Kurztrips

Der Berg ruft! After-Rallye Chillout am Matterhorn

von Robert 12. Juli 2016 0 Kommentare

Gemächlicher Start in Vorarlberg

Mei, was war das schön, die letzten 4 Tage auf der #OTRARallye2016. Aber es war auch anstrengend. Sehr, sehr anstrengend. Irgendeine Form von Ruhe musste sich nach Pfingsten wohl jeder gönnen. Das gilt natürlich auch und insbesondere für die beiden Orgas Robert und William. Für uns startete der Tag im grauen Dornbirn und eines war klar: Nach weit über 2000 km in den letzten 5 Tagen musste es heute nicht gleich schon wieder so eine Etappe sein. Ist doch eigentlich ganz hübsch in Vorarlberg. Wir halten also vorerst die Stellung und beschließen, auf einer kleinen Runde um den Berg die Gegend und die Landstraßen genauer kennenzulernen … ohne Blick auf die Uhr, Punktestände oder Challenges … ahhh :D.

Mit unserem quattro-getriebenem TT lassen sich, unter Berücksichtigung von Bodenfreiheit und Bereifung, die nass-alpinen Bedingungen an diesem Tag gut meistern, obschon an der ein oder anderen Stellen Winterreifen doch wünschenswert gewesen wären =). Mit dem kleinen roten Cabrio kraxeln wir auf die Alm und bestaunen zwischenzeitlich das teils spektakuläre Naturschauspiel, dass Nebel, Schnee, Wolken und Regen an den Hang zaubern.

Audi TT auf der Alm in Vorarlberg

Aber nicht nur für die Schönheit der Landschaft haben wir Augen. An diesem Nachmittag ist weder Wanderwetter noch liegt annähernd genug Schnee für Wintersport. So teilen wir uns die Alm einzig und allein mit ein paar Bergziegen. Außer den Ziegen hört man … schlicht und einfach gar nichts. Keine Motoren, keinen Verkehrslärm, kein klingelndes Telefon – einfach nur unglaubliche Ruhe. Und dazu kristallklare Luft. Einfach mal innehalten und durchatmen. Man spürt, wie sich der erschöpfte Akku Schritt für Schritt wieder auflädt.

Gasthof Edelweis auf der Alm in Vorarlberg

Den Abend und die letzte Nacht in Vorarlberg verbringen wir bei Bier und deftig-österreichischem Abendessen im „Gasthaus Bierlokal“ unweit vom Roten Haus in Dornbirn bzw. im Four Points, bei mehr Bier und schlechten Filmen :). Das Abendgespräch dreht sich in erster Linie um eines: die weitere Chillout-Planung. Die letzten Tage haben einige Erinnerungen an die grandiose Sommertour 2012 – von Dresden nach Barcelona – geweckt. Auch die Erinnerung, dass wir unsere letzte Station, das Matterhorn, damals leider wetterbedingt nicht geschafft haben. Das Wetter für die kommenden Tage sah da deutlich besser aus und somit war der Entschluss auch klar: Das nächste Ziel ist Zermatt.

Über alle Berge – Fahrt in die Schweiz

Die ca. 300 km von Dornbirn in Österreich nach Zermatt, oder genauer gesagt bis nach Täsch, hören sich zunächst nach einer eher beschaulichen Strecke an und uns drängt ja nichts. Schon kurz nachdem wir aufbrechen, empfängt uns die Schweiz (neben desinteressierten Grenzern) mit einem fantastischen Bergpanorama. Wir habe keine Lust auf Stunden auf langweiligen schweizerischen Autobahnen und verlassen diese bei Chur auf die Landstraße, um die Szenerie besser genießen zu können.

