Kolumne

Kolumne: On The Road Arbeiten

von Robert 28. Februar 2014 0 Kommentare

Die Betreiberin des Auto-Blog auto-diva.de, Nicole Männl, betreibt neben diesem auch noch diverse andere Blogs. Auf jenem ihrer Designberatung hat sie vor kurzem zu einer Blogparade zum Thema „mobiles Arbeiten“ aufgerufen. Da dies für uns natürlich auch ein sehr spannendes und präsentes Thema ist, möchten wir uns gerne daran beteiligen.

Vorwort

Ganz allgemein gesprochen bedeutet mobiles Arbeiten für uns, dass wir unsere Reisen und Erlebnisse dokumentieren und entsprechende Inhalte produzieren. Die Herausforderung besteht dabei für uns in erster Linie darin, dass wir den größten Teil der Reisezeit im Auto verbringen und so auch zu einem guten Teil im Auto arbeiten. Bei allem was nicht im oder am Fahrzeug stattfindet, sind haben meistens die lokalen so Eigenheiten ihre Tücken.

Wie genau sorgen wir nun also dafür, dass wir unterwegs – unabhängig von Land und konkretem Fahrzeug – jederzeit filmen, fotografieren, bloggen, recherchieren und planen können? Das wollen wir in diesem Artikel kurz beleuchten und außerdem ein paar Tipps geben, auf Basis unserer Erfahrungen.

Vorüberlegungen

Gerade bei längeren Reisen oder Reisen durch viele Länder ist die richtige Vorbereitung entscheidend. Dies bedeutet auf möglichst viele Eventualitäten vorbereitet zu sein. Das Rückrat der Infrastruktur bilden das Smartphone und der Laptop. Die beiden Geräte zeichnen sich bekanntermaßen dadurch aus, dass sie mobil sind, wenig Platz, wegnehmen, eine unabhängige Stromversorgung haben und viele Aufgaben gleichermaßen gut bewältigen können.

In Kombination mit dem entsprechenden Zubehör sind die beiden fast überall einsatzfähig. Doch welches Maß ist sinnvoll um gut gerüstet zu sein, aber nicht überladen und ohne Überblick? Dazu muss zunächst klar sein was man erreichen will. Zum Glück ist es das in unserem Fall (geordnet nach Priorität):

  1. Allenorts und jederzeit eine stabile Stromversorgung
  2. Möglichst hohe Verbindbarkeit mit anderen Systemen (Auto, Hotel, etc.)
  3. Mobile Internetverbindung, wo es möglich ist

Allerdings hat man im Auto meist einen relativ begrenzten Platz. Daher sollte, gemäß dem Pareto-Prinzip, darauf konzentrieren mit der Ausrüstung die wichtigsten Standards abzudecken. Glücklicherweise gibt es inzwischen weit verbreitete Standards für die o.g. Anwendungsgebieten.

Es gilt also, nicht zuviel – aber auch nicht zu wenig mitzunehmen. Zur Sommertour 2012 sah unser Equipment z.B. so aus:

Sommertour 2012 Equipment

Stromversorgung

http://ecx.images-amazon.com/images/I/71T7Imz7A0L._SL1200_.jpgIm Auto ist die 12V Stromversorgung so weit standardisiert, dass sie in nahezu jedem zur Verfügung steht und es eine große Menge an äußerst nützlichem Zubehör gibt. In erster Linie sollte ein 12V-Netzteil für den Laptop an Bord sein. Für andere mobile Geräte wie Smartphones, Kameras usw. hat sich der USB-Standard durchgesetzt.

Auch hier gibt es 12V-Adapter die zwei USB Anschlüsse zur Stromversorgung bereitstellen. Man sollte hier allerdings nicht auf die 5€-Modelle zurückgreifen, da diese schlecht abgeschirmt sind und so evtl. andere Elektronik beeinflussen. Eine zusätzliche Methode der mobilen und unabhängigen USB-Stromversorgung sind entsprechende Akkupacks. Diese können einfach aus diversen Qullen aufgeladen werden und bieten dann handelsüblich bis zu 15.000 mAh. Das reicht für ca. 5 volle Akkuladungen eines Galaxy S4.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/418wEM0wqWL.jpg

Ebenfalls sehr zu empfehlen ist ein 12V auf 230V Spannungswandler mit einer Handelsüblichen Steckdose, wie man sie von zuhause kennt. Hochwertigere Spannungswandler (ca. 40-50€) können auch direkt an eine Autobatterie angeschlossen werden und liefern dann bis zu 300W. Mit einer Steckdosenleiste kann man eine Vielzahl von Geräten betreiben und ist unabhäng vom 12V-Standard oder lokalen Gegebenheiten.

