Kurztrips

Kurztrip: Ein Sommerwochenende in Amsterdam

von Robert 7. Juli 2014 0 Kommentare

Für europäische Metropolen haben wir ja bekanntermaßen einen kleinen Faible. Nachdem wir uns zuletzt Kopenhagen, Bratislava und Wien umgeschaut haben, war es Anfang Juni Zeit für einen Ausflug in die vielleicht interessanteste Stadt Europas – Amsterdam.

Anreise? Kein Problem!

Amsterdam ist als Hub für viele internationale Flüge, großes Handelszentrum und Touristenmagnet mit quasi allen Verkehrsmitteln hervorragend zu erreichen. Wir haben uns für den Flieger entschieden, da KLM ab Berlin Tegel für schlanke 99 € nach Amsterdam Schiphol und zurück fliegt. Die Flugzeit beträgt dabei nicht einmal eine Stunde – super Deal!

Um den unangenehmen Aufenthalt am Flughafen auf das nötigste zu reduzieren, haben wir uns für den Online-Checkin entschieden und dafür, nur mit Handgepäck zu reisen. Wenn man dem Flughafenstress völlig entgehen möchte, kann man die niederländische Landeshauptstadt auch mit dem Zug hervorragend erreichen.

Amsterdam Bahnhof Gleis 11

Nur die Anreise mit dem eigenen Fahrzeug empfehlen wir ausnahmsweise mal nicht, weil Parkplätze in Amsterdam sehr begrenzt und teuer sind. Dazu kommt, dass der Innenstadtverkehr als Autofahrer sehr hektisch ist, denn einige Cliches über die Holländer kommen nicht von ungefähr – das mit großem Abstand dominierende Verkehrsmittel sind Fahrräder in allen Formen und Farben. Diese werden mit z.B. mit eigenen Spuren bevorzugt behandelt – als Autofahrer hat man oft das Nachsehen.

Amsterdam Fahrräder

Unterkunft – zentrumsnah oder günstig?

Die Stadt ist prinzipiell sehr international und gastfreundlich, die Möglichkeiten zum Übernachten sind mannigfaltig. Vom Zeltplatz über Couchsurfing-Angebote oder Ferienwohnungen bis hin zum Fünf-Sterne Hotel ist alles dabei. Bei allen gilt allerdings als (logische) Faustregel: Je näher zum Zentrum, desto teurer. Das kann man ein wenig aushebeln, indem man die bekannten Reiseblogs und Deals-Seiten im Blick behält – Amsterdam ist hier quasi permanent im Angebot.

Genau das taten auch wir und konnten ein nettes Angebot an Land ziehen: 2 Nächte Doppelzimmer im Crowne Plaza **** im Amsterdamer Vorort Hoofddorp für 2 Personen inkl. Frühstück für 138€ – also etwa 34,50€ pro Nacht und Nase – Deal! Hoofddorp, wenige Autominuten vom Airport Schiphol entfernt, ist im wesentlichen ein großes Gewerbegebiet und am Wochenende sehr ruhig, da quasi menschenleer.

Amsterdam Hoofddorp

Crowne Plaza – für den Preis nix zu meckern

Vom Flughafen haben wir uns via Shuttle zum Crown Plaza fahren lassen. In diese Richtung war es kostenlos, wenn man allerdings zurück zum Flughafen möchte muss man 7,50€ berappen – was eher unüblich ist. Einchecken verlief absolut problemlos, wir haben sogar ein kostenloses Upgrade auf einen „Club Room“ mit zwei King-Size Betten bekommen.

Crowne Plaza Hoofddorp Double Bed Room

Das restliche Zimmer war guter 4-Sterne-Standard. Schreibtisch, Telefon, extra Tisch, Gläser, Eisbehälter … was man so erwartet. Ein Wasserkocher und diverse Tees standen ebenfalls zur Verfügung. Zunächst haben wir uns über die Zimmertechnik gefreut. Ein Connection Panel bietet, leicht zugänglich, alle wichtigen Anschlüsse wie HDMI oder VGA, um die Zimmertechnik über eigene Geräte anzusteuern. Allerdings hielt die Freude nicht lange, denn das Panel funktionierte schlicht nicht. Internet war bis 192kbit/s kostenlos, volle Bandbreite sollte 22,50€ am Tag kosten – es sein denn man wird Mitglied im Bonusprogramm. Auch nicht mehr ganz zeitgemäß.

