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Etwas Sonne, etliche Berge und (zu?) viel Rallye – Unser Jahr 2017

von Robert 30. Dezember 2017 0 Kommentare

Schon wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu, ein Vorgang, der gefühlt auch immer schneller geht. Jetzt, wo von 2017 nur noch wenige Stunden übrig bleiben, ist es Zeit, um kurz inne zu halten und das Jahr Revue passieren zu lassen. Wie schon 2016 wollen wir auch dieses Mal wieder eine kleine Zusammenfassung der Highlights des Jahres aus OTRA-Sicht geben und einen Ausblick auf das kommende Jahr 2018 wagen. Hier ist unser 2017 im Schnelldurchlauf :).

Bonne Année! Jahreswechsel in Paris

Das neue Jahr empfangen wir, wie auch das vorherige, im Ausland. Dieses Mal hat es uns aber nicht in den bitterkalten Norden gezogen, sondern ins nicht ganz so kalte Paris. Eine knappe Woche verbringen wir in der französischen Hauptstadt und genießen das Laissez-faire und vor allem das gute Essen. Da es trotz diverser Frankreichbesuche mein erstes Mal in Paris war, stand zunächst das Standard-Touri-Programm an, liebevoll kuratiert von meiner ortskundigen Freundin.

Bei unseren Streifzügen durch die Stadt heißt es also zunächst: Notre Dame, Eiffelturm und Katakomben. Die Highlights, die die Seine-Metropole ausmachen, sind auch ganz klar extrem sehenswert. Die größte Attraktion dürfte  allerdings das Stadtbild selber sein. Paris, wo jede Fassade liebevoll restauriert, jede Laterne verziert und jeder Einwohner unglaublich elegant, aber nicht übertrieben protzig gekleidet ist, verströmt einfach ein eigenes und völlig unverwechselbares Flair. Von den liebevollen Details und dem Selbstbewusstsein, mit dem sie präsentiert werden, war ich schwer beeindruckt.

Auch die kulinarische Seite der Stadt hat großes Lob verdient. Gutes Essen gehört in Frankreich natürlich zur Staatsraison und so lassen wir uns von den Franzosen luxuriös bewirten. Essen als Genusserlebnis, Kulturgut und Wohlfühlfaktor wird in Frankreich einfach auf einer ganz anderen Qualitätsebene begegnet als in Deutschland oder etwa in Amerika. Jedes Brötchen, jedes Crossaint und jedes Stück Käse sind einfach mit Liebe gemacht und schmecken feiner und hochwertiger als zuhause. Hier bleibt uns insbesondere die Käseverkostung mit Pierre im Gedächtnis, der seine Produkte mit einer unvergleichlichen Hingabe bis zum Namen der Kuh erläutert. Diese Einstellung der Franzosen muss man einfach mögen.

Den eigentlichen Silvesterabend haben wir dann ebenfalls kulinarisch begangen – bei einem 5-Gänge-Menü mit viel Rotwein in einem Urpariser Bistro. Ein Erlebnis für sich. Allerdings hinterlässt Paris leider nicht nur positive Eindrücke. So wird etwa die soziale Trennung an Problemen wie beruflicher Segregation oder Obdachlosigkeit überdeutlich. Insbesondere vor dem Hintergrund des zur Schau gestellten Reichtums ist das reichlich unverständlich.

Holliwork & Ruhe in den Bergen – Eine Woche Mallorca

Wir spulen vor in den Mai. Im Wonnemonat liegen schon wieder reichlich 16 Wochen Arbeit hinter uns … und es bleiben noch weit mehr. Um die letzten Kraftreserven für ein großes Projekt zu mobilisieren, begebe ich mich, inzwischen schon traditionell, mit den Arbeitskollegen auf die sonnengeküsste Insel Mallorca. Während in Deutschland die Temperaturen noch einstellig sind und der Himmel seit einem halben Jahr grau, lädt das spanische Eiland dazu ein, die leergeschöpften Sonnenakkus wieder aufzuladen. Bei rund 25° residieren wir in einer Designervilla in Son Veri Nou, einem Nobelvorort von Palma. Hier werden die letzten Leistungsreserven für den Projektabschluss aufgebracht, bevor es in ein paar Tage wohlverdienten „echten“ Urlaub geht.

