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Review: Mercedes-AMG C 63 S

von Uwe 22. September 2015 0 Kommentare

Vorbei sind die Tage als die 63er-Modelle tatsächlich noch 6,3 bzw. 6,2 Liter Hubraum hatten. Umso spannender die Frage, ob der Mythos „63“ aufrechterhalten bleibt. Der intern M177 genannte Motor war für uns folglich eines der größten Highlights der Tour – dieser ersetzt den im Vorgänger eingesetzten M156.

Technische Details

Das Herzstück bietet mittlerweile nur noch 4,0 Liter Hubraum. Allerdings verspricht Mercedes-AMG hier mehr Leistung und Drehmoment bei gleichzeitig besserem Verbrauch. 375 kW/510 PS und ein maximales Drehmoment von 700 Nm liefert das Aggregat jetzt – und das bei einem Normverbrauch von 8,2 Litern je 100 Kilometer.

Von all den neuen Entwicklungen sticht eine besonders empor. Mercedes-AMG hat die Turbolader in das „heiße Innen-V“ integriert. Das heißt: tiefere Einbauweise, kompaktere Abmessungen und sorgt für eine bessere Gewichtsverteilung. Aber im Wesentlichen verkürzt es die Wege zwischen Lader und Motorblock, da diese normalerweise außen an den Zylinderbänken angeordnet sind. Das ist keinesfalls eine Alltagstechnik, da die Lader in dem Fall sehr intensiv gekühlt werden müssen. Um das zu realisieren, gibt es spezielle Ladeluftkühler.

Mercedes-AMG GT S Motor

Der M177 wird mit wenigen Änderungen auch im GT (S) verbaut, hier heißt er durch das Zweimassenschwungrad und die Trockensumpfschmierung dann M178. Ihr könnt allerdings sehen, wie flach die Einbauweise tatsächlich werden kann und wie dicht die Lader heranrücken (zu sehen gleich hinter der Motorabdeckung). Rechts im Bild befindet sich der Instruktor der Tour, der uns die technischen Details gerade näherbringt. 🙂

Fahrerlebnis

Obgleich der M177 über eine Biturbo-Aufladung verfügt, fährt er sich dank der Nähe der Lader fast wie ein Sauger. Noch nie haben wir in einem Turbomotor so ein Ansprechverhalten erlebt. Man fühlt sich direkt von allen anderen Herstellern veräppelt, die das so (noch) nicht umgesetzt haben. Begleitet von der in dieser Klasse seltenen V8-Symphonie, stellt sich praktisch gleichzeitig zur Betätigung des rechten Pedals perfekt geregelte Traktion ein. Was für ein Effekt! So verzögerungsfrei wie möglich ergibt sich der von den 265er Super Sport Hinterreifen geniale Grip, geregelt von der mit Fingerspitzengefühl eingreifenden Traktionskontrolle.

Mercedes-AMG C 63 S Heckansicht

Die von uns getestete S-Version hat nicht nur knapp 10% mehr Leistung bzw. Drehmoment, sondern glänzt vorrangig durch die nun enthaltene Hinterachssperre und das dynamische Motorlager aus dem GT – straff auf dem Rundkurs und locker für größtmöglichen Komfort.

Auch wenn die C 63 S durch ihre Power und die präzise arbeitende elektromechanische Sportparameter-Lenkung zu jedem Zeitpunkt enorme Leichtigkeit vorspiegelt und die ausgezeichnete Keramik-Hochleistungs-Verbundbremsanlage das gern vergessen lässt, wiegt die Limousine leer 1640 kg. Das sind immerhin 150 kg mehr als die Münchener Konkurrenz! Diese Differenz lässt sich leider nicht ignorieren, was der M3 gerne und regelmäßig auf den Rundkursen dieser Welt beweist. Hier fällt die C 63 S leider zurück.

Mercedes-AMG C 63 S Heck

Fazit

Der Mythos „63“ bleibt auch durch fabelhafte Technik mit weniger Hubraum erhalten. Trotz Biturbo-Aufladung bollert es immer noch ordentlich durch die vier Trapeze, ohne dabei für eine Alltagskonversation störend laut zu wirken wie es im GT (S) mit offenen Klappen der Fall ist. Eine beeindruckende Weiterentwicklung, in welcher der Fahrspaß keineswegs zu kurz kommt.

Wie sich die C 63 S fährt, könnt ihr hautnah im Video zum Bericht erleben:

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