Crowne Plaza Hoofdorpp Zimmer

Ebenfalls etwas irritiert hat uns die Minibar. Normalerweise stehen wir ja auf Technik, aber hier war für unseren Geschmack etwas viel drin. Eigentlich räumen wir ja gerne die Minibar aus und packen stattdessen unser eigenes Zeug rein. Nicht so mit der „comuterisierten Minibar“, bei der Sensoren jede Entnahme sofort abrechnen – nicht erst den eigentlichen Verzehr … etwas gemein.

Crowne Plaza Hoofdorpp Minibar

Das Frühstück war ebenfalls okay. Normales, „continental breakfast“ mit einem niederländischen Touch. Hier fiel noch einmal besonders positiv die professionelle und gelassene Freundlichkeit auf, mit der das gesamte Hotelpersonal arbeitet – typisch niederländisch. Frühstück ging sogar bis 11:30 und so 11:45 kam dann das Personal zu allen, die noch gegessen haben, an den Tisch und hat gefragt (!), ob sie anfangen können, das Buffet abzuräumen oder ob man noch etwas essen möchte – super!

Alles in allem war das Crowne Plaza für den Preis eine super Wahl und man kann es bedenkenlos wieder nehmen und weiterempfehlen! Nichtsdestotrotz könnte das Hotel in den nächsten 1-2 Jahren eine Renovierung vertragen.

Ab in die City …

Vom Hotel aus fahren etwa alle 15 Minuten Züge in die Innenstadt. Für 9,60 € bekommt man ein Tagesticket und kann am entsprechenden Tag die Strecke sooft fahren wie man möchte. Über den Flughafen und einige Amsterdamer Vorstädte kommt man ca. 20 Minuten später entspannt am – beeindruckend schönen – Hauptbahnhof Amsterdam Centraal an.

Amsterdam Centraal Station

Die Stadt, die für ihre Grachten, Tulpen und genau so schräge Häuser wie Bewohner bekannt ist, empfängt uns mit nahezu untypisch schönem Wetter. Bei 25° und blauem, leicht bewölkten Himmel sind die Voraussetzungen für eine Erkundungstour nahezu perfekt!

Amsterdam Wetter Mitte Anfang Juni

Es empfiehlt sich zunächst, sich einen groben Überblick über den Stadtaufbau zu verschaffen. Der zentrale Platz in Amsterdam ist, wie man dem Namen schon entnehmen kann, der Dam Square. Hier ist man mitten im Zentrum und kann zu Fuß quasi alle nennenswerten Ziele der Innenstadt erreichen.

Dam Square Amsterdam

Mobilität in der Stadt

Wenn man keine Lust zu laufen hat, oder das Ziel ein bisschen weiter weg ist, bewegt man sich am Besten mit einem der buchstäblich Millionen von Fahrrädern in der Stadt. Die Möglichkeit Eines zu mieten, bietet sich an vielen Stellen in der Stadt – wenn man mutig genug ist, sich in das Getümmel zu stürzen. Außerdem sollte man bedenken, dass „Parkplätze“ auch für Fahrräder knapp sind. Das große Fahrradparkhaus an der Centraal Station ist quasi chronisch überfüllt.

Amsterdam Fahrradparkhaus

Eine mögliche Alternative wäre auch dieses schwimmende Fahrradparkhausschiff, dass bei Bedarf woanders hin verlegt werden kann, etwa bei Veranstaltungen o.ä.. Wenn es um ihre Fahrräder geht, legen sich die Holländer echt ins Zeug!

Amsterdam schwimmendes Fahrradparkhaus

Für die Einheimischen sind, gerade in den äußeren Innenstadtgebieten, kleine Stadtflitzer nicht unüblich. In den letzten Jahren trifft man auch zunehmend häufig Hybridmodelle – wie hier der Renault Zoe.

