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Unverhofft kommt oft ... - Unser Jahr 2025

von Robert 4. Januar 2026 0 Kommentare
Header Jahresrückblick 2025

"Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt" - Ungewisser Start

Wieder einmal ist ein Jahr zu Ende gegangen. Für uns Zeit, zurückzublicken und die vergangenen zwölf Monate in persönlicher und Reisehinsicht zu beleuchten. Wenn wir aus dem Reisejahr 2024 eine Lehre gezogen haben, dann die: Zu lange Phasen ohne wirkliches Highlight sind nicht die beste Strategie. Mit Florida hatten wir zwar einen fulminanten Start, danach aber eine lange Durststrecke ohne große Höhepunkte, dafür mit jeder Menge Arbeit. Auch zwei Wochen auf Gran Canaria im Herbst haben dann nichts daran geändert, dass wir in der zweiten Jahreshälfte deutlich mehr Stress als Erholung hatten. So sind wir also mit dem guten Vorsatz ins Jahr gestartet, die Erlebnisse - auch wenn es mehrere kleine sind - besser über das Jahr zu verteilen.

Die Planung für 2025 begann mit ein paar kleinen Vorhaben für das erste Quartal. Dass es aber auch gewagt sein kann, zu lange im Voraus zu planen, hat direkt der Januar gezeigt. Ähnlich wie 2023 gab es bei uns große, berufliche Veränderungen - diesmal bei mir. Nach über 20 Jahren trennen sich die Wege von mir und LeasingTime. Auch wenn sich der Schritt abgezeichnet hat, so kommt er dann letztlich doch schnell. Trotz anfänglicher Unsicherheit wird jedoch zügig klar, dass die neu gewonnene Freizeit vor allem aber auch neue Möglichkeiten bietet - in beruflicher wie privater Hinsicht. Nachdem ein paar neue Projekte auf den Weg gebracht wurden, waren auf einmal auch einige Reisemodelle und -optionen wieder sehr interessant.

Sonnenuntergang vor der Küste von Fuseta, PortugalUm die Veränderungen etwas zu verdauen und auch weil klar war, dass die neue, berufliche Situation mittelfristig wieder einen deutlich gesteigerten Workload bedeuten würde, haben wir uns entschlossen, ein Highlight in den Herbst zu setzen, auf das wir hinfiebern können. 2025 befindet sich ja zudem auch im "Drei-Jahres-Rhythmus". Eingefleischte OTRA-Leser wissen, dass wir alle drei Jahre einen großen Roadtrip außerhalb von Europa veranstalten, bisweilen in Nordamerika. So wuchs der Wunsch, diese Tradition fortzusetzen. Mit Recherche und Planung hat man so auch immer ein schönes Thema im Alltag präsent, was einen begleitet und motiviert. Unabhängig davon, haben wir auch an der ursprünglichen Planung festgehalten, zumindest einmal im Monat ein kleines (oder mittleres) Erlebnis einzustreuen.

Rausgekommen ist ein sehr rundes und denkwürdiges Reisejahr, auf das wir hier nochmal im Schnelldurchlauf schauen.

Gut angefangen und stark nachgelassen - Übernachtung in Tropical Islands

Spätestens im Februar geht einem der Winter dann ja schon irgendwie auf den Keks. Die Weihnachtsstimmung ist vorbei, geschneit hat es wahrscheinlich auch nicht - es bleibt grau, kalt und matschig. Der perfekte Zeitpunkt, um schon immer mal ins "Warme" zu entfliehen. Die nächstbeste Möglichkeit ohne Flugreise ist dafür das künstliche Tropenparadies "Tropical Islands" in Brandenburg. Zuletzt hatten wir ihm im Dezember 2019 einen Besuch abgestattet - damals mit zwar gemischtem, aber überwiegend positivem Fazit.

Leider hat sich die Anlage in den letzten 5 Jahren nicht unbedingt zum Besseren entwickelt. Trotz Reservierung für die "Premium-Lodge" werden wir zunächst im schlimmsten Kellerverließ untergebracht, das die Rezeption finden kann. Der Blick in die Ecken verheißt nichts Gutes, aber als uns dann auch Schaben begegnen - auch wenn die angeblich zum Ökosystem gehören - tauschen wir auf ein angemessenes Zimmer. Da dieses offenbar verfügbar war, fragt man sich: warum nicht gleich das Gute?!