Aber die Alpen können tückisch sein, was die Streckenwahl angeht. Die erste solche Tücke kommt in Form des Oberalppasses daher. Die eigentlich sehr schöne (und vor allem auch quattro-spaßige) Passstraße ist aus zwei Gründen nur eingeschränkt zu befahren. Zum einen hatte es offenbar unlängst einige Felsbrüche gegeben, die noch nicht vollständig beseitigt waren. Zum anderen ist in dieser Jahreszeit (Mitte Mai) auch noch jederzeit mit Schneestürmen und Verwehungen zu rechnen. Beides hat in uns doch ein paar Mal den Wunsch verstärkt, wir hätten Winterreifen gehabt :-/. Aber der TT hat auch diese Herausforderung vorbildlich und sicher gemeistert!

Felssturz am Oberalppass 2016

Unsere Reise endet temporär zunächst im kleinen Dörfchen Realp, am Fuße des bekannten Furkapasses. Dieser ist leider aufgrund der Witterungsbedingungen geschlossen. Gleichzeitig ist er die einzige Straße, die von dort ans Matterhorn führt. Was also tun? Die Alternative ist der „Autoverlad Furka„, wie die Schweizer die Möglichkeit nennen, mit dem Auto hier direkt auf einen Zug aufzufahren.

Interessant! Das haben wir noch nicht gemacht und interessieren uns für das Konzept. Ganzjährig fährt der Autozug zwischen Realp und Oberwald hin und her und nimmt dabei PKWs, Motorräder, Wohnmobile und kleine Busse mit. Die Insassen bleiben dabei tatsächlich auch im Fahrzeug sitzen. Für 33 CHF kaufen wir ein Ticket und warten gespannt auf den Zug.

In der Tat verlaufen sowohl das Auffahren als auch die Fahrt selbst (im wahrsten Sinne des Wortes) reibungslos und wir sind um eine Erfahrung reicher. Wie der Autozug im Detail funktioniert, was es zu beachten gibt und wie das ganze Procedere aussieht, haben wir in einem kleinen Service-Video festgehalten, das auch einige Eindrücke der Fahrt enthält:

Die restliche Fahrt verläuft gleichermaßen ruhig wie fahrerisch und landschaftlich spektakulär. Die Route nach Zermatt ist tatsächlich eine sehr lohnenswerte Erfahrung! Rund 6 Stunden nach dem Aufbruch in Dornbirn, 300 km, einen Pass und eine Zugfahrt später kommen wir an unserem Ziel an. Oder jedenfalls fast. Zermatt ist als Gemeinde nahezu komplett autofrei und darf, wenn überhaupt, dann nur von Rettungsfahrzeugen oder mit strenger Sondergenehmigung befahren werden.

Als ordinärer Kraftfahrer kommt man bis zum „Matterhorn Terminal“ in Täsch – einem ziemlich großen Parkhaus mit angeschlossenem Bahnhof. Wir parken – ein Tag schlägt mit 15,50 CHF zu Buche – und organisieren uns ein Ticket für den Shuttlezug. Hier sind abermals 16,40 CHF je Person für den Roundtrip fällig. Daran, dass die Schweizer für alles ziemlich viel Geld haben wollen, werden wir uns in den nächsten Tagen noch gewöhnen :-/. Es empfiehlt sich, eine Kreditkarte zur Verfügung zu haben oder ausreichend Bargeld. Bei Kreditkarten sollte man vorarb  bei seiner Bank den Wechselkurs abklären, da man an den Geräten oft gefragt wird ob man in Euro oder Franken zahlen möchte. Man kann zwar meistens auch in bar Euro bezahlen, aber die Eidgenossen runden den Wechselkurs von ca. 0,92 € / CHF dabei im Regelfall großzügig auf 1:1 auf … so werden die ohnehin gesalzenen Preise nochmal im Handumdrehen 10% teurer.