Renault Zoe in Amsterdam

Als Tourist kann man ebenfalls Elektroflitzer mieten, allerdings dann noch eine Spur kleiner und stundenweise, daher relativ teuer. Dennoch ein interessanter und vielleicht witziger Weg, die Stadt besser kennenzulernen.

Amsterdam Easydrive

Für die Mutigen … oder ausreichend Betrunkenen, gibt es unter anderem noch die Bier-Tretwagen als Alternative, teilweise sogar mit direktem Fassbier-Ausschank. Der Fakt, dass die Wagen in Deutschland zumeist aus Erwägungen der Verkehrssicherheit heraus verboten wurden, macht diese Art der Fortbewegung noch interessanter – dennoch haben wir auf einen Selbstversuch verzichtet ;).

Amstedam Borisbus Bierwagen

Es regiert König Fußball

Aufgrund der Einfachheit und der Flexibilität entschieden wir uns für die Zu-Fuß-Variante. Was sofort auffiel, war, zu WM-Zeiten natürlich wenig verwunderlich, das ausgebrochene Fußballfieber. Wohin man auch schaut, präsentiert sich die Stadt in feinsten Oranje-Farben und mit entsprechenden Sonderangeboten. Das tut dem Flair keinen Abbruch – im Gegenteil, allerdings sollte man das Deutschland-Trikot eher zuhause lassen ;).

Amsterdam Oranje Supporters

Auch wenn eine solche Deko in Weltstädten bei großeren Turnieren nichts ungewöhnliches ist, setzen die fußballverrückten Holländer nochmal eine Schippe drauf und werden auch diesem Cliché gerecht. Egal ob Kneipe, Handyladen oder Käsetheke – kaum ein Geschäft, dass sich nicht in grellem Orange erstrahlt.

Amsterdam Kaasboertje

Für uns wurde das umso spannender, da zufällig genau an diesem Tag das legendäre Vorrundenspiel der Holländer gegen die Spanier stattfand, bei dem die niederländische Nationalmannschaft bekanntermaßen die Spanier mit einem demütigenden 5:1 vom Platz gefegt hat. Die Stadt war zum Zeitpunkt des Spiels eine einzige große Party, insbesondere auf dem „Oranjeplein“ vor dem Rijksmuseum, wo viele niederländische Fans das Torspektakel verfolgt haben.

Amsterdam Oranjepleijn

Jordaan und die Prinsengracht

Unser Rundgang startete am Bahnhof und führte uns zunächst in den Amsterdamer Westen und somit den Stadtteil Jordaan. Das Viertel erstreckt sich zwischen der äußersten der zentralen Grachten – der Prinsengracht – und der Nassaukade. Es ist den Kanälen und vor allem den vielen niedlichen, kleinen Gassen dazwischen geprägt, die mit vielen Geschäften und Cafes zum Verweilen einladen.

Amsterdam Jordaan Laterne

Hier zeigen sich auch allzu oft die typisch schiefen Fassaden und allgemein schrägen Häuser der Stadt. Amsterdam, wir erinnern uns, ist ähnlich wie Venedig, nahezu komplett auf Pfählen gebaut, die im losen Sedimentboden im Laufe der Zeit nachgeben und somit auch die Grundfläche der Häuser absacken lassen.

Amsterdam Jordaan Häuser

Was ebenfalls auffällt ist, dass die Stadt im Juni, im Vergleich zu anderen Großstädten, sehr grün ist. An buchstäblich jeder Straßenecke ist man bemüht etwas zu pflanzen, um die Stadt ein wenig grüner zu machen – und das gelingt den Amsterdamern super. Man fühlt sich eigentlich weniger wie in einer hektischen Großstadt. Eher hat man das Gefühl, durch eine riesige, von den Einwohnern liebevoll gepflegte, Großstadt zu schlendern.