Nachdem Niki noch mal so freundlich war, meine liebe Freundin einzufliegen, verlagere ich meine Inselresidenz vom glamourösen Son Veri Nou in eine einsame Finca am Fuße der Berge nahe Pollença. Auch der fahrbare Untersatz wird vom Firmen-X3 gewandelt in einen kleinen, aber spritzigen 1er mit knackiger Handschaltung, Heckantrieb und – in Spanien mit großem Seltenheitswert – M-Paket. In unserem kleinen Häuschen auf dem verhältnismäßig riesigen Anwesen tanken wir weiter Sonne und vor allem viel, viel Ruhe. Nachts wird die meist absolut lautlose Soundkulisse nur hier und da durch das einsame Zirpen einer Grille oder das Klingen der Glocke einer Bergziege unterbrochen. Kein Autolärm, keine Stadthektik … einfach nur ein klarer Sternenhimmel und Ruhe. Herrlich.

Selbstverständlich lassen wir aber auch die Einladung nicht links liegen, buchstäblich binnen 5 Minuten in den Bergen zu sein und die grandiosen Straßen zu erfahren, die uns mal wieder durch das einzigartige Tramuntana-Gebirge im Norden der Insel führen. Hier ist uns der BMW 118d mit M-Paket ein knackiger, spaßiger und zuverlässiger Partner, dem allerdings – gerade bergauf – leider ein ums andere Mal etwas zu zeitig die Puste ausgeht. Dennoch haben wir auf den sonnengewärmten, aber noch weitgehend Touribus-verschonten Serpentinen einen Heidenspaß, selbst … oder gerade weil wir manche Abfahrten wie die nach Sa Calobra bestimmt zum 50. Mal bewältigen.

Ergänzt wird das Insellebensgefühl aus kurvigen, leeren Straßen, Sonne und Entspannung natürlich auch in Spanien vom Weltklasse-Essen! Mit Meeresfrüchten und ordentlich Fleisch bestechen die Spanier in ihrer sehr ehrlichen Küche, die genau das richtige Maß zwischen gehaltvoll und filigran findet und sich nicht zu sehr in Feinheiten verliert, wie manchmal die französische. Dazu ist sie meist auch noch recht erschwinglich! Ich nutze diese Gelegenheit und genieße in Port de Sóller Hummer mit Paella und Rotwein. Bei einem geeignetem Anlass kann man das schon mal machen – und dieser war in dem Fall sehr geeignet: mein 30. Geburtstag :).

Schneller, weiter, anstrengender – Die #OTRARallye2017

Nur wenige Wochen nach dem kleinen Ausflug in den sonnigen Süden ändern wir die Himmelsrichtung und machen unter dem Motto „Go West“ weiter. Am Männertag ist mal wieder Rallyezeit! Für die 10 wagemutigen Teilnehmer in ihren 5 Autos und die beiden Orgas Thomas und Uwe auf der Schiene geht es von Leipzig in 3 Tagesetappen nach Brüssel, London und Paris. In vielerlei Hinsicht gibt es Superlativen. Noch nie gab es so viele Challenges, noch nie waren die Autos im Durchschnitt so stark und noch nie wurde so verbissen um die Punkte gefightet. Insbesondere Maria und Maik vom Team Oben Ohne im 4er Cabrio, die beide gehandicapt waren, sowie Michi und Rico vom Team RM Performance werde hier im Gedächtnis bleiben.

Die Teams haben sich nichts geschenkt und mit allen Mitteln gekämpft – manchmal sogar am äußeren Rand der Fairness. Unterm Strich mussten sich Maria und Maik den erstplatzierten Rico und Michi und ihrem MTM-A6 geschlagen geben. Die 3 Etappen waren für alle spannend, spaßig und sehr fordernd. Nach knapp 2000 km in 3 Tagen, insgesamt 125 vergebenen Punkten und erheblichem Schlafdefizit freuen sich nicht nur die Gewinner über die Siegerehrung am Eiffelturm und das anschließende Essen im Pariser Bistro Petit Cler.

