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Review: Mercedes-AMG SL 63

von Uwe 13. September 2015 0 Kommentare

Rennstreckentauglich? Träger Muskelprotz?

Dem Mercedes-AMG SL 63 wird vieles nachgesagt. Für die Einen ist er Begleiter zu den „High-Society“-Events des Feierabends. Andere genießen ihn als leistungsstarken Roadster. Die Hardcore-Fans wiederum haben nichts als ein müdes Lächeln übrig – zu schwer, zu komfortabel und sowieso – viel zu zahm. So oder so: Er polarisiert seine Interessenten enorm.

In der Tat versucht Mercedes hier einen Kompromiss zwischen Komfort und Rennstreckentauglichkeit auf die Beine zu stellen. Dank vermehrten Einsatz von Aluminium, Kunststoff, Kohlefaser und Magnesium speckt diese Version des SL 91 kg gegenüber seinem Vorgängers ab. Trotzdem bringt er noch 1845 kg auf die Waage, dafür glänzt der SL mit komfotablen Ausstattungsmöglichkeiten wie Airscarf, Sitzklimatisierung und Massagefunktion.

SL 63 Seitenlinie

Der Fahrer fühlt sich wie in Watte gepackt, kann aber auf Befehl nahezu jeden anderen Verkehrsteilnehmer pulverisieren. Es genügen das Eigengewicht des rechten Fußes und zwei beliebige Finger zum Aus- und wieder Einscheren. Feedback? Sicher! Sobald der SL 63 in Höhe des zu Überholenden ist, reicht die nun nicht mehr zu überhörende V8-Melodie, um vermelden zu können: „Maschinenraum an Fahrer – Leidtragender vernichtet!“. Und wem das noch nicht schnell genug geht, der kann das Getriebe in „M“ schalten. Hier dauern Schaltvorgänge nur eine Zehntelsekunde.

SL 63 Heck

Zugrunde liegen dem intern genannten M 157 5,5-Liter Hubraum, die für 585 PS und 900 Nm sorgen. Erst bei 300 km/h wird der SL 63 elektronisch gezügelt.

Fahrzeuguebersicht AMG Performance Tour 2015 Kopfperspektive

Der SL 63 vermittelt den Eindruck, eine für alle Altersklassen taugliche Kraftorgie darstellen zu wollen. Er erfüllt den komfortablen Roadster-Alltag mit Leben und verzichtet unmerklich auf die dynamischen Gene der AMG-Abteilung. Wichtig ist, den Bremspunkt in den „dynamischen Momenten“ ausreichend früh zu legen. Versucht man auf „letzter Rille“ zu bremsen, schieben die überschüssigen Kilos, plötzlich ganz ohne Kompromiss, über die Vorderachse. Ein frühes Herausbeschleunigen ist überraschend neutral möglich und auch die 900 Nm werden ausgesprochen gut von den 285er Hinterrädern auf die Straße übertragen.

SL 63 Heck 2

Der Mercedes-AMG SL 63 sorgt für einen fulminanten Ausstoß von Glückshormonen. Er  überzeugt trotz des hohen Gewichtes mit vorher nicht zugetrauter Agilität und Dynamik. Durchzug produziert das Herzstück ausreichend für wirklich jegliche Lebenslagen, das Getriebe wirkt optimal angepasst. Sowohl akustisch als auch optisch trägt der SL 63 dick auf, aber ohne dabei zu aufdringlich zu sein.

Unseren unmittelbaren Eindruck des SL 63 während der AMG-Orgie könnt ihr hier im Videoreview sehen:

 

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