Hässliches Kellerzimmer im Tropical IslandsDas eigentliche Angebot hat ebenfalls abgebaut. Besonders nachts sind viele Attraktionen entweder nur sehr eingeschränkt verfügbar oder gleich ganz geschlossen, was den Mehrwert der Übernachtung relativiert. Um Mitternacht in der Lagune schwimmen, wie früher? Fehlanzeige. Zudem darf man auch nicht mehr zu genau in die Ecken schauen. Man sieht, dass gespart wird, am Wartungs- und Reinigungsgrad. Die Temperaturen sind ebenfalls spürbar niedriger als noch ein paar Jahre zuvor. Das verwundert nicht, denn die Energiepreise sind gestiegen und den Hangar zu beheizen, muss unfassbar ineffizient sein. Dennoch trägt es leider zum inzwischen überwiegend negativen Gesamtbild bei. Mit Anreise, Essen und Unterkunft kostet die Übernachtung gut und gerne 500 €. Das Geld lässt sich woanders durchaus besser anlegen. Ohne deutliche Steigerung in der Produktqualität kommen wir so schnell nicht wieder.

Vom falschen Paradies ins echte - Eine Woche auf Madeira

Nach dieser Enttäuschung und nachdem sich der erste Wind des Jahresstarts gelegt hatte, war es Zeit für etwas echte Erholung. Dem Gedanken aus den letzten Jahren folgend, der dunklen Jahreszeit in wärmeren Gefilden zu trotzen, suchen wir uns für den Spätwinter schon immer mal ein bisschen Sonne. Warm und hell sollte es also natürlich sein, aber auch noch halbwegs gut zu erreichen und ohne zu viel Vorrecherche navigierbar. Unser Auge fiel schnell auf die portugiesische Insel Madeira. Trotzdem wir schon viel von der sagenumwobenen Schönheit gehört hatten und wir einige Zeit in Portugal verbracht haben, haben uns die Wege noch nie dorthin hingeführt. Eine kurze Recherche präsentiert ein vertretbares Preis-Leistungs-Verhältnis und so nehmen wir Mitte März Kurs auf den Atlantik.

Die berühmt-berüchtigte Landung auf dem Flughafen von Funchal überstehen wir zum Glück ohne jedes Problem, sodass wir unbeschwert in die Inselerkundung starten können. Tja, und was soll man sagen? All die Geschichten, die Madeira eine einzigartige, fast schon magische Schönheit unterstellen, übertreiben nicht. Die Insel ist so abwechslungsreich wie atemberaubend. Hunderte Meter hohe Steilklippen, die sich ein Wasserfall nach dem nächsten hinunterstürzt, eingerahmt von Regenbögen. Hochdramatische Tropenstürme und strahlend blaues Bilderbuchwetter können sich im Halbstundentakt abwechseln. In Europa sucht man sonst Landschaft und Klima von vergleichbaren Maßstäben eher vergebens.

Wir genießen die Woche sehr - nicht nur aufgrund des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses und der warmherzigen Gastfreundschaft der Portugiesen. Auch die spitzenmäßige Küche, die auf Madeira zelebriert wird, und die teils fordernden Straßen tragen zum Inselspaß bei. Da kann man auf die falschen Tropen in Brandenburg lieber bewusst verzichten und stattdessen für den gleichen Preis eine Woche in einer netten, kleinen Villa wohnen - mit natürlich dort vorkommenden Palmen. Für uns ist Madeira nicht nur ein nahezu perfektes Reiseziel, sondern auch der ersehnte Sonnen-Boost und ein hervorragender Auftakt ins Reisejahr.

» Grünes Paradies im stürmischen Atlantik - Eine Woche auf Madeira

Flauschiger wird's nicht - Ein Wochenende auf der Alpaka-Farm

Dem Insel-Thema bleiben wir treu und irgendwie geht's auch schon wieder nach Brandenburg - diesmal allerdings deutlich ökologischer. Wir verbringen ein Wochenende auf "Alpaca Island" - einer entsprechenden Farm mit dutzenden der fluffigen Andenbewohner. Angekommen in Hohenbucko, einem winzigen Ort auf halbem Wege zwischen Wittenberg und Cottbus, schauen wir uns um. Dabei lernen wir den Lama-Boss Matthias kennen, ein passiv-aggresives Pony und gaaaanz viele Alapakas, angeführt von ihrem unerschrockenen Botschafter Ike.