Da wir über die Rallye dieses Jahr mehr als genug geschrieben und in Form von Videos gezeigt haben, sparen wir uns an dieser Stelle weitere Worte und verweisen stattdessen auf folgende Beiträge:

Paris, die Zweite und historische Pfade in der Normandie – Rallyechillout

Die wohlverdiente und dringend benötigte Entspannung verschaffen sich die Rallyepiloten im Nachgang auf individuelle Weise. Während manche noch in derselben Nacht die Heimreise antreten, bleiben einige  in Paris, wieder andere zieht es nach Holland und die nächsten nach Italien. Reisefreudigkeit gehört natürlich auch zum Rallyegeschäft :). Willy und ich als Vertreter des Hausteams folgen der Rallyetradition, die durchfahrenen Gebiete noch mal in Ruhe anzuschauen und verbringen, neben 2 weiteren Tagen in Paris, etwas Zeit in der Normandie – unter anderem am Omaha Beach. Ein eindrucksvoller, aber auch beklemmender Ausflug.

Hoch hinaus und schnell um’s Eck – Eine Woche in Südtirol

Nach der Hektik der Rallye war klar, dass die nächste Reise überwiegend ent- statt beschleunigend sein soll. Für den kleinen Zwischenurlaub im Juni fällt die Wahl auf das beschauliche Südtirol. Meine Freundin und ich verbringen knapp eine Woche im niedlichen Örtchen Tisens, zwischen Apfelplantagen und Weinbergen malerisch oberhalb des Etschtals gelegen, etwa auf halbem Weg zwischen Meran und Bozen. Die Ruhe, die wir suchen, ist in dieser wunderschönen Gegend allgegenwärtig. Nicht nur die Berge und die Landschaft verströmen sie, nein, auch die Einheimischen und das Leben ist einfach eine ganze Spur entspannter als in der Großstadt.

Bei einer Wanderung über die blühenden Felder und Wiesen der Seiser Alm, dem Atmen der herrlich sauberen Bergluft und einem Schluck aus einer glasklaren Quelle setzt die Entschleunigung unweigerlich ein und der Stress verfliegt von ganz alleine. Solche Ausflugsziele bietet Südtirol zuhauf. Aber nicht nur die Natur trägt zur Entspannung bei, sondern – mal wieder – das Essen. An diesem kulinarisch ganz besonderen Fleck Erde trifft die österreichische Küche auf die italienische und Kaiserschmarrn wird genau so selbstverständlich wie Pizza serviert – und alles dazwischen. Die kulinarische Vielfalt verbunden mit dem Qualitätsanspruch überzeugen durchweg.

So ganz haben wir dann aber von den fahrerischen Vorzügen der Gegend doch nicht lassen können. Die Passstraßen in den Dolomiten und den angrenzenden Alpen gehören nicht umsonst zu den schönsten der Welt. Außerdem war schließlich unser Reisegefährt prädestiniert für schnellen Kurvenspaß. Wir waren unterwegs im VW Golf VII R, der mit seinem relativ kurzen Radstand, seinen 300 PS und vor allem seinem bei Bedarf sehr hecklastigen Allradantrieb geradezu für flinken Serpentinenspaß gebaut ist. So haben wir, immer schön abends, wenn die meisten anderen Touristen schon wieder am Hotelbuffet stehen, die kurvige Vielfalt genossen.

Neben Klassikern wie dem Timmelsjoch und dem Stelvio- bzw. Umbrailpass, der seit der Sommertour 2012 und der Erstbewältigung im BMW Z4 35is durch Willy und mich sowas wie unsere Signature-Strecke ist, sind wir auch auf neuen Pfaden gewandelt. Hier hat besonders die „Sella-Ronda“, ein Kurs über vier Passstraßen rund um das Sella-Massiv, mit der Kombination von teils anspruchsvoller Streckenführung und Bilderbuchpanorama begeistert. Spätestens hier war der Kurvenhunger dann doch wieder geweckt, so dass wir auf dem Rückweg nochmal in Kärnten Station machen. Wir verbringen einen kompletten Tag auf der grandiosen, da breiten, kurvigen und gleichzeitig hervorragend ausgebauten, Großglockner-Hochalpenstraße. Insgesamt wurden in dieser Woche über 100L Sprit allein in scharfen Kurven verbraucht … und 4 Millimeter Bridgestone-Gummi.

Der ausführliche Artikel zu unserer Woche in den Bergen erscheint demnächst auf dem Blog.

