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Kurztrip: Fototour in Kopenhagen

von Robert 20. Dezember 2014 0 Kommentare

Die dänische Hauptstadt entdecken …

Da waren wir also, in Karolines Apartment mit Erichs A8 vor der Tür :). Perfekte Ausgangsbedingungen dafür, um sich die schöne kleine Metropole nochmal genauer anzuschauen. Außerdem bot sich hier eine hervorragende Gelegenheit, um sich mal wieder ganz in Ruhe mit einem unserer alten Hobbys zu beschäftigen: der Fotografie!

Unsere beiden vollen Tage haben wir also genutzt um, bewaffnet mit einer kleinen Armada an Spiegelreflex- und Actionkameras, durch die Stadt zu streifen – immer auf der Suche nach spannenden Motiven und ansprechenden Perspektiven.

Matthias und Willy auf Motivsuche

Fotografie ist ein sehr spannender Weg um sich einer Location zu nähern. Für ein schönes Bild braucht es vor allem einen offen Blick, ein Auge fürs Detail und ein Gespür für den Moment. Man muss sich also zwangsläufig mit offenen Augen und bewusst durch sein Umfeld bewegen – los geht’s.

Immer am Kanal entlang – die äußeren Stadtgebiete

Die über 800 Jahre alte dänische Hauptstadt ist von verschiedensten Epochen geprägt. Am Rande der Stadt dominieren moderne Architektur und experimentelle Formen. Unser gerade erst fertiggestellter Apartmentkomplex auf dem Artillerivej ist ein gutes Beispiel dafür:

Apartmentkomplex Artillerivej

Unweit von diesem liegt der Kanal, der die diversen kleinen Stadthäfchen Kopenhagens, wie den Nyhavn oder den Sydhavn, miteinander verbindet. Das Stadtbild besteht auch hier noch überwiegend aus Apartmenthäusern, Hotels und Gewerbegebäuden. Der Stil ist von viel Glas und klaren, wenn auch teilweise gewagten Formen geprägt.

Moderne Architektur in Kopenhagen

Je weiter man sich dem Stadtzentrum nähert, desto älter und ehrwürdiger werden die Gebäude. Natürlich haben hier auch Handel und Hanse ihre Spuren hinterlassen. Gelegentlich werden daher alte Industriegebäude modernisiert und umfunktioniert – z.B. das alte Wennberg Silo. Das Gebäude in erstklassiger Lage war früher Bestandteil einer Fabrik und beherbergt heute Luxusapartments.

Wennberg Silo Kopenhagen

Weiter Richtung Zentrum nimmt der Grad an Moderne und Modernisierung weiter ab, aber nur wenn man den Kanal nicht überquert. Dies kann man Bryggebroen tun – einer Fußgänger- und Fahrradbrücke.

Bryggebroen Kopenhagen

Das andere Ufer ist erstmal noch mehr geprägt von kühlen Materialien wie Glas und Stahl. Hier befinden sich Einkaufszentren, Firmenzentralen und Gewerbegebäude. Am Wochenende ist das geschäftige Treiben jedoch überschaubar :).

Havneholmen Kopenhagen

Gegenüber am Kanal tun sich langsam, weiter in Richtung Zentrum, alt-ehrwürdigere Gebäude auf. Der Sitz der Kommune Kopenhagen ist in einem fast monumental wirkenden alten Handelsgebäude ansässig.

Gemeindeverwaltung Kopenhagen

Aber auch Freunde der technischen Architektur kommen bei der Wanderung entlang des Kanals Richtung Altstadt auf ihre Kosten – insbesondere dann, wenn Sie eine der diversen Klappbrücken passieren. Die Brücken sind so berühmt und markant für die Stadt, dass die Knippelsbro sogar der 200-Kronen-Note als Motiv dient.

Klappbrücke in Kopenhagen

Überragend, im wahrsten Sinne des Wortes, ist auch unser alter Kumpel – das Radisson Blu Scandinavia. Das vierhöchste Gebäude Dänemarks dominiert durch seine Höhe von 88 Metern die Skyline von Kopenhagen entscheidend und ist quasi von überall in der Stadt gut zu sehen. Es dient damit auch als wichtiger Orientierungspunkt. Ob der 26-Geschosser sich nun harmonisch in das Stadtbild einfügt – darüber lässt sich streiten.

Radisson Blu Scandinavia Kopenhagen Skyline

Mit erreichen der Höhe vom Radisson entlang des Kanals verschwinden auch zunehmend die modernen Formen und Materialien und weichen dem klassisch-hanseatischen Baustil, dominiert von Backsteinen, anstelle von Glas.