Nachdem wir uns mit ein paar Möhrchen beliebt gemacht haben, beziehen wir unsere Unterkunft, mitten auf der Weide. Dabei handelt es sich um einen umgebauten, alten DDR-Bauwagen. Liebevoll saniert, gibt es einen Wohn- und Kochbereich, ein Schlafzimmer und eine Pelletheizung. Was es allerdings nicht gibt, ist ein Badezimmer. Das ist einmal über den Hof und dabei kann es durchaus eine spannende Erfahrung sein, morgens erstmal von einem Lama belagert zu werden, das eventuelles Frühstück wittert =).

Am Nachmittag begeben wir uns dann mit unserem kuscheligen Begleiter auf die Wanderschaft durch die angrenzenden Felder und Wälder. Dabei achten wir darauf, dass genug - aber immer nur das richtige - geknabbert wird, denn Alpakas müssen täglich 2-3 Kilo Futter zu sich nehmen.

Zugegeben, ansonsten bietet die Gegend nicht übermäßig viel, vor allem keine Aufregung. Die nächstgrößere Stadt ist Herzberg, eine alte Brikettfabrik lässt sich besichtigen und der ein oder andere Landgasthof lockt mit rustikaler Küche. Das tut dem Erlebnis aber keinen Abbruch. Im Gegenteil - genau wie die scheuen Alpakas schätzen auch wir ein paar Momente der Ruhe weit abseits jeder Alltagshektik. Ein gemütlicher Abend auf der Decke, umgeben von 30 genauso scheuen wie neugierigen Alpakas, ist eine hervorragende Option, um auf andere Gedanken zu kommen. Ein sehr schönes Wochenende, das nicht nur eine Empfehlung, sondern auch eine Wiederholung wert ist!

Mit dem Laptop unter Palmen - Arbeiten auf Mallorca

Im Frühjahr war zwar der Winter nominell überwunden, aber das Wetter noch alles andere als sommerlich. Zudem wurde die Arbeit wieder zum bestimmenden Thema. Die neuen Projekte sind zwar sehr motivierend, erfordern aber auch ein großes Maß an Aufmerksamkeit und Engagement. Zum Glück sagt aber niemand, dass das zwingend im dunklen Büro stattfinden muss. Seit Jahren sind wir große Freunde des "Holiwork"-Konzepts und ziehen uns immer wieder mal für ein bisschen Crunchtime in angenehmere Gegenden zurück. Im Mai war es mal wieder so weit und wir begeben uns mit dem Team von Dresden aus auf direktem Wege nach Palma.

Eine geräumige Villa mit Annehmlichkeiten wie beheiztem Pool (und Whirlpool) sollte vorübergehend unser Büro werden. Besonders überzeugt hat jedoch die Lage. Mitten im Grünen, am Rande des Tramuntana-Gebirges unweit von Pollença, hat man zwar seine Ruhe, aber trotzdem ausreichend Infrastruktur. Man kann sich einfach versorgen und ist bei Bedarf schnell in den Bergen, am Strand oder im nächsten Restaurant. Trotzdem ist man, von ein paar Schafsglocken abgesehen, gänzlich ungestört und kann konzentriert arbeiten. Perfekte Bedingungen ... oder zumindest fast, denn das spanische Internet stellt uns leider vor ein paar technische Herausforderungen.

Natürlich würde man der schönen Insel jedoch unrecht tun, wenn man knapp eine Woche lang mit dem Laptop am Pool hockt. Wir nutzen unsere hervorragende Ausgangsposition und begeben uns mehrfach auf die nur wenige Kilometer entfernte MA-10. Die Küstenstraße, die zweifelsfrei zu den schönsten der Welt gehört, kennen wir schon von etlichen, vorherigen Ausfahrten bestens und können so unserem Auto richtig schön auf den Zahn fühlen. Dabei handelt es sich um den aktuellen 5er in der Hybridvariante 530e xDrive. Zumindest wenn er halbwegs geladen ist, liefert das System kombiniert 299 PS und 450 NM. Keine Rennmaschine, vor allem nicht mit einem Leergewicht deutlich über zwei Tonnen, aber schnell genug, um für spitze Mundwinkel zu sorgen.