Grauer Charme und grüne Lichtblicke – Ein paar Tage Ruhrgebiet

Aus privaten Gründen war es notwendig, dass ich im August ein paar Tage im Ruhrgebiet – genauer gesagt in Essen und Bochum – verbringen musste durfte. Ich gebe zu, dass meine Berührungspunkte mit NRW bislang eher gering waren, bis auf etwa Geschäftsreisen nach Köln oder die A40 auf dem Weg nach Brüssel im Rahmen der Rallye. Die Eindrücke waren dabei nicht unbedingt charmant. Die Reise bot also eine gute Gelegenheit, sich genauer umzuschauen.

Essen präsentiert sich leider auch nicht sehr vorteilhaft. Es wird an quasi jeder Ecke klar, dass die Region ihre Blütezeit schon seit einiger Zeit hinter sich hat. Die Fassaden sind grau (selbst die bunten), die Straßen bröckelig und die Läden leer. Selbst in der Innenstadt von Essen regiert Industrie-Brutalismus. Man kann es der Stadt und der Region ja aber auch nicht verdenken. Die Rohstoff- und Schwerindustrie war über viele Jahrzehnte eine der wichtigsten in Europa und für das deutsche Wirtschaftswunder Voraussetzung und Motor zugleich. Mit dem Strukturwandel hin zu erneuerbaren Energien hat man hier mit einer ganzen Reihe von neuen Problemen zu kämpfen.

Neben der Herausforderung, den Arbeitsmarkt entsprechend umzugestalten und infrastrukturellen Aspekten muss auch die Frage geklärt werden, wie mit den teils riesigen Industrieruinen umgegangen wird, die der Bergbau hinterlassen hat. Um uns ein genaueres Bild zu machen, nehmen wir an einer mehrstündigen Führung durch die Kokerei von Zeche Zollverein teil. Die Dame, die uns herumführt – eine ehemalige, langjährige Mitarbeiterin – erklärt uns den genauen Prozess der Verkokung sowie die Maschinen und Arbeitsabläufe. Alles informativ und unterhaltsam – und mit der nötigen Portion Pottschnauze – sehr zu empfehlen.

Da nicht alle Anlagen als Industriedenkmäler erhalten bleiben können, werden oftmals andere Nachnutzungkonzepte gesucht, oder auch abgerissen und renaturiert – denn die Stadt soll grüner werden. Hier hat Essen in der Tat bereits einige wichtige Projekte in Richtung Strukturwandel unternommen und für eine Montanindustriestadt bereits beachtliche Erfolge erzielt. Dieses Engagement hat Essen auch – man höre und staune – den Titel „Grüne Haupstadt Europas 2017“ eingebracht … ?! Mir würden da, zugegeben, vielleicht 2-3 Städte einfallen, die eine Spur grüner sind als Essen, aber natürlich soll die Leistung gewürdigt sein.

Bevor wir wieder heimfahren, unternehmen wir noch einen Abstecher zum „Zeltfestival Ruhr“. Dort ist der Name Programm – es handelt sich um ein Festival, das in Zelten stattfindet. Dabei gibt es die üblichen Volksfeststände wie (durchaus leckeres und einfallsreiches) Essen und Getränke sowie Stände mit diversen Goodies und Zeug, das man kaufen kann (vom T-Shirt bis hin zum Gartensessel). Festival ist aber auch im Entertainment-Sinne zu verstehen, denn im Hauptzelt treten außerdem durchaus namhafte Bands auf – in unserem Fall Placebo. Mit dem schönen Konzert etwas versöhnt haben wir die Heimreise angetreten, nicht unbedingt böse darüber, ein paar Stunden später wieder in Sachsen zu sein.

Über Stock und über Steine – Zu Besuch bei Porsche Leipzig

Anfang September waren wir zu Gast im Porschewerk in Leipzig. Meine überaus umsichtige Freundin hatte mir das Event zu Weihnachten geschenkt. Es begann mit dem Empfang in der Lobby durch einen jungen, gut gelaunten Porsche-Mitarbeiter. Nach ein paar allgemeinen Worten zum Werk und einem Image-Film stand als nächster Programmpunkt die Werksführung auf dem Programm. Da aus offensichtlichen Gründen streng kontrolliert wird, dass alle Kameras vorab eingeschlossen werden, haben wir hier leider keine Fotos ;). Die Führung an sich war aber sehr spannend – insbesondere der wahnsinnig hohe Automatisierungsgrad innerhalb der Produktion hat beeindruckt.