Am Fuße des Berges – Angekommen in Zermatt

Inzwischen ist es Abend und uns interessieren in erster Linie zwei Dinge: eine Unterkunft und was Warmes zu essen. Doch wie bewegen? Da Zermatt keine Autos hat und es quasi keinen öffentlichen Nahverkehr gibt, bleiben wenig Optionen, gerade mit Gepäck. Entweder verwendet man eines der relativ zahlreichen Elektroautos. Dabei handelt es sich um Van-große Vehikel, die so ziemlich alles transportieren … Personen, Gepäck, Güter. Oder man geht halt zu Fuß.

Elektrotaxi in Zermatt

Als Passagier in ein solches Gefährt kommt man entweder als Hotelgast – denn viele betreiben eigene Shuttles – oder man nimmt die Taxivariante. Letztere ist aber selbstverständlich wieder reichlich kostspielig. Das ist auch die Unterkunft. Die Preisspanne in Zermatt variiert zwar, aber (gerade kurzfristig) unter 130€ / Nacht / DZ etwas Vernünftiges zu bekommen, dürfte ziemlich aussichtslos sein, auch außerhalb der Saison. Der Preis geht mit dem Bewirtungsniveau selbstverständlich gaaanz schnell nach oben. Wer also 500€ und mehr in der Nacht ausgeben möchte, kann dies ohne Probleme tun.

Villa Margherita, Zermatt

Unsere Unterkunft liegt leider logistisch etwas ungünstig am anderen Ende des Dorfes. Wir beschließen, das Taxigeld zu sparen und zu laufen. Mit dem kompletten Gepäck und bei den vielen Steigungen eine schweißtreibende Angelegenheit. Wir checken ein ins „Hotel Alpenblick“, das von einer urschweizerischen Familie betrieben wird. Die Oma, weit jenseits der 80, macht es sich mit dem zotteligen Hund in der Lobby bequem, während der Sohn die Rezeption bedient und die Frau die Bar schmeißt. Keiner der drei lässt auch nur den geringsten Anflug von Hektik aufkommen und trägt so direkt zum Abbau unseres Reisestresses bei.

Hotel Alpenblick, Zermatt

Das urig eingerichtete Hotel wird unser Zuhause für die nächsten drei Tage. Jetzt fehlt uns erstmal nur noch eines: ein warmes Abendessen! Natürlich kann es hier nur eine Wahl geben – wir wollen unbedingt das Schweizer Nationalgericht: Käse! Viel, viel Käse! Der Wirt empfiehlt uns das „Café du Pont“, die lokalen Spezialisten mit eigenem Käsekeller, nur 1-2 Gehminuten vom Hotel entfernt. Aber hallo. Wir bestellen das klassische Fondue des Hauses … einen fetten Pott flüssigen Käse mit Brot und Kartoffeln. Kann es was Besseres geben? (Ja, kann es, aber dazu später mehr :D).

Klassisches Schweizer Käse Fondue im Café DuPont, Zermatt

Auch dieser Spaß kostet für zwei Personen im Übrigen knapp 50 CHF ;). Inzwischen ist die Nacht über unser Tal hereingebrochen und spricht eine Einladung aus, denn: sie ist sternenklar. Die Einheimischen wissen zu berichten, dass es äußerst selten vorkommt, dass man überhaupt eine freie Sicht auf das Matterhorn hat. Wir lassen uns nicht lange bitten, sacken im Hotel unser Kameraequipment zusammen und beginnen, Nachtfotos vom Matterhorn zu machen. Glücklicherweise haben wir uns vom vollen Magen und der Reisemüdigkeit nicht abhalten lassen, denn es sind wirklich ein paar sehenswerte Aufnahmen dabei rausgekommen :).

Unterwegs haben wir auch Bekanntschaft mit der lokalen Revierkatze, wir haben sie Garfield getauft, gemacht und uns von dem kleinen Tiger ein wenig durch das Dorf führen lassen. Zermatt liegt wirklich einzigartig, eingerahmt von zwei Bergkämmen und am Fuße des majestätischen Matterhorns – eine Kulisse, die es ebenfalls wert ist, ihr den restlichen Akku (und 1-2 Stunden Schlaf) zu opfern.