Auch in Pollença und der zugehörigen Hafenstadt fühlen wir uns direkt wie zuhause, denn auch hier haben wir schon Station gemacht. Das perfekte Wetter und die vergleichsweise niedrigen Kosten runden den Aufenthalt ab. Malle liefert eben wie immer auf ganzer Linie. Nicht nur zum Sonne tanken hat der Trip durchaus beigetragen, sondern auch - und der Faktor wird oft erheblich unterschätzt - zum Teambuilding. Es wird nicht die letzte Veranstaltung in dieser Form gewesen sein.

Die Abwechslung macht's - Sommer in Deutschland

Zumindest in der hellen Jahreshälfte kann man es zuhause auch gut aushalten ... sofern es nicht zwingend Wochen am Stück regnet wie dieses Jahr =). Ungeachtet des Wetters bietet unsere hübsche Heimat etliche Möglichkeiten, den Sommer zu genießen. Man muss ja zugeben, auch gerade hier in Sachsen und im Umfeld gibt es schon wunderschöne Ecken, die man genießen kann, ohne in die Ferne zu schweifen. Vor allem im Frühsommer, wenn es überall blüht, ist ein Ausflug in die Natur oder das Umland eine Spitzenoption!

Wir beginnen mit einem Ausflug ins Wildkatzenzentrum Felidae in Barnim. Die Anlage, die von einem Tierarzt betrieben wird, hat es sich zur Aufgabe gemacht, hilfsbedürftige Tiere aufzunehmen. Diese reichen dann vom Dax bis zum weißen Tiger. Im Rahmen einer exklusiven VIP-Führung werden wir von einem Panther abgeleckt, können einen Schneeleoparden füttern und mit einer asiatischen Schleichkatze ("Binturong") kuscheln. Ob und inwieweit die Anlage dem Artenschutz gerecht wird, können wir nicht beurteilen, das Konzept wirkte allerdings stimmig und die Tiere in guter Verfassung. Für Katzenfreunde wie uns ist ein Besuch in jedem Fall ein sehr eindrucksvolles Event!

Etwas Kulturprogramm streuen wir ebenfalls ein. Überraschenderweise gab es eine Tour der Beatsteaks mit Station in Dresden. In der "Jungen Garde" im Großen Garten lauschen wir Arnim und seinen Kollegen. Leider bleibt es für uns das einzige Konzert in diesem Jahr. Stattdessen lauschen wir eher den Klängen der Natur und unternehmen diverse Ausflüge zu Badeseen in der Region. Bei 28° kann man es hier am besten aushalten und eben ganz spontan, ohne Routenplanung und Flughafenstress! Besonders in arbeitsintensiven Phasen sind kleine Events, die den Alltag auflockern, daher oft stressfreier als der eine, große Trip.

Im bekanntesten "Lost Place" Berlins ... endlich! - Urbex im ICC

Wie oft ist man in Berlin schon auf der A100 an diesem Stahlungetüm vorbeigefahren und hat sich gedacht "Hmm ich würde gern wissen, wie es da drin aussieht!". Vor zwei Jahren hätte es fast geklappt, denn damals wurde das "Internationale Congress Centrum" zum Tag der offenen Tür zugänglich gemacht - leider direkt an dem Wochenende, an dem wir umziehen mussten. Um so mehr Freude hat dann der Newsletter ausgelöst, mit dem eine Neuauflage der Veranstaltung angekündigt wurde. Unter großem technischem Aufwand ist es uns gelungen, einen Zeitslot zu bekommen, und so ging es am 14. September nach Berlin.

Das riesige Gebäude glänzt nicht nur von außen mit seiner einzigartig-futuristischen Architektur, die mehr einem Raumschiff gleicht als einem Kongresszentrum. Nein, auch das Innenleben ist ein hochspannender Mix aus 70er-Jahre-Charme und (damals) futuristischen Stilelementen, der so vermutlich weltweit seines Gleichen sucht. 90 Minuten werden uns gewährt, um uns weitgehend frei umzuschauen. Das reicht natürlich bei so einem riesigen Objekt für kaum mehr als einen groben Überblick. Unabhängig davon nehmen wir die Gelegenheit sehr gern wahr und begeben uns ins Innere.