Der zweite Programmpunkt war ein kleiner Ausflug ins Porschemuseum, in dem es allerlei Schätze zu bestaunen gibt, wie z.B. den legendären Mittelmotorsportwagen Porsche Carrera GT oder ein Exemplar des ersten 911ers. Vom Kundenzentrum, das im Übrigen auch ein exzellentes Restaurant beherbergt, hat man zudem einen fantastischen Blick auf die Rennstrecke und kann dem bunten Treiben dort zuschauen. Apropos Strecke …

Der letzte Programmpunkt war aber der Spannendste, weil er unser eigentlicher Grund war, uns bei Porsche aufzuhalten. Nach dem Treffen in der Lobby ging es am Steuer eines Porsche Cayenne S mit Offroad-Paket auf die hauseigene Geländestrecke. Das alte NVA-Gelände, auf dem Porsche im Übrigen auch seltene Auerochsen züchtet und eine eigene Imkerei betreibt (beides wird im Restaurant verwendet ;)), wurde so umgebaut, dass es etliche Geländehindernisse bietet. Dazu zählen unter anderem Steilhänge mit 45° Steigungen, Rondells mit 35°-Schräglagen und 50bcm tiefe Wasserdurchfahrten … oder Kombinationen von allem.

Nach einer Stunde hinter dem Lenkrad, in der man redlich versucht ist, den 2-Tonnen-SUV nicht schräg den Abhang runterrollen zu lassen, mit dem Instructor nur einseitig über Funk verbunden, ist man reichlich durchgeschwitzt … hat aber auch ein dickes Grinsen auf den Lippen :D. Ein äußerst spannendes Erlebnis, war es doch gleichzeitig das erste Mal, dass ich auf einer (nicht selbst gesuchten ;)) Offroad-Strecke unterwegs war und in der Tat überhaupt das erste Mal, dass ich einen Porsche gefahren bin.

Zustände wie auf dem Balkan? Yes!  – Zwei Wochen in Südosteuropa

Viele kleine Reisen sind toll, um zwischendurch mal etwas zu entspannen und neue Eindrücke zu sammeln … aber um so richtig in Reisestimmung zu kommen, müssen es wenigstens einmal im Jahr mehr sein als nur ein paar Tage. Diesen Wunsch haben wir uns mit einer Neuauflage des Roadtrips auf den Balkan 2015 erfüllt. Ende September starten wir für 2 Wochen in Richtung Südosten mit dem Ziel, Neues zu entdecken, vor zwei Jahren Liebgewonnenes genauer zu erkunden und vor allem dem Sommer ein Stück hinterzureisen.

Unser erstes Zwischenziel hieß wieder Slowenien, wenn auch nicht Ljubljana. Dort hatte man uns damals empfohlen, den kleinen Ort Bled zu besuchen, der für seine schöne Landschaft und eine malerische Schlucht – die Vintgar-Klamm – bekannt ist. In der Nähe dieser kommen wir nach 900 km an und verbringen die ersten Tage in dem kleinen Ort Zasip in der Nähe von Bled. Dieser ist am Rande der Alpen gelegen, unweit der österreichischen Grenze. Bei einer ausgiebigen Wanderung entdecken wir die Vintgar-Klamm, die bei dem Wetter mit den tiefhängenden Nebelschwaden über den stufenartigen, kleinen Wasserfällen mystisch-verwunschen wirkt und ein prima Fotomotiv darstellt. Kraft dafür gibt die zünftige, slowenische Hausmannskost, die wir im Dorfgasthof genießen.

Uns zieht es weiter in den Süden, zunächst nach Dubrovnik. Die Perle der Adria und ihre einzigartige Altstadt hatten wir bereits 2015 für uns entdeckt. Leider war damals nur für einen Tagesausflug Zeit, aber die Eindrücke der Stadt wollten noch mal in Ruhe aufgenommen werden. Dazu haben wir zwei Nächte in einem Apartment in der Nähe der Altstadt verbracht, um diese besser erkunden zu können. Bei einem ausgiebigen Streifzug über die Stadtmauer und durch die Altstadt lernen wir Dubrovnik besser kennen. Höhepunkt des Tages ist natürlich der Sonnenuntergang auf dem Hügel – jedesmal aufs Neue wieder atemberaubend.