Kalvebod Brygge Kopenhagen

Das geschichtsträchtige Zentrum – die Altstadt

Wir verlassen den Kanal mit Erreichen der Altstadt und begeben uns weiter in Richtung Zentrum. Unsere Orientierung ist eine der wichtigsten Straßen der Stadt. Der Name – wie sollte es anders sein – lautet „Hans Christian Andersens Boulevard“.

H.C. Andersens Boulevard

An der vierspurigen Straße finden sich unter anderem das Kopenhagener Stadtarchiv, das Rathaus sowie mehrere Museen und Behörden. Die moderne Architektur der jüngeren Stadtgebiete ist völlig dem klassischen, hanseatischen Stil gewichen. Das beeindruckenste ist das im Jahr 1892 errichtete Rathaus von Kopenhagen (Københavns Rådhus).

Rathaus Kopenhagen

Gegenüber liegt der, erstaunlicherweise, noch 50 Jahre ältere Tivolipark. Er wurde im Jahr 1843 eröffnet und ist damit einer der ältesten Vergnügungsparks der Welt. Er ist ein bisschen die zauberhafte grüne Oase im umgebenden Backsteinrot.

Tivoli Park Kopenhagen

Der Park bietet den jährlich über vier Millionen Besuchern neben den optisch bestimmenden Beeten und Grünanlagen fünf Achterbahnen und ein Dutzend weitere Fahrgeschäfte. Leider sah unser Zeitplan keinen Besuch im Tivolipark vor – vielleicht das nächste Mal :).

Tivoli Park Kopenhagen Achterbahn

Aber auch hier in dieser geschichtsträchtigen Gegend ist die moderne Architektur nicht ganz außen vor. Das ebenfalls am Rathausplatz befindliche Parkhaus am Industriesens Hus hat sicherlich wegen seiner vollverglasten Fassade beim Bau für einige Kontroversen gesorgt.

Q-Park Industriens Hus Kopenhagen

Vom Rathausplatz gehen diverse größere und kleinere Gassen ab auf denen sich bis zum Horizont Geschäfte erstrecken. Von Modeläden über Elektronik bis hin zum leiblichen Wohl ist hier für alles gesorgt.

Frederiksberggade

Die Kombination mit den alten Häusern erinnert tatsächlich so sehr an die niederländische Metropole Amsterdam, dass man auf den ersten Blick vermutlich nicht sofort erkennt wo man ist, wenn man blind ausgesetzt würde.

Amsterdam meets Copenhagen

Folgt man der Frederiksberggade bzw. ihren nachfolgenden Gassen konsequent nach Nordosten/Osten kann man entspannt den Dänen beim Shoppen zusehen und die ein oder andere Leckerei genießen. Der Weg führt dann zu Schloss Christiansborg. Hier sitzen das oberste Gericht, der Ministerpräsident und das Parlament – interessant, dass das alles unter dem gleichen Dach angesiedelt ist.

Schloss Christiansborg

Mit diesen Eindrücken kehren wir vorerst der Altstadt den Rücken und wenden uns bei Einbruch der Dunkelheit einem anderen, äußerst sehenswerten Viertel Kopenhagens zu, welches wir über die Knippelsbro auch schnell erreichen.

Autonomiegebiete mitten in Dänemark – die Freistadt Christiania

Was ranken sich für Mythen um die autonome Gemeinde im Herzen der Stadt. Die alternative Wohnsiedlung Christiania wurde 1971 auf einem ehemaligen Kasernengelände gegründet. Schießereien mit Toden, Masseneinsätze und Hundertschaften der Polizei hatte es seit dem gegeben. Na das schauen wir uns mal an.

Freistadt Christiania

Eine der vielen Kontroversen um den selbsterklärten Ministaat ist auch, dass, um die Stadtkasse aufzubessern, relativ offen an Ständen Cannabisprodukte verkauft werden. Unter anderem deswegen herrschen auch in der Freistadt strenge Regeln, zu denen auch gehört, dass man nicht fotografieren darf.

Christiania Green Light District

Die netten, stämmigen Herren mit den Pitbulls sorgen auch dafür, dass das eingehalten wird, insofern haben wir auf weitere Fotos verzichtet. Dennoch haben wir die Siedlung als bunte Gemeinschaft mit Leuten aller Couleur und Nationalität erlebt, wo ausgelassene Stimmung auf Geschäftigkeit und Feierlaune trifft.

