Die hohen Erwartungen wurden allesamt übertroffen. Die intensive Vorbereitung und die stetigen Verbesserungen bis hin zum Endprodukt haben das diesjährige Konzept eindeutig in die richtige Richtung entwickelt. Resultierend sind Erinnerungen, die schöner kaum sein könnten. Faire Revierkämpfe, mieses Trolling und das anschließende Begießen auf trockene Lippen haben uns vereint. Auch wenn die Anspannung und Konzentration der Rallye ihre Spuren hinterlassen hat, überwiegt am Stiefelabsatz Italiens die Nachfreude über unsere Form der Eiersuche und die Gewissheit: Das müssen wir wiederholen! 🙂

Schiff im Hafen von Monopoli

Für die Teams Ultra und Strohhut als Organisatoren ging Rallye Nummer 2 zu Ende. Nach den ersten Erfahrungen aus unserer Pilotrallye 2014, die von Österreich nach Dänemark führte, konnte das Konzept dieses Jahr in einem größeren Rahmen erprobt werden. Und wir wollen nicht lügen – wir sind ziemlich happy und stolz, dass das Rallye-Konzept mit mehr Teilnehmern und über einen größeren Zeitraum wieder so exzellent wie im Vorjahr aufgegangen ist. Die Erfahrungen aus der diesjährigen Rallye werden wir nun nutzen, um das Erlebnis für alle Beteiligten an der einen oder anderen Stelle zukünftig noch besser zu gestalten.

Zum Abschluss bleibt uns ein großer Glückwunsch an Team GranCoupé auszusprechen, die mit einer Mischung aus guter Vorbereitung, fahrerischen Können und taktischen Kalkül verdient an der Spitze stehen. (Stroh-)Hut ab, Marcel und Franz, für diesen starken Auftritt.

Ein großes Dankeschön geht an Team BroPower. Auch wenn die mutigen Punktversuche, wie das zeitige Tanken in Deutschland oder die Attacke auf die kürzeste Strecke ab Florenz am Ende nicht ganz zum Erfolg geführt haben, so waren sie eine Bereicherung und eine erfrischende Brise für unsere Runde. Thomas, Henry – wir freuen uns sehr, dass ihr dabei gewesen seid.

In den Abruzzen

Und nicht zuletzt bedanken wir uns bei allen Lesern, Unterstützern, Freunden und Familienmitgliedern, die vor, während und nach unserer Rallye mitgelesen, mitgefiebert, geteilt, geliked und gelacht haben. Seid gespannt – in einigen Wochen kommt das Video zur diesjährigen Rallye, nach welchem auch der letzte überzeugt sein wird, im nächsten Jahr ebenfalls dabei sein und um den Sieg kämpfen zu wollen ;).

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