Auch unsere Ernährung passen wir in Kroatien angekommen an. Da wir uns ja jetzt am Meer befinden, muss die Gelegenheit für frischeste Meeresfrüchte ausgiebig genutzt werden. Bei Garnelen, Muscheln und Tintenfisch sowie einem zünftigen Rotwein lässt sich die mediterrane Lebensart am besten genießen. Vor der Weiterfahrt habe ich mir noch einen Wunsch von 2015 erfüllt – die Erkundung eines Vorzeige-Lostplaces. Das ehemalige Luxushotel „Belvedere“, unweit des alten Hafens, wurde Mitte der 80er eröffnet und war nur wenige Jahre in Betrieb, bevor es im Jugoslawienkrieg von den Serben belagert und zerstört wurde.

Unser „Hauptziel“ war dieses mal nicht auf dem Festland. Da der Jahresurlaub nicht zuletzt auch die Akkus wieder aufladen muss, darf die Entspannung auch hier nicht zu kurz kommen. Unser nächstes Apartment liegt in einem winzigen Dorf auf der kroatischen Insel Korčula, auf die wir und unser Golf mit der Autofähre übersetzen. Dort genießen wir es, vom Bett aus das Meer zu sehen und zu hören und jeden Morgen mit dem Betreten der Terrasse die Küste zu erblicken. In diesen Tagen befassen wir uns in erster Linie mit kleinen Hafenstädtchen, einsamen Buchten, viel Weißwein (wie z.B. dem leckeren Pošip, der nur auf Korčula wächst) und abermals Meeresfrüchten sämtlicher Couleur.

Für den 1500 km langen Rückweg nach Dresden legen wir, damit die Entspannung nicht zuhause schon wieder verflogen ist, zwei Stopps ein. Zwischenziel 1 ist dabei die kroatische Küstenstadt Zadar, die, ähnlich wie Dubrovnik – wenn auch weit weniger imposant – mit ihrer mittelalterlichen Altstadt besticht. In der Villa Liburnum werden wir deutschsprachig von einem sehr netten Kroaten, der bei Mainz aufgewachsen ist, empfangen und lassen uns gerne in seinem 3er BMW mit in die Stadt nehmen, um da ein paar Cocktails zu genießen. Bevor es nach Hause geht, besuchen wir noch ein bizarres, jugoslawisches Kriegsdenkmal („Spomenik“) im Petrova Gora-Gebirge und schießen auch dort einige spannende Lost-Place-Fotos. Vor der letzten Etappe besuchen wir noch Uwe in der Steiermark, bevor es wieder ins schöne Sachsen geht.

Serpentinengummierung, die Zweite … und Dritte – Die Alpentouren

Ich bin nicht der einzige, der die schnelle Kurvenfahrt im bergigen Gelände fahrdynamisch mit am meisten schätzt. Die Serpentinenaffinität ist tief in der OTRA-Community verankert und Alpentouren gehören ja ebenfalls bereits zur Tradition. Direkt im Anschluss an unsere Woche in Südtirol setzt Uwe die Kurvenhatz fort – mit rund 900 PS, verteilt auf 6 angetriebene Räder. Mit einem A45 AMG 4matic und einem C63S geht es die bekannte Strecke über Hahntennjoch, Timmelsjoch und Jaufenpass entlang. Der kleine Allradler hat Dank seines kurzen Radstands und vor allem der zwei zusätzlich angetriebenen Räder gegenüber der leistungsstärkeren C-Klasse die Nase vorn. Das liegt aber nicht zuletzt am Wetter, das mit nassen Straßen einhergeht.

Runde Zwei der Alpentour folgt Mitte Oktober und wird mit einem BMW M2 und einem Ford Focus RS durchgeführt. Für Abwechslung bei den Strecken wird hier u.a. das Timmelsjoch ergänzt durch die Sella-Ronda und die Großglockner-Hochalpenstraße. Auch hier hat wieder, trotz leichtem Leistungsdefizit, der Allradler in Form des Focus RS die Nase etwas vorn. Der BMW legt zwar beachtlich vor, hat dann in letzter Konsequenz aber doch mit Problemen bei Kurventraktion und Bremse zu kämpfen. Damit dürften wir dieses Jahr den Beweis erbracht haben, dass die beste Mobilitätslösung für kurvige Bergstraßen wohl ein bissiger, kompakter Allradler wie der Golf R, Focus RS oder A45 AMG ist.

