Sommertour 2015Roadtrips

Tag 2: Ljubljana entdecken – historisch & kulinarisch

von Robert 25. September 2015 0 Kommentare

Gemütlicher Start in den Tag …

Grau sind wir in den Tag gestartet … der Regen des Vortags hielt leider heute immer noch an, so dass wir den Vormittag zunächst damit verbracht haben, uns ausschlafend von den Strapazen der doch etwas fordernden Anreise zu erholen.

Da wir auch nach dem Aufstehen nicht den leisesten Anflug von Hektik aufkommen lassen wollten, haben wir uns direkt das Frühstück auf dem Zimmer gegönnt. Das war sehr anständig und der edlen Location angemessen. Es gab, wie man es erwartet, eine Käse-/Wurstplatte, ein paar Croissants mit Marmelade und Ei – das klassische Hotelfrühstück.

Von Festivals und Märkten

Glücklicherweise hat sich der Regen zu einem Päuschen entschieden, als wir mit unserem Frühstück fertig waren. Wir haben die Gelegenheit beim Schopf gepackt und uns direkt „in die Stadt“ begeben – was also in unserem Fall lediglich bedeutete, das Hotel zu verlassen. Nach ein paar Schritten vor die Tür ist auch direkt aufgefallen, dass das Grand Hotel Union eines der glamourösesten Gebäude der Stadt ist.

Grand Hotel Union Gebäude

Direkt die Straße runter befindet sich der Prešernov-Platz am Ufer der Ljubljanica – dem Fluss, der das Bild der Altstadt entscheidend mitprägt. Hier fand eine Art kleines Festival statt. Es handelte sich wohl um eine Veranstalltung verschiedener Wohltätigkeits- und Hilfsorganisationen, die hier mit Live-Musik-Untermalung ihre Arbeit präsentiert haben. Das Programm war allerdings teilweise recht geschmacksabhängig – die Darbietung slowenischer Volkslieder durch den hiesigen Seniorenchor war sicherlich künstlerisch wertvoll … aber musikalisch nicht unbedingt mein Fall ;).

Vseslovenski festival nevladnih organizacij

Da der Platz als solcher (wie alles hier) recht klein dimensioniert ist, wurde eines der Wahrzeichen der Stadt – die „Tromostovje“ (im englischen Triple Bridge) – mitgenutzt. Die große Brücke, die von zwei kleineren eingerahmt wird, ist eine der wichtigsten Verbindungen über den Fluss und gleichermaßen eine Bereicherung der schönen Altstadtszenerie.

Stände auf Tromostovje

Weiter ging es für uns entlang des Flusses, wo sich kleinere und größere Märkte aneinanderreihen. Zum einen gibt es, direkt am Fluss, ein arkadenartiges Gebäude, welches diverse Stände und Feinkostläden beherbergt. Hier kann man so ziemlich alles kaufen, was sich zu essen lohnt – von getrockneten Früchten über nicht-pasteurisierte Frischmilch bis hin zur Pferdesalami.

Für mich sehr spannend: Direkt am Marktplatz gibt es einen Automaten, der Käse bereithält – falls einen nachts der Käsehunger überkommt und man keinen mehr zuhause hat ;). Darüber hinaus haben auch Künstler und Handwerker ihre Dienste zur Schau gestellt und angeboten.

Ein paar Worte zum Stadtbild und -feeling

Ljubljana ist keine riesige Stadt – trotz ihrer Hauptstadtfunktion. Im Gegenteil – die Altstadt als solche ist eher winzig und kann innerhalb von 15 Minuten locker zu Fuß durchschritten werden. Was ihr an Größe fehlt, gleicht sie allerdings mit Charme aus. Der liegt irgendwo zwischen mittelalterlich, modern und sozialistisch.

Im historischen Kern war man die letzten 10-15 Jahre sehr bemüht, das Stadtbild aufzuwerten – in erster Linie durch die Verbannung des Autoverkehrs von Straßen und Plätzen. Das ist auch ziemlich gut gelungen, denn in den Straßen und Gassen der Altstadt kann man ganz entspannt schlendern und die vielen Details genießen.

Gornji trg Ljubljana

Wenn man nicht wüsste, dass man in einer doch relativ großen Stadt ist, würde es vielerorts gar nicht auffallen. Gerade die mittelalterliche Altstadt wirkt eher wie eine Kleinstadt oder auch ein großes bzw. mehrere Dörfer. Das finde ich persönlich sehr angenehm, da ich kein Freund von Hektik bin. Das unentspannte Treiben, wie man es etwa aus Rom kennt, ist Ljubljana fremd.

Zugegeben, das liegt sicher auch an der Reisezeit Mitte September und daran, dass es sich auch um eine Universitätsstadt handelt – in den Semesterferien. Allerdings ist die Stadt als solche ja doch eher unbekannt und kein riesiger Touristenmagnet, so dass man wohl auch zur Hochsaison hier besser treten kann als in anderen europäischen Hauptstädten.

Das führt auch dazu, dass man sich sehr sicher fühlt. Ich hatte nie das Gefühl, besonders auf mein Zeug aufpassen zu müssen oder zu schauen, was der Herr hinter mir so tut. Aber ebenfalls typisch ist, das man neben den renovierten Häusern nunmal auch – ähnlich wie etwa in Lissabon – direkt nebenan ziemlich Verfallene findet. Ich bin mir nicht sicher, ob hier ein „leider“ angebracht wäre, denn zumindest verleiht es dem Stadtbild auch einen gewissen morbiden Charme.