Diese stellen im Ausland oftmals im Hotel ein Problem dar. Wir empfehlen dringend, sich vor Reisebeginn über Spannung und Steckdosenart in den zu bereisenden Ländern zu informieren. Für die USA braucht man z.B. 120V->230V Konverter. Italien hat auch mal solche und mal solche Steckdosen. Obwohl Hotels häufig Adapter verleihen sollte man trotzdem über den Erwerb eines eigenen nachdenken. Für die USA z.B. reichen in der Regel 1-2 Adapter und eine Steckdosenleiste (die generell nicht schadet) zu um die heimischen Geräte für den nächsten Tag fit zu machen.

Ladestation für 230V in den USA

(Bildquelle für 12V Adapter und 12V->230V Spannungswandler: amazon.de)

Konnektivität

Insbesondere bei der Medienproduktion, aber natürlich auch zu Unterhaltungs- und Recherchezwecken, bietet es sich an, wenn man vorhandene Systeme möglichst einfach miteinander verbinden kann. Damit ist primär das Auto gemeint.

In moderneren Fahrzeugen steht neben einem 3,5mm Aux-In (sollte immer dabei sein) in der Regel ein USB-Anschluss (Standard bei BMW) oder ein SD-Slot (Standard bei Audi) zur Verfügung. Da beide Standards nochmal unterteilt sind, sollte man ein paar Adapter dabeihaben, um zwischen macro, micro und mini bei Bedarf switchen zu können. Das gilt natürlich auch für den Einsatz im Hotel, wo in der Regel nur die besseren eine ausreichende Anzahl an verschiedenen Optionen für den Anschluss eigener Geräte liefern, wie hier im Mandarin Oriental in Las Vegas:

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Je nach dem, für welche Übernachtungsvariante man sich entscheidet, hat man im Hotel meist einen Fernseher zur Verfügung. Zur Videoübertragung empfiehlt sich heutzutage HDMI. Aber je nach Region und Zustand der Unterkunft sind durchaus auch VGA/RGB bzw. TV-Out und Chinch in Verwendung. Insbesondere in weniger gut erschlossenen Regionen oder Pensionen sollte man damit rechnen auch auf diese analogen Standards zu treffen.

Da oftmals, insbesondere bei großen Hotels, nicht in jedem Zimmer ein gutes WLAN-Signal zur Verfügung steht, sollte man ein Ethernet-Kabel zur Verfügung haben. Alternativ, oder auch zusätzlich, kann man über einen kleinen WLAN-Repeater nachdenken. Dieser bereitet ein schwaches WLAN Signal auf und macht es wieder gut nutzbar. Bei Problemen wie fehlenden Kabeln und Adaptern, hilft die Rezeption in besseren Hotels meistens auch gerne weiter.

Adapterkabelset vom Mandarin Oriental in Las Vegas

Desweiteren empfiehlt es sich die, ohnehin schon gute, Konnektivität des Smartphones noch weiter aufzuwerten. Für fast alle modernen Geräte gibt es für wenige Euro Adapter, die z.B. dazu verwendet werden können um Bild und Ton per HDMI zu übertragen. Um schnell einen Film zu schauen oder etwas Musik zu hören ist das oft deutlich effektiver als den Laptop aufzubauen.

Außerdem sehr spannend ist ein USB-Hostadapter, mit dem etwa USB-Sticks, Festplatten oder auch Mäuse, Tastaturen und zum „Strom spenden“ oder Daten übertragen sogar andere Handys angeschlossen werden können – sehr viele Optionen für ein kleines, günstiges Gerät.

Samsung USB Host und HDMI Adapter

Mobile Internetverbindung

Über Internetverbindungen unterwegs kann man sich streiten. Manche Leute werden panisch, wenn sie nicht online gehen können – andere genießen es auch mal nicht erreichbar zu sein oder immer auf dem neusten Stand.