Spannende Ziele und Rallyelastigkeit – Fazit und Ausblick

2017 war für uns ein schönes, ein erfolg- und abwechslungsreiches Jahr. Wir konnten wieder viele Eindrücke sammeln und haben ca. ein Dutzend verschiedener Länder besucht. Unsere Reisen und Ausflüge waren dabei im Durchschnitt ein prima Mix aus neuen Erlebnissen und wohlverdienter Entspannung – genau wie wir es mögen. Besonders die Woche in Südtirol und natürlich auch der kleine Roadtrip auf dem Balkan werden uns in hervorragender Erinnerung bleiben.

Das gilt nicht zuletzt wegen des fantastischen Essens. Von deftigen Fleischgerichten in Spanien über die feine Kochkunst der Pariser bis hin zur „Fusion-Küche“ Südtirols und zartesten Meeresfrüchte an der kroatischen Küste haben wir so ziemlich alles zu uns genommen, was man in West- und Südeuropa kulinarisch so genießen kann. Mhhhh! Für weitere Infos zu den Themen Reisen, Essen … und Essen auf Reisen empfehle ich im Übrigen auch den Blog Sugar & Spice, auf dem meine Freundin über diese Themen schreibt:

Wahnsinnigen Spaß gemacht hat uns aber nicht nur das Essen, sondern auch wieder die diesjährige Rallye. Die 3-4 Tage mit Teilnehmern, die mindestens genau so auto- und reiseverrückt sind wie wir selber, und das Format an sich machen uns nicht nur viel Freude, sie verkörpern auch hervorragend den Geist von On The Road Again. Leider erfordert die Rallye inzwischen aber auch ein fast unmenschliches Maß an Arbeit. Die Vorbereitung in Form von Routenplanung, Challengeabstimmung, RMS-Entwicklung, Teilnehmerakquise und natürlich auch die Organisation, Auswertung und Betreuung vor Ort sowie vor allem auch die Aufarbeitung des Medienmaterials in Form von Fotos, Artikeln und Videos summieren sich inzwischen auf locker 300-400 Mannarbeitsstunden. Diesen Aufwand und auch die nicht unerheblichen Kosten, die z.B. für die Produktion der Roadbooks entstehen, tragen wir rein privat. Hinzu kommt noch, dass auch das Engagement unter den Teilnehmern sehr stark variiert und somit (zumindest in Teilen) noch weiterer, unnötiger Aufwand generiert wird.

Da bei den Orgas 2018 private sowie berufliche Veränderungen anstehen, die Zeit und Geld erfordern, können wir den Aufwand in der bisherigen Form im kommenden Jahr nicht mehr stemmen. Folglich mussten wir uns dazu entscheiden, nächstes Jahr keine Rallye in der bisherigen Form durchzuführen. Das heißt aber mitnichten, dass wir keinen Bock auf Autos und Reisen haben – im Gegenteil. Wir suchen derzeit nach einem Alternativformat für den Sommer, dass uns trotzdem ermöglicht, mit Gleichgesinnten bei einem spritlastigen Abenteuer Spaß zu haben, aber ohne dabei buchstäblich monatelang mit dem Projekt gebunden zu sein. Wir sind hier für Vorschläge gerne offen und halten euch über Fortschritte via Facebook auf dem Laufenden.

Auch inhaltlich stand dieses Jahr hier auf dem Blog stark im Zeichen der Rallye. Viele Inhalte haben sich mit der 2016er oder 2017er Ausgabe befasst. Die eigentlichen Reisethemen, die wir gerne als Kern der Berichterstattung sehen wollen, sind dabei leider zu kurz gekommen – was auch einer der Gründe für die o.g. Entscheidung ist. Umso mehr freuen wir uns darauf, 2018 wieder verstärkt auf den Travelaspekt einzugehen und auf die tollen Reisen, die uns das ermöglichen werden. Hier gehen wir mit guten Vorsätzen ins neue Jahr und werden demnächst (wie in den letzten Wochen mit Berichten über New York und Frankreich zu sehen war) den Fokus wieder mehr auf den Travelaspekt richten.

Bis dahin wünschen wir euch einen guten Rutsch und ein gesundes, frohes und erfolgreiches Jahr 2018!

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