Seitdem 2014 bekannt wurde, dass die Baumaterialien teilweise mit Asbest kontaminiert waren, liegt das Gebäude seit nunmehr 10 Jahren unangetastet im Dornröschenschlaf. Beeindruckend sind vor allem die beiden großen Säle 1 und 2 mit einer Gesamtkapazität von 8000 Plätzen. Etliches an Technik erlaubt eine flexible Trennung der Säle, ausgeklügelte Akustik inkl. Simultanübersetzung und Kinofeeling auf gigantischen Leinwänden. Von den Sälen arbeiten wir uns bis auf die Dachterrasse vor, die einen einzigartigen Blick auf das Herz von Berlin und bis hin zum Teufelsberg erlaubt. Auch wenn das Zeitfenster sehr knapp bemessen war, sind wir sehr froh, endlich die große Frage geklärt zu haben, wie es denn nun im ICC aussieht!

Quer durch die Rocky Mountains ... und zurück - Roadtrip im Westen Kanadas

Das Jahr lief bis September reisetechnisch keinesfalls schlecht! Trotzdem gibt es, wenn man nach dem Highlight fragt, eine völlig klare und unmissverständliche Antwort: Kanada! Bewusst haben wir uns bereits im Februar für den Trip entschieden. Nicht nur, weil es drei Jahre nach dem letzten großen Nordamerika-Roadtrip auch wieder genau im Rhythmus liegt. Nein, vor allem auch, weil wir einen Leuchtturm brauchten, auf den wir uns freuen können und der uns durch den Alltag navigiert, während wir mit den Herausforderungen des Jahres gekämpft haben.

Begrüßungssekt in der Lufthansa Business ClassWie es dann oft so ist, ist das halbe Jahr Vorbereitungszeit schneller vergangen, als einem lieb ist, und plötzlich geht es schon ans Kofferpacken. Wir begeben uns zum Münchner Flughafen und von dort direkt mit einer Lufthansa Boeing 747 nach Vancouver - dem Ausgangs- und Endpunkt unserer dreiwöchigen Rundreise. Zunächst erkunden wir die Stadt selbst und verstehen danach sehr gut, warum sie immer wieder unter den lebenswertesten der Welt rangiert. Mit unserem äußerst geeigneten Untersatz - einem Audi Q8 - starten wir im Anschluss einen 5.000 km langen Roadtrip.

Dieser führt uns den Fraser River entlang des Migrationspfades der Lachse, quer durch die Rocky Mountains bis in die Prärie und zurück bis nach Vancouver Island. Die Reise war derartig facettenreich, dass selbst eine Zusammenfassung den Umfang des Jahresrückblickes sprengen würde. Was sich sehr eingeprägt hat, war die unfassbare Schönheit der Natur. Einfach nur normale Bergstraßen zu fahren, eröffnet den Blick auf unvergleichliche Panoramen und sorgt für ein Gefühl von Weite und Einsamkeit, das woanders auf der Welt schwer zu finden ist. In jede Richtung überbieten sich die Postkartenmotive.

Zudem geht es deutlich abwechslungsreicher zu als man denkt. Mit Vancouver und Calgary hatten wir riesige Metropolen dabei, mit der Aurum Lodge am Abraham Lake eine Unterkunft komplett Off-Grid, hunderte Kilometer von der nächsten Stadt entfernt. Schneebedeckte Berge haben wir gesehen, am Strand gelegen, Weinberge im Okanagan Valley, die Getreideernte in der Prärie und die dichten Urwälder Vancouver Islands. Vor allem im Gedächtnis bleiben wird aber das "Kanada-Gefühl". Man spürt einfach immer "Hier ist die Welt in Ordnung". Sehr dankbar schauen wir zurück auf diesen epischen Roadtrip im Spätsommer, den wir natürlich noch in einer Artikelserie näher beleuchten werden.

Licht an in der dunklen Jahreszeit - Zwei Wochen Algarve im Dezember

Die Auslandsreisen des Jahres enden, wie sie begonnen haben: in Portugal! Wir hatten einen runden Geburtstag zu feiern und das sollte im Warmen geschehen. Nach etwas Recherche stellte sich die südlichste Festlandregion des Landes als optimal heraus. Nicht nur hat die Algarve im Dezember die meisten Sonnenstunden Kontinentaleuropas - es ist auch absolute Off-Season und damit unfassbar günstig. Auch richtig schicke Unterkünfte starten bei 500€ pro Woche, Direktflüge bekommt man für unter 100€ und auch Mietwagen sind bereits ab 8€ am Tag zu haben.