Wir beenden den Tag, leider schon wieder recht geschafft, aber glücklich. Zum einen sind wir abgelenkt vom Rallyestress, zum anderen haben wir unser Ziel von 2012 endlich erfüllt. Und dann sind wir in einer Stadt ohne Autos, in nächster Nähe der ursprünglichen Alpenlandschaft, über der einer der höchsten Berge Europas thront, in der an sich schon gemütlichen Schweiz. DAS ist Chillout-Material.

Dem Gipfel entgegen – Mit dem Zug auf den Gornergrat

An Tag 2 in Zermatt war das Tagesprogramm klar. Man kommt natürlich nicht nur hier her, um sich an der Beschaulichkeit des Dorflebens zu erfreuen. Nein, man will auf den Berg! Aber auf welchen? Und wie genau? Im Wesentlichen hat man hier zwei gute Möglichkeiten. Man kann in mehreren Etappen mit der Seilbahn (sie nennen es „Bergbahn“) bis zur höchsten Aussichtsplattform, dem „Matterhorn glacier paradise“ (3883m ü.N.n) hinauf fahren. Oben erwarten einen neben Wintersportaktivitäten und einer Bilderbuchaussicht unter anderem auch eine Eisgrotte und Snow-Tubing. Sicher eine gute Möglichkeit, auch wenn das Retoure-Ticket von Zermatt bis zum Glacier Paradise für dezente 100 CHF über den Tisch geht.

Die andere Alternative ist der Gornergrat. Hier handelt es sich um einen Berggrat auf 3135m Höhe, von dem viele sagen, dass er den beeindruckendsten Blick auf das Matterhorn bietet. Und nicht nur auf das – dem Besucher bietet sich ein Panorama mit Ausblick auf mehr als 20 4000er. Man überwindet die Höhe am besten mit der Gornergratbahn. Diese Schienenbahn fährt über mehrere Stationen direkt von Zermatt aus (das Terminal ist gegenüber des Bahnhofs) bis zur Endstation. Die Gornergratbahn ist zwar etwas günstiger als die Bergbahn, aber nicht viel. Retour sind hier auch 72 CHF pro Nase zu berappen.

Aufgrund der vermutlich besseren Fotokulisse entscheiden wir uns für Option 2 und fahren auf den Grat hinauf. Mit der Bahn geht es aus dem grünen Tal über die Riffelalp den zunehmend verschneiten Berg hinauf. Bereits wenige Minuten nach Start in Zermatt sollte sich die Fotomotiv-Vermutung bestätigen, denn nicht nur das Matterhorn, das von einigen, wenigen Wolken und strahlend blauem Himmel angemessen in Szene gesetzt wird, sondern auch Zermatt selbst kann man aus der Bahn heraus hervorragend einfangen. Willy, der vor einigen Jahren schon mal hier gewesen ist, zeigte sich erstaunt über das rasche Wachstum des Ortes.

Zermatt mit Matterhorn im Hintergrund

Die ca. 30 minütige Auffahrt bietet bereits beeindruckende Ausblicke. Über die Riffelalp, den Riffelberg und den Rotenboden geht es hinauf auf den Grat. Dabei kann man das Matterhorn aus verschiedenen Richtungen bewundern und auch die ein oder andere Kuriosität am Wegesrand, wie z.B. die futuristisch anmutende Bergstation der Seilbahn zum Hotel Riffelberg oder einen restaurierten Wagen der Riffelalpbahn. Auch Vertreter der lokalen Tierwelt kann man mit ein bisschen Glück beobachten. Das Schweizer Nationaltier – das niedliche Murmeltier – ist in dieser Jahreszeit in gewissen Höhenlagen links und rechts der Strecke recht aktiv.