Amsterdam Joordan Begrünung

Dieser Trend ist im Übrigen nicht auf die Straßen begrenzt. Aufgrund des Grachtennetzwerks, das Verkehrsnetz wie Wohnraum gleichermaßen ist, und dem relativ stark begrenzten Platz in der Innenstadt leben auch viele Bewohner auf dem Wasser. Hausboote sind eine übliche Erscheinung und auch diese werden immer häufiger so gut es geht begrünt.

Amsterdam begrüntes Hausboot

Neben dem Stadtteil Jordaan selber und der Prinsengracht (bei Tripadvisor Platz 3 bzw. 6 in den Top-Sehenswürdigkeiten der Stadt) befindet sich hier eine weitere große Touristenattraktion – das weltberühmte Anne-Frank-Haus. Hier kann man sich über das Schicksal der kleinen Anne aus Frankfurt im zweiten Weltkrieg informieren, sollte aber die Karten entweder vorab online kaufen, oder einiges an Zeit zum Anstehen einplanen.

Anne Frank Haus Schlange

Weiter gen Süden – der Museumplein

Unseren Spaziergang rund um das Zentrum haben wir, mit der Prinsengracht als Orientierung, weiter gen Süden fortgesetzt. Insbesondere zwischen Prinsengracht und Singelgrachtkering weichen die klassischen Amsterdamer Arbeiterhäuser des Jordaan den Patrizier- und Herrenhäusern und Villen dieser, doch recht wohlhabenden, Gegend.

Amsterdam Herrenhäuser

Der wichtigste Orientierungspunkt dürfte hier ganz klar das, ebenfalls weltbekannte, Rijksmuseum sein. Hier stellen die Niederländer viele namhafte Kunstwerke aus, wie u.a. die Nachtwache von Rembrandt. Nicht nur für Kunstliebhaber ist ein Besuch daher ein Pflichttermin in der Stadt.

Rijksmuseum

Hinter dem Rijksmusem erstreckt sich der Museumplein, an den auch das Van-Gogh-Museum angrenzt. Bis vor Kurzem war hier auch der Oranjeplein, die Public Viewing Area für die WM-Spiele, zu finden. Allerdings waren der Amsterdamer High Society die grölenden Fußballfans dann wohl doch zuviel, sodass die Stadt die Genehmigung nach Beschwerden der Anwohner zurückgezogen hat.

Museumsplein

Derzeit befindet sich auch einer der typischen „I AMsterdam“ Schriftzüge hier, die immer mal wieder woanders in der Stadt aufgestellt werden und als Fotomotiv und Orientierungspunkt für Touristen dienen.

I Amsterdam Museumplein

Vondelpark – samt Festival!

Nicht der größte, aber durchaus der bekannteste Park ist der nach dem deutsch-stämmigen, niederländischen Dichter Joost van den Vondel benannte Vondelpark. Er liegt westlich des Museumplein und damit ruhig gerade so außerhalb des Zentrums.

Vondelpark Eingang

Der Park ist ein wunderbares Abbild der Atmosphäre der Stadt. Stark belebt, mit Leuten aus allen möglichen Nationen, wird hier ein friedliches und entspanntes miteinander praktiziert. Alle Berufsstände, alle sozialen Schichten und alle Altersgruppen treffen sich auf den grünen Wiesen zum Austausch, Entspannen und um der Hauptstadthektik zu entfliehen.

Picknick im Vondelpark

Auch hier hatten wir ein glückliches Händchen bei der Wahl des Reisedatums, denn am Samstag den 14. Juni fand, anlässlich des 150-jährigen Bestehen des Parks, das Vondelpark-Festival statt. Obwohl das nicht eingeplant war, haben wir die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und uns unters Festival-Volk gemischt.

Riesenrad Vondelpark Fesitval

Neben kleinen Fahrgeschäften und anderen Attraktionen standen hier vor allem die Kunstschaffenden im Vordergrund. Jeder war eingeladen im großen Park zu singen, Instrumente zu spielen, mit Bands aufzutreten und anderes mehr – an jeder Ecke gab es andere Musik und Darbietungen zu hören.