Rechter Flügel eines Eurowings Airbus A320 auf dem Weg nach FAODas lassen wir uns nicht zweimal sagen und starten vom BER aus auf einen Direktflug nach Faro. Dort nehmen wir ein Mercedes-Benz CLE Coupé in Empfang und begeben uns damit in eine niedliche, kleine Villa etwas nordöstlich der Regionalhauptstadt. Mit dieser steht uns nicht nur ein Infinity-Pool mit Meerblick zur Verfügung, sondern auch der preisgekrönte Garten unserer Gastgeberin Joan, ihres Zeichens Vorsitzende des lokalen Gartenbauverbandes.

Von dort aus erkunden wir die komplette Breite der portugiesischen Südküste sowie die vorgelagerte Lagunenlandschaft und das Fóia-Gebirge im Inland. Auch einen Tagesauflug in die wunderschöne spanische Stadt Sevilla lassen wir uns nicht nehmen! Eine fantastische Woche, nicht nur wegen der Geburtstagsfeier am Strand.

Doch damit nicht genug! Wie sich auf Mallorca mal wieder gezeigt hatte: Nur weil es Deadlines gibt, heißt das nicht, dass Arbeit grau sein muss. Stattdessen beziehen wir in der zweiten Woche als Büro ein spektakuläres Penthouse im Örtchen Luz (portugiesisch für "Licht"), westlich von Lagos. Dort überdauern wir bis zur Wintersonnenwende die dunkelste Woche des Jahres bei 20°, strahlendem Sonnenschein und hervorragendem Essen. Mobilitätstechnisch schließt sich ebenfalls der Kreis, denn wie auf Madeira mit dem A3 45 TFSIe und Mallorca mit dem 530d xDrive sind wir auch hier wieder mit einem Teilstromer unterwegs. Unser Mietwagen ist ein Mercedes-Benz E300 de - ein Dieselhybrid! So bewegen wir uns nicht nur elegant und mit 313 PS recht zügig, sondern haben auch dieses seltene Antriebskonzept zum Spielen. Portugal hat wie immer überzeugt und die Algarve einen durchweg positiven Eindruck hinterlassen. Wir kommen gern wieder, vor allem als "Snowbirds" im Winter!

Weniger ist mehr?! - Das eBike im Alltag

Eine wesentliche Änderung gab es im vorletzten Jahr: In den Fuhrpark wurde nach reiflicher Überlegung ein eMountainbike aufgenommen, mit dem Vorsatz, die täglichen Wege öfter auf zwei Rädern zurückzulegen. Dabei gab es einige Hindernisse, in erster Linie, dass es sich um ein Dienstfahrzeug aus dem alten Arbeitsverhältnis gehandelt hat und es daher zunächst zurückgegeben werden musste. Mit einigem Aufwand ist es nun aber dauerhaft wieder da und macht nach wie vor Freude! Die guten Vorsätze kann man als erfüllt ansehen, denn über 4.000 Kilometer (und rund 30.000 Höhenmeter) wurden dieses Jahr mit dem Cube Stereo Hybrid zurückgelegt.

Dabei sind regelmäßige Rundfahrten fester Bestandteil des Freizeitprogramms geworden. Es macht sich im Wohlbefinden spürbar bemerkbar, physisch wie mental, wenn man den Tag mit 50-70 Kilometer Radtouren beginnt - der flexiblen Alltagsgestaltung sei Dank. Auch einige größere Strecken, um die 100 Kilometer am Stück, waren dabei. Vor allem erstaunlich angenehm ist es aber, geeignete Strecken im Alltag mit dem eBike zurückzulegen. Der Weg ins Büro durch die Dresdner Heide oder zum Geschäftsessen entlang des Elberadwegs ist deutlich freudvoller als mit dem Auto zur Rushhour durch die Neustadt. Je nach Actionbedarf darf die Strecke dank Federung und entsprechender Unterstützung dann auch gern Up- oder Downhill oder gar Off-Road gehen. Es erschließen sich neue Wege und Möglichkeiten.