Alt und neu in Ljubljana

Hoch hinaus – die Burg

Ein wichtiger Faktor des Stadtbildes ist in jedem Fall noch die Burg. Die mittelalterliche Festung thront auf dem Hügel über der Stadt und ist quasi omnipräsent. Um einen Aufstieg kommt mal als Tourist eigentlich nicht drumrum – und der Ausblick entschädigt dafür auch. Wem der kurze Fußmarsch von der Altstadt zu weit – oder der Höhenunterschied zu groß – ist, der kann auch die Standseilbahn verwenden.

Burg von Ljubljana

Für die Burg selber ist der Eintritt frei. Wer allerdings weiterführende Aktivitäten unternehmen will, wird dafür zur Kasse gebeten. Dies gilt z.B. für die diversen Museen, etwa das Foltermuseum oder das Museum der slowenischen Geschichte, genau so wie für die Standseilbahn oder den Aussichtsturm. Besonders letzterer ist dringend zu empfehlen, da Ljubljana als Stadt zwar von … nennen wir es „durchwachsener Schönheit“ ist, aber die Lage am Ostrand der Alpen für ein fantastisches Panorama sorgt.

Burg Ljubljana Panorama

In der Tat bleibt die Aussicht auch das Key-Feature der Burg. Wir können den Aufstieg nur wärmstens empfehlen, egal ob auf die kostenfreie „Viewing-Terrace“ oder zusätzlich auf den Turm. Die Kombination des alten Gemäuers in nächster Nähe mit der modernen Industrie im Hintergrund, eingerahmt von den noch viel älteren Alpen ergibt ein absolut sehenswertes Bild und dankbares Fotomotiv :).

Aussicht von der Burg von Ljubljana

Ab jetzt wird kulinarisch weiterentdeckt!

Alte Gemäuer und historische Plätze machen sicher einen gewichtigen Teil des Stadtbildes aus. Aber ein vollständiger Eindruck ist dies natürlich nicht. Um diesem etwas näher zu kommen, ändern wir den Blickwinkel nach dem Abstieg von der Festung.

Wenn man ein Land kennenlernen will, muss man sich natürlich auch mit der Küche beschäftigen – denn Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen ;). Da wir andernorts mit dem Konzept auch bereits sehr gute Erfahrungen gesammelt haben, entscheiden wir uns für eine Foodtour – einen kulinarischen Stadtrundgang.

Die Vorteile sind mannigfaltig. Zum einen hat man direkt einen Local als Ansprechpartner und kann ihn mit allerlei Fragen zu den Eigenheit Sloweniens, seiner Einwohner und natürlich auch der hiesigen Küche befragen. Zum anderen kommt man in Locations, auf die man ohne Führung wohl nie gekommen wäre und, wichtiger noch, man vermeidet Touristenfallen. Außerdem probiert man möglicherweise auch Essen, an das man sich sonst nicht gewagt hätte!

Kohlrabi-Schweinesuppe auf slowenisch

An 6 verschiedenen Stops probieren wir 9 verschiedene, traditionell-slowenische Gerichte. Dazu bekommen wir von unserem jungen slowenischen Guide die Geschichte hinter den Gerichten erklärt – nachdem er seine diebische Freude daran hat, die 4 Teilnehmer (neben uns war noch ein Pärchen aus England dabei) erraten zu lassen, was genau sie denn eigentlich nun essen ;).

So ging es für uns über 4 Stunden quer durch die Stadt. Interessanterweise auch in „one of the most – if not THE MOST – glamouros and luxurios hotel in Slowenia“ … das Grand Hotel Union :D. Hier gab es wirklich exzellenten Wein (wer hätte gedacht, dass Slowenien hier mitmischt?) und hervorragenden Schinken.

Slowenischer Wein und Schinken im Grand Hotel Union

Zu den üblichen Spezialitäten zählen auch die berühmte Krainer Wurst, die hier als Streetfood gereicht wird, das Strukli – ein auf unterschiedlichste Arten zubereiteter und gefüllter Strudelteig oder auch der Gibanica – ein Mohn-/Apfelkuchen mit Nüssen. Außerdem sind hier auch, wie in fast allen mediterranen Staaten, natürlich Fisch und Meeresfrüchte hoch im Kurs!

Das Essen war durchgehend sehr lecker und von absolut herrlicher Qualität! Außerdem hat man gleich ein wenig mehr über Stadt, Geschichte und Zusammenhänge erfahren. Wir können also eine Foodtour, egal wo man gerade ist, nur sehr empfehlen, um eine Region besser kennenzulernen. Mit 39€ pro Person inklusive sämtlicher Speisen und Getränke kann man über das PLV auch sicherlich nicht meckern! Unser Anbieter „Top Ljubljana Foods“ von der „Roundabout Travel Agency“ ist also uneingeschränkt zu empfehlen!

Mit gut gefülltem Magen und gleichwohl gefülltem Kopf machen wir uns nun auf in Richtung Queen Size Bett und hoffen, dass das Wetter morgen langsam freundlicher wird …

Vielleicht gefällt dir ja auch ...

Kommentar hinterlassen