Band Vondelpark Festival

Neben den einfachen Bands auf der Wiese gab es auch diverse größere Bühnen, wo durchaus auch professionelle Künstler für Unterhaltung sorgten. So auch auf der „Hauptbühne“ des Vondelparks, auf der Abends diverse Acts auftraten, während tagsüber ein DJ für gute Laune sorgte.

Bühne Vondelpark

Amsterdam im Allgemeinen und der Vondelpark im Speziellen sind aber auch für ihre Experimentierfreudigkeit bekannt. Insofern bot sich die Gelegenheit super an, um auch neue Formen der Unterhaltung auszuprobieren. In diesem Fall fiel uns die „Silent Disco“ ins Auge, bei der jeder Funkkopfhörer auf hat, mit denen der DJ die Menge an Stelle von Boxen beschallt.

Silent Disco Vondelpark

Wir haben die Stunden auf dem Vondeparkfestival sehr genossen. Die Mischung aus Entspannung, geschäftigem Treiben und Party ist eine ganz besondere, die den „Spirit of Amsterdam“ hervorragend einfängt und transportiert. Jeder Amsterdam-Besucher sollte sich 1-2 Stunden nehmen und mal vorbeischauen – auch ohne Festival.

Pavillion Vondelpark

… und was kann man sonst so machen?

Auf dem Weg zurück ins Zentrum fallen spontan noch andere, typische Attraktionen auf. Quasi ebenfalls Pflichprogramm ist neben dem Stadtrundgang auch eine Grachtenfahrt mit dem Schiff. An vielen Stellen entlang der Grachten, sowie rund um den Hauptbahnhof, könnten die Touren gebucht werden.

The Beatles did it

Wir empfehlen allerdings, die großen Anbeiter zu meiden und lieber eine kleine Tour mit einem persönlichen Guide (anstatt einer Bandansage) zu wählen. So erfährt man die spannenderen Geschichten – auch wenn man vielleicht ein paar Euro mehr einplanen muss.

Canal Tours Amsterdam

Hier und da steigt einem beim Stadtrundgang ein süßlicher Geruch in die Nase. Auch bei der Drogenpolitik sind die Niederlande toleranter und progressiver als die meisten anderen Staaten. So findet man in Amsterdam viele der berühmt-berüchtigten Coffeeshops.

Dolphins Coffeeshop

In den teils sehr liebevoll gestalteten Läden werden neben Getränken und Snacks in geringen Mengen auch Cannabisprodukte aller Couleur verkauft. Cannabis ist aufgrund der EU-Gesetzgebung auch in den Niederlanden nicht legal, Besitz, Verkauf und Konsum werden allerdings pauschal nicht verfolgt und somit toleriert. Dass dieses Modell scheinbar erfolgreich ist, zeigt die niederländische Konsumquote von Cannabis – die deutlich unter dem europäischen Durchschnitt liegt.

Dolphins Coffeeshop Bar

Essen in Amsterdam erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl. Die Holländer stehen kulinarisch auf alles, was frittiert ist. Insbesondere Pommesbuden gibt es an jeder Ecke. Für den großen Hunger sollte man allerdings das direkte Zentrum meiden. Hier gibt es überteuertes Touristenessen und quasi überall das Gleiche. Außerhalb des Grachtengürtels findet man jedoch hervorragende Restaurants. Wir haben uns zum Abendessen für Gambas und Backhähnchen im „De Duvel“ entschieden – sehr gute Wahl!

Restaurant De Duvel

Wo wir beim Thema Ernährung sind … auch wenn die niederländische Esskultur stellenweise durchaus gewöhnungsbedürftig ist, gibt es ein paar Dinge, die sie auf jeden Fall können. Eines davon ist natürlich Bier. Neben Grolsch ist vor allem auch Heineken natürlich als drittgrößte Brauerei der Welt entsprechend bekannt und beliebt. In der alten Brauerei in Amsterdam findet heute die „Heineken Experience“, ein interaktiver Rundgang durch die Welt des Bierbrauens, statt.