Spannend ist es auch, den Fortschritt zu sehen. Man fährt mit immer weniger Unterstützung und immer höherer Drehzahl. Auch relativ einfache Abfahrten im Gelände, die letztes Jahr unmöglich schienen, sind heute Routine. Trotzdem ist sowohl bei Ausdauer als auch bei MTB-Skills noch deutlich Luft nach oben. Daher soll das Fahrrad auch im kommenden Jahr wieder eine große Rolle spielen und Fitness, Spaß sowie Erholung in den Alltag integrieren. Größere Touren, ggf. auch mehrtägige Radwanderungen, könnten für das nächste Jahr auch generell eine spannende Reiseoption sein. Obwohl Radfahren auch nicht immer aufwandsarm oder günstig ist, ist der höhere Anteil am Mobilitätsmix spürbar eine Verbesserung zum Positiven!

Von kleinen und großen Highlights - Das Fazit

Trotzdem das Jahr mit einem Paukenschlag und vielen Fragezeichen gestartet ist, war es unterm Strich ein gutes - auch in Reisehinsicht. Nachdem die grundlegenden Fragen erstmal geklärt waren, hat die wiedergewonnene Flexibilität auch Möglichkeit geschaffen, z. B. ohne "fragen zu müssen" längere Reisen zu machen oder ohne Weiteres Remote zu arbeiten. So fiel es auch leichter, wieder die Strategie zu verfolgen, möglichst viel von der dunklen und kalten Jahreszeit im sonnigen Süden zu verbringen. Mit Madeira, Mallorca und der Algarve hatten wir zusammen einen ganzen Monat Winter weniger. Noch nicht perfekt, aber die Richtung stimmt ;).

Am meisten von diesem Jahr werden wir uns aber zweifelsfrei an Kanada erinnern. Die "große Reise" war nicht einfach nur ein Urlaub, sondern ein Erlebnis fürs Leben. Atemberaubendere Bergpanoramen zu finden wird schwierig, vor allem eingerahmt mit der hervorragenden Infrastruktur des Landes und Gastfreundschaft seiner Bewohner. Die hohe Lebensqualität und das geniale Essen tun ihr Übriges für einen Wohlfühlfaktor nah am Optimum. Selbst wenn man dieses Jahr nur eine Reise hätte machen können, es hätte auf jeden Fall diese sein müssen.

Ergänzt wurden die drei kleinen und die eine große Reise perfekt von den Highlights in Deutschland. Hier werden vor allem die "tierischen" Erlebnisse auf der Alpaka-Farm und im Wildkatzenzentrum im Gedächtnis bleiben. Aber auch mit der ICC-Besichtigung haben wir uns einen lange gehegten Wunsch erfüllt. Abgerundet wird die "Work/Life-Balance" von den kleinen, erholsamen Momenten im Alltag. Nach der Arbeit im Sommer mit dem Fahrrad noch am See vorbeischauen und etwas abkühlen - herrlich. So gab es einen deutlich besseren Mix aus kleinen, großen und alltäglichen Highlights anstelle der "einen großen Sache" wie Florida 2024. Die Erkenntnisse und Vorsätze aus dem letzten Jahr haben wir also umgesetzt und das mit deutlich positivem Ergebnis.

2026 wirft bislang nur kleine Schatten voraus. Neben ein bisschen Urbex und ein bis zwei geschäftlichen Reisen ist der Kalender noch recht leer. Da auch nicht wesentlich vor Jahresmitte klar sein wird, wie sich die Projektlandschaft entwickelt, wird das auch erstmal so bleiben - zumindest was größere Reisen angeht. Das heißt aber sicher nicht, dass es keine geben wird. Das Thema Holiwork bleibt aktuell und auch mehrtägige Trips mit dem Fahrrad könnten möglich sein. Mit etwas Glück darf es auch, vermutlich wieder im Spätsommer, etwas Längeres werden - gern in einem neuen Land, oder sogar auf einem neuen Kontinent. Mal schauen, wie die Geschäfte laufen - es bleibt spannend!

Robert mit eBike in Meißen auf BrückeBis dahin wünschen wir euch einen schwungvollen Start und ein eindrucksvolles Reisejahr 2026!

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