Christiania Schild

Da es auch zu den Regeln gehört, dass es keine harten Drogen und keine Waffen gibt, und auch darauf wird penibel geachtet, ist man nicht unsicherer als in Szenevierteln anderer europäischer Großstädte. Christiania ist in jedem Fall ein Pflichtbesuch für Kopenhagenreisende.

Die Klassiker im Norden der Stadt – Kastellt & Meerjungfrau

Ausgangspunkt für unsere letzte Erkundungstour, diesmal im Norden der Stadt, ist der „Churchillparken“, unweit von Schloss Amalienborg. Von dort aus machten wir uns auf den Weg, den schönen Park weiter nördlich zu erkunden.

Churchillparken

Der Park ist, wie man es von Dänemark erwartet, sehr gepflegt und ebenfalls voller Historie. An quasi jeder Ecke befinden sich Bronzestatuen von wichtigen Persönlichkeiten des dänischen Lebens, etwa der Königsfamilie.

Statue am Kastellet Kopenhagen

Außerdem gibt es eindrucksvolle Denkmäler und Kirchen zu bestaunen. Besonders die Kirche der anglikanischen und englischsprachigen St. Alban-Gemeinde ist beeindruckend. Allerdings wirkt sie bei düsterem Licht auch ein bisschen so als könnte hier ein spielen Psychothriller ;).

St. Albans Church Churchillparken

Die berühmteste Statue jedoch dürfte die Bronzefigur sein, die der Braumeister Carl Jacobsen (Carlsberg) Anfang des 20. Jahrhunderts der Stadt geschenkt hat. Wie ihr sicherlich bereits erraten habt, handelt es sich um die weltberühmte „kleine Meerjungfrau“.

Die kleine Meerjungfrau

Die Arme sitzt Tag ein, Tag aus bei Kälte und Wind nackt draußen und wartet darauf, ihren geliebten Prinzen zu erspähen. Stattdessen trifft sie Busladungen voller Touristen, die im 10-Minuten-Takt ihre Schönheit bewundern. Bewacht wird die Gute, aber vermutlich auch der Königspalast, unter anderem von schweren Kriegsschiffen … interessanter Kontrast!

Kriegsschiffe Kopenhagen

Offen & sicher – Leute und Kultur

Auch wenn die Dänen mit dem Vorurteil behaftet sind, nicht immer ganz die Wahrheit zu sagen, so war unser Eindruck doch durchgängig positiv. Unser erster Kontakt war mit Karoline, die zwar nich viel gesagt hat, aber das was sie sagte war ehrlich, direkt, freundlich und hilfsbereit – super! Außerdem sind die Dänen prinzipiell ein sehr entspanntes Volk und in aller Regel fröhlich und gut gelaunt :).

Boot mit Kapitän in Kopenhagen

Generell fühlt man sich in Kopenhagen auch recht wohl und sicher. Die Kriminalität ist gering, es ist alles überdurchschnittlich sauber und die Gesellschaft ist offen. Das sieht man z.B. daran gut, dass in Dänemark kaum einer Rollläden oder Gardinen an den Fenstern hat. Man könnte quasi jedem ins Fenster schauen, wenn man möchte. Aber auch in diesem Punkt sind die Dänen außerordentlich entspannt.

Kopenhagen Grillflos

Unser Aufenthalt und der Kontakt mit der dänischen Bevölkerung – die, neben Deutsch, im Übrigen auch überdurchschnittlich häufig und gut Englisch spricht – war ausnahmslos positiv. Die Dänen sind sehr umgängliche und offene Menschen – wir haben uns willkommen gefühlt und hatten einen sehr entspannten Aufenthalt!

Matthias und Manu beim chillen

 Fazit

Unser kleiner Trip ist genau wie geplant gelaufen und wir haben ihn sehr genossen. Wir haben die Stadt besser kennengelernt und hatten gleichzeitig viel Gelegenheit, ausgiebig zu fotografieren – was will man mehr :).

Canon Eos 600D und GoPro Hero 3 Black

Kopenhagen selber besticht mit seinem hanseatischen Flair und strahlt gleichermaßen eine wohltuende Ruhe aus. Außerhalb hält sich die Action ziemlich in Grenzen – zum Feiern würden wir eher Amsterdam oder Barcelona empfehlen. Für einen entspannten Städtetrip ist die dänische Metropole jedoch in jedem Fall eine Reise wert!

H.C. Andersens Boulevard Kopenhagen

Die besten Fotos 🙂

Abschliesend noch eine kleine Galerie der (unserer Meinung nach) schönsten Bilder von unserem kleinen Ausflug. Viel Spaß!

 

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