Das muss natürlich jeder für sich entscheiden. Für uns stellt sich die Frage eher nicht, da wir viele Reisen live bloggen und oftmals auch einfach „drauf los fahren“, ohne konkretes Ziel, und uns daher unterwegs informieren müssen. In Deutschland ist das kein großes Problem, da hierzulande die UMTS/LTE Abdeckung ja doch recht flächendeckend ist.

Das mag im Ausland oft zwar auch der Fall sein, allerdings wird das dann häufig wegen Roaming sehr schnell sehr teuer. Hier sollte man sich auch dringend im Vorfeld über die Kosten und eventuelle Auslandsdatentarife bei seinem Mobilfunkanbieter informieren. Alternativ kann man auch, wenn man sich in einem Land länger aufhält, in den meisten Fällen eine PrePaid-Datenkarte kaufen, so wie wir in Amerika bei AT&T:

AT&T PrePaid Simcard

Um die Internetverbindung mit mehreren Geräten nutzen zu können, empfiehlt sich ein (eventuell älteres) Smartphone. Diese können mit entsprechenden Apps oder bereits nativ ohne Probleme zu einem WLAN-Hotspot umfunktioniert werden. In größeren Städten findet man ab und zu offene WLANs. Bei öffentlichen, aber geschlossenen WLANs, z.B. von Hotels, hilft es oft bei Gelegenheit Social Networks wie FourSquare nach einem Hinweis checken.

Zusammenfassung, Fazit und Tipps

Mit einer ausreichenden Vorbereitung kann man sich auf die meisten Eventualitäten vorbereiten und so sicherstellen, dass man auch unterwegs arbeitsfähig ist. Man sollte sich dennoch im Vorfeld Gedanken machen, was man eventuell bearbeiten möchte und was dafür benötigt wird.

Wenn man sich bemüht, die wichtigsten Standards abzudecken, kann man auch mit relativ wenig Equipment arbeitsfähig sein. Wir empfehlen für mobile Stromversorgung und Datenübertragung womöglich USB einzusetzen sowie für die Medienübertragung Aux oder wo es geht HDMI. Für das Internet sollte man entweder Auslandspakete des eigenen Providers benutzen, oder PrePaid-Karten im Reiseland.

So gerüstet, steht der mobilen Produktivität wenig im Weg und auch. Auch wenn man sich im Komfort ein wenig einschränken muss, so hat dieses Konzept durchaus seine Vorteile. Wer kann schon sonst behaupten, dass er ein Büro mit Blick auf die Côte d’Azure hat :).

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Abschließend kurz und lose nochmal einige Tipps, die sich im Laufe der Zeit als sehr nützlich herausgestellt haben:

  1. Alle mobilen Geräte und Akkus sollten jederzeit, wenn Strom zur Verfügung steht komplett durchgeladen werden – man weiß ja nicht immer wann man wieder Strom hat.
  2. Es schadet nie ein voll geladenes USB-Akkupack dabei zu haben.
  3. WLAN-Passwörter findet man relativ häufig bei FourSquare oder Facebook.
  4. Adapter findet man unterwegs eher in kleinen Ramschläden als in großen Elektronikketten.
  5. Wenn man Handyladegerät vergessen hat oder das lokale Stromnetz nicht mitspielt haben viele Fernseher in Hotels USB-Buchsen die zum laden verwendet werden können.
  6. Ein altes Smartphone mit einer lokalen PrePaid-Simkarte kann als mobiler WLAN-Hotspot verwendet werden.
  7. Mit einem 230V Spannungswandler für das Auto kann man alle haushaltsüblichen Geräte mobil betreiben.
  8. Ein USB-Host Adapter für Smartphones kann verwendet werden um ein Handy mit dem Strom eines anderen zu Betreiben.
  9. Je nach Hotel empfiehlt es sich eine zusätzliche Zimmerkarte zu verlangen, um auch bei Abwesenheit Geräte laden zu können.
  10. Langzeitaufnahmen mit Kameras gelingen ohne Akkuwechsel besser – auch hier empfiehlt sich ein USB-Akkupack.

Wir wünschen viel Spaß beim effizienten Reisen!

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