Heineken Browery Amsterdam

Eine andere Sache, die die Holländer kulinarisch verdammt gut können, wenn nicht gar am besten, ist unbestritten der Käse! Im Land indem unter anderem Gouda und Edam liegen, kommt man am Käse nicht vorbei, denn er begegnet einem buchstäblich an jeder Straßenecke.

Amsterdam Käse Henri Willig

Neben den üblichen Ständen, gibt es auch gehobenere Geschäfte, deren Besuch wir dringend empfehlen, wenn man guten Käse zu schätzen weiß. Gelegentlich werden auch Probierplatten angeboten, mit denen man sich einen geschmacklichen Überblick über die verschiedenen Sorten verschaffen kann, gerne auch mit einem guten Rotwein – wohl bekomm’s!

Käsetheke Amsterdam

Käse und Wein lassen sich nicht nur im Vondelpark hervorragend genießen. Gerade auch das äußere Stadtgebiet ist stark geprägt vom Grün – überall finden sich größere und kleine Parks die zum genießen und verweilen einladen.

Springbrunnen Amsterdam

Das moderne Amsterdam

Insbesondere östlich und nördlich des Zentrums zeigt sich ein anderes Gesicht der traditionsbewussten Hauptstadt. Es überwiegend geprägt von modernen Geschäfts- und Wohnhäusern bzw. auch Hotels wie hier das Mövenpick und bietet so einen beeindruckenden Kontrast zur historischen Innenstadt.

Amsterdam Noord Kanal

Wenn man, nördlich vom Hauptbahnhof, eine der kostenlosen Personenfähren nimmt, ist man nur wenige 100m vom Trubel der Innenstadt entfernt, aber trotzdem in einer anderen Welt. Da die Fähren nur Fußgängern und Fahrradfahrern offen stehen, nicht aber Autos, ist es auf der anderen Seite des Kanals deutlich ruhiger.

Amsterdam Noord Ente

Nicht nur für die Architekturkenner, sondern auch für die Cineasten ist ein Besuch des „Eye“ in Amsterdam Noord empfehlenswert, welches das niederländische Filmmuseum beherbergt. Bis 2012 war dies im Vondelpark zu finden.

Eye Filmmusuem Amsterdam

Da sich hier ansonsten überwiegend Wohngebäude befinden, sind die Preise etwa für Lebensmittel hier deutlich geringer als im Zentrum. Wenn man sich also etwa in eine Ferienwohnung einquartiert hat, kann man sich hier günstig mit Lebensmitteln versorgen und darüber hinaus noch das schöne Kanalpanorama mit Blick auf die Rückseite der Centraal Station genießen.

Amsterdam Noord Panorama

Spiel, Spaß und Spannung oder Sex, Drugs & Rock’n’Roll? Ein Fazit

Amsterdam ist eine faszinierende Stadt mit wahnsinnig vielen unterschiedlichen Facetten. Das weltoffene, internationale Flair – gepaart mit der jahrhundertelangen Geschichte bietet ein wahrlich einzigartiges Stadtbild. Egal, ob junger Partygänger, oder auch kunstliebender Pensionär – hier ist für jeden etwas dabei. Interessante Veranstaltungen, wie bei uns das legendäre WM-Vorrundenspiel oder das Vondelpark-Festival, finden permanent statt. Wem in Amsterdam langweilig wird, ist nicht mehr zu helfen :).

Die Vielschichtigkeit der Stadt wird unterstrichen von dem permanenten Wandel, dem sie unterworfen ist. Man entdeckt in jeder Gasse, neben jeder Gracht und hinter jeder Straßenecke etwas neues – auch beim dutzendsten Besuch. Nicht nur, aber gerade im Sommer, zeigt die Metropole ihr freundlichstes Gesicht. Wir haben unseren Besuch außerordentlich genossen und können jedem nur empfehlen, mindestens einmal die niederländische Hauptstadt zu besuchen und sich vom Ambiente verzaubern zu lassen. Einwohner, Arbeiter und Besucher gleichermaßen prägen dieses und für alle gilt – I AMsterdam.

Goede Reis!

Gracht in Amsterdam

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