Oben angekommen wird der Ausblick aber buchstäblich atemberaubend – doppelt gefährlich bei der spürbar dünneren Luft auf 3100 Metern ;). Auf verschiedenen Aussichtsplattformen kann man nicht nur das Matterhorn, sondern auch viele andere 4000er und 3000er bewundern. Wieder so ein Moment, in dem man automatisch innehält und sich von der Schönheit der Natur überwältigen lässt. Oder jedenfalls soweit es der Touristenstrom zulässt. Mitte Mai ist ja wenig los und auch in der Bahn waren wir relativ alleine. In der Hochsaison allerdings wird hier so ein Begängnis sein, dass es schwer fallen dürfte, unbeschwert die Szenerie zu genießen. Diese ist in der Tat unglaublich und daher auch schwer in Worte zu fassen. Aber ein paar Bilder sagen ja bekanntlich mehr als tausende Worte … insofern:

Neben der Aussicht und den mit ihr verbundenen Fotomotiven ist der Gornergrat natürlich auch zur Saison Ausgangspunkt für Wanderungen mit und ohne Guides sowie für den Wintersport. Auf der Piste können Ski und Snowboard, leider aber nicht Schlitten gefahren werden ;). Auch Gletschererkundungen werden wohl angeboten, natürlich nur unter Führung eines fachkundigen Guides. Bei sportlichen Aktivitäten in luftiger Höhe überschätzen sich gerade Anfänger und es kommt häufiger zu Problemen.

Pistenregeln Gornergrat

Wer möchte kann auch hier oben übernachten. In der Bergstation befinden sich nicht nur ein Restaurant und mehrere Shops, sondern auch das höchstgelegene Hotel in den Alpen, das Kulmhotel Gornergrat. Das Doppelzimmer mit Matterhornblick ca. 490 CHF … na dann. Das Hotel teilt sich das Gebäude mit einer Forschungsstation. Ein Observatorium macht sich die totale Lichtarmut in der Umgegend zunutze und beobachtet nachts die Sterne. Wir kehren ein und genießen einen Cappuccino mit Blick aufs Horn (für erstaunlich erschwingliche 5 CHF) und machen im Anschluss ein paar letzte Fotos, sowie ein paar Timelapses (Video folgt), bevor wir die Abfahrt antreten.

Observatorium am Gornergrat

Wir haben den Tag auf dem Gornergrat sehr genossen und können bei gutem Wetter und klarer Sicht eine Auffahrt, trotz der gesalzenen Preise, nur wärmstens empfehlen. Ein beeindruckenderes Bergpanorama dürfte in Europa schwer zu finden sein. Dieser Anblick gehört einfach zum Erlebnis „Schweiz“ dazu.

Nach diesem anstregenden Tag und seinen alpinen Herausforderungen braucht es natürlich wieder eines: ein kühles Bier und eine heiße Mahlzeit. Mahlzeit in der Schweiz? Käse?! Käse! Am Abend zuvor hatten wir im Café du Pont beim Fondue-Essen dieses himmlische Konzept entdeckt, das die Schweizer „Raclette“ nennen. Es handelt sich um eine Art Gestell mit Heizspirale, in das ein halber Käselaib eingespannt wird. Die Spirale verflüssigt den Käse, welcher dann mit einem Messer direkt vom Grill auf den Teller gekratzt wird. Schweizer Käse in seiner reinsten Form. Kann es was besseres geben ó_Ò ?! Ab ins Du Pont, wo wir aufgrund unserer kundgetanen Begeisterung für die Schweizer Käsekultur bereits erwartet werden, und ran an den Raclettegrill!

Eine Portion nach der nächsten lassen wir uns kredenzen, bis der Magen der völligen Verstopfung erliegt, auch wenn der Gaumen ewig weiter machen könnte. Mit 8,50 CHF für etwas flüssigen Käse im Prinzip auch kein Schnäppchen, aber in diesem Fall zumindest jeden einzelnen Rappen wert! Wir bedanken uns beim Team für die vielen schönen Stunden und die 1-2 Kilo Käse, die wir in den drei Tagen in Zermatt dort verspeist haben :D.

Café du Pont, Zermatt

Von Stelzen und Platten – Zermatt historisch

Unseren letzten Tag in Zermatt nutzen wir pragmatisch. Wir schlendern eine Zeit im Dorf umher, kaufen Souvenirs und bestaunen vor allem die Altstadt. Im Dorf lassen sich vom Zentrum bis zu den äußeren Stadtgebieten sehr gut die architektonischen und historischen Entwicklungen nachvollziehen. Immerhin ist das Tal hier bereits seit über 6000 Jahren bewohnt, die Stadt selbst wird um 1280 das erste Mal urkundlich erwähnt. Das Herzstück ist das „Hinterdorf“, oder auch einfach Altes Zermatt genannt. Die Häuser, teilweise über 500 Jahre alt, entstammen zumeist dem 16.-18. Jahrhundert und zeichnen sich durch ihren dunklen Holzstil und die putzigen Minitüren aus. Was außerdem ins Auge sticht sind die „Stelzenhäuser“, die – wie der Name schon sagt – zum einen auf Stelzen gebaut und zum anderen mit großen Steinplatten versehen sind, damit Nager und anderes Ungeziefer nicht die (teilweise für den Winter damals überlebenswichtigen) Vorräte wegknabbern.

Ein weiterer, wichtiger Orientierungspunkt ist der Kirchplatz. Hier findet man, ja natürlich, die Pfarrkirche St. Mauritius und das Matterhornmuseum. Aber auch eines der luxuriöstesten und alt-ehrwürdigsten Hotels im Umkreis, der Zermatterhof, residiert ganz in der Nähe. Rund um den Platz haben sich auch die anderen, sehr luxuriösen Häuser angesiedelt. Außerdem wird hier auch viel dem Erstbesteiger des Matterhorns, Edward Whymper, der von Zermatt aus 1865 den Berg bezwungen hat, gehuldigt. Doch auch ein anderer Bergbezwinger ist an vielen Ecken und Enden im Stadtbild präsent, sei es in Souvenir-, Statuen- oder auch Plüschtierform – das Murmeltier.

Teuer, aber es lohnt sich – Fazit

Wir blicken zurück auf drei Tage voller großer Eindrücke im kleinen Zermatt. Die Landschaft wurde ja bereits gepriesen :). Überall wurden wir sehr gastfreundlich und herzlich begrüßt und aufgenommen. Sei es im Hotel, im Restaurant oder auch einfach nur auf der Straße. Das Essen (auch über den Käse hinaus) ist deftig-lecker und spendet Energie für den Alpenalltag. Allerdings ist die Schweiz im allgemeinen und Zermatt im besonderen auch in erster Linie eines: sehr, sehr teuer. Für einen dreitägigen Kurzurlaub zu Zweit auf gutem Standard und den üblichen Aktivitäten sollte man vor Ort locker mal 500 CHF einplanen.

Mit diesen Eindrücken, den Taschen voll mit Schokolade, einem Taschenmesser sowie Plüschmurmeltieren für die Lieben zuhause und dem mächtigen Berg im Rücken machen wir uns langsam auf den hügeligen Weg zum Bahnhof zurück. Schön war’s in Zermatt. Die Ursprünglichkeit, mit der man Schweiz und Natur hier erlebt, werden wohl ihresgleichen suchen. In ihr haben wir die Ablenkung und Entspannung gefunden, die wir abseits von PS und Challenges dringend gebraucht haben. Das ikonische Matterhorn einmal bestaunt zu haben, ist sicher für jeden ein empfehlenswertes Erlebnis. Allerdings ist es, wie gesagt, auch eines, dass bei jedem Schritt tief in die Reisekasse greift. Immerhin entschädigt zumindest der Käse :D.

Wohl bekomm’s und gute Reise!

Robert und Willy